Blick auf das Baltikum
Montag, 29. Dezember 2014, 10:51 Uhr
Hohe Wachstumsraten und die bevorstehende Einführung des Euro lassen die drei Baltischen Staaten auch für Thüringer Unternehmen immer interessanter werden, meint die Thüringer Industrie- und Handelskammer. Wenn andere Märkte wegbrächen, könnten sich die Ostseeanrainer als Alternative etablieren...
Am 1. Januar 2015 übernimmt Lettland den präsidialen Staffelstab der Europäischen Union. Zum gleichen Zeitpunkt wird Litauen als letztes der drei baltischen Staaten den Euro einführen. Diese Ereignisse und die hohen Wachstumsraten der Wirtschaft lassen das Baltikum auch für Thüringer Unternehmen immer interessanter werden.
Für Lettland ist es die erste Ratspräsidentschaft seit dem EU-Beitritt im Jahr 2004, blickt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser voraus.
Die lettische Regierung wolle während der Präsidentschaftszeit die Rolle der EU auf globaler Ebene weiter stärken sowie die Staatengemeinschaft wettbewerbsfähiger machen. Dies seien wichtige Grundlagen für ein weiteres Wachstum und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.
Darüber hinaus werden mit der Einführung des Euro in Litauen ab Januar 2015 alle drei Baltik-Nationen ein Teil der einheitlichen europäischen Währungszone. 19 der insgesamt 28 EU-Mitgliedsstaaten nutzen dann das gleiche Zahlungsmittel. Laut einer Umfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer ist die Zustimmung unter den einheimischen Unternehmern groß und befürworten mehr als drei Viertel der Befragten die neuen Geldmünzen, so Grusser. Die Implementierung bringe schließlich neben einer Senkung der Transaktionskosten vor allem eine höhere Preistransparenz. Dies wären entscheidende Vorteile für den weiteren geschäftlichen Erfolg.
Mit durchschnittlich jährlichen Wachstumsraten von 4,3 Prozent in Litauen, 4,0 Prozent in Lettland und immerhin noch 3,6 Prozent in Estland wei- sen die baltischen Staaten die stärkste wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Union auf, unterstreicht Grusser. Und auch die Thüringer Handelsbilanz mit den nordeuropäischen Staaten entwickle sich äußerst positiv. So wären die Thüringer Exporte nach Litauen im Jahr 2013 auf 44,5 Millionen Euro angestiegen und hätten sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt – jene nach Estland sogar fast verdreifacht. 264 Betriebe aus dem Freistaat unterhielten mittlerweile stabile geschäftliche Beziehungen zu den drei EU-Mitgliedern.
Das Baltikum rückt auch für uns stärker in den Blickpunkt. Es gilt jetzt, Thüringer Unternehmen auf die Markt-Chancen hinzuweisen und sie aktiv bei deren Erkundung und Erschließung zu unterstützen, so der IHK-Chef. Vor allem dann, wenn aufgrund politischer Entwicklungen andere Auslandsmärkte wegbrechen, seien Alternativen gefragt. Die IHK Erfurt biete interessierten Firmen deshalb auch im neuen Jahr umfangreiche Unterstützung bei der internationalen, grenzüberschreitenden Anbahnung von Geschäften im baltischen Raum an.
Autor: redAm 1. Januar 2015 übernimmt Lettland den präsidialen Staffelstab der Europäischen Union. Zum gleichen Zeitpunkt wird Litauen als letztes der drei baltischen Staaten den Euro einführen. Diese Ereignisse und die hohen Wachstumsraten der Wirtschaft lassen das Baltikum auch für Thüringer Unternehmen immer interessanter werden.
Für Lettland ist es die erste Ratspräsidentschaft seit dem EU-Beitritt im Jahr 2004, blickt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser voraus.
Die lettische Regierung wolle während der Präsidentschaftszeit die Rolle der EU auf globaler Ebene weiter stärken sowie die Staatengemeinschaft wettbewerbsfähiger machen. Dies seien wichtige Grundlagen für ein weiteres Wachstum und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.
Darüber hinaus werden mit der Einführung des Euro in Litauen ab Januar 2015 alle drei Baltik-Nationen ein Teil der einheitlichen europäischen Währungszone. 19 der insgesamt 28 EU-Mitgliedsstaaten nutzen dann das gleiche Zahlungsmittel. Laut einer Umfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer ist die Zustimmung unter den einheimischen Unternehmern groß und befürworten mehr als drei Viertel der Befragten die neuen Geldmünzen, so Grusser. Die Implementierung bringe schließlich neben einer Senkung der Transaktionskosten vor allem eine höhere Preistransparenz. Dies wären entscheidende Vorteile für den weiteren geschäftlichen Erfolg.
Mit durchschnittlich jährlichen Wachstumsraten von 4,3 Prozent in Litauen, 4,0 Prozent in Lettland und immerhin noch 3,6 Prozent in Estland wei- sen die baltischen Staaten die stärkste wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Union auf, unterstreicht Grusser. Und auch die Thüringer Handelsbilanz mit den nordeuropäischen Staaten entwickle sich äußerst positiv. So wären die Thüringer Exporte nach Litauen im Jahr 2013 auf 44,5 Millionen Euro angestiegen und hätten sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt – jene nach Estland sogar fast verdreifacht. 264 Betriebe aus dem Freistaat unterhielten mittlerweile stabile geschäftliche Beziehungen zu den drei EU-Mitgliedern.
Das Baltikum rückt auch für uns stärker in den Blickpunkt. Es gilt jetzt, Thüringer Unternehmen auf die Markt-Chancen hinzuweisen und sie aktiv bei deren Erkundung und Erschließung zu unterstützen, so der IHK-Chef. Vor allem dann, wenn aufgrund politischer Entwicklungen andere Auslandsmärkte wegbrechen, seien Alternativen gefragt. Die IHK Erfurt biete interessierten Firmen deshalb auch im neuen Jahr umfangreiche Unterstützung bei der internationalen, grenzüberschreitenden Anbahnung von Geschäften im baltischen Raum an.
