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Arbeitsmarkt-Reaktionen

Mittwoch, 07. Januar 2015, 13:07 Uhr
Nach den Zahlen der Thüringer Arbeitsagentur ist der Arbeitsmarkt stabil und soll es voraussichtlich auch bleiben. Was sagt der Thüringer DGB dazu?...


Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deuten sich damit gute Aussichten an. Wir gehen davon aus, dass die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns am 1. Januar die Beschäftigungssituation von vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerade in Thüringen verbessern wird.

Der DGB macht sich für eine lückenlose Umsetzung des Mindestlohns stark. Der hilft nicht nur Geringverdienern und stärkt deren Kaufkraft, sondern entlastet auch die Sozialkassen bzw. den Staatshaushalt.

„Aus der BA-Statistik, in der die Anrechnung von Einkommen durch Hartz IV-Leistungen ausgewiesen wird, geht hervor, dass Mitte 2014 von den 104.304 sogenannten Bedarfsgemeinschaften in Thüringen rund 39.762 Einkommen aus Erwerbstätigkeit und 9.044 Einkünfte aus Sozialleistungen - insbesondere ALG I und Erwerbsminderungsrente - ihre Einkommen nach DGB-Berechnungen mit durchschnittlich 379 bzw. 475 Euro monatlich aufstocken lassen mussten. Das ist vor dem Hintergrund der Bedürftigkeitsprüfungen, welche die Leistungsempfänger und ihre Familien über sich ergehen lassen müssen, individuell oft problematisch.“

Dies kostete die Steuerzahler auf 12 Monate hochgerechnet in Thüringen nach DGB-Berechnungen etwa 232 Millionen Euro im Jahr. Der DGB geht davon aus, dass diese enorme Summe aufgrund des Mindestlohns deutlich zurückgehen wird.

„Bei einer so guten Konjunktur und dauerhaft positiver Entwicklung erwarten wir, dass die hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen endlich auch vom Beschäftigungswachstum profitiert. Es gibt keine vernünftige Erklärung dafür, weshalb hingenommen werden soll, dass ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt und damit auch zu auskömmlichen Erwerbseinkommen dauerhaft verwehrt bleiben soll. Wir erwarten, dass der arbeitsmarktpolitische Schwerpunkt 2015 auf die Verbesserung der Integration der Langzeitarbeitslosen gelegt wird. Langfristig wird das nicht ohne ein landesweites Konzept, etwa eine konzertierte Aktion, und einen neuen Anlauf in Richtung öffentlich geförderter Arbeitsmarkt gehen.“
Autor: red

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