Mehr als eine saubere Tischdecke
Freitag, 14. Mai 2004, 17:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Tourismus besteht nicht nur aus einem sauberen Tischtuch und ein paar schönen Zimmern. Die Förderung des Fremdenverkehrs muß professionell werden, wenn die Region etwas davon haben will. Undine Kurth, für Bündnis 90/ Die Grünen im Bundestag, hatte dazu einiges zu sagen.
Mehr als eine saubere Tischdecke (Foto: nnz)
Der Tourismus ist weltweit ein dynamischer Wachstumsmarkt, deswegen muß man ihn als Wirtschaftsfaktor ernst meinen, sagt Undine Kurth. Sie ist Tourismus- und Naturschutzpolitische Sprecherin der Farktion von Bündnis 90/Die Grünen. Viele Bürger der neuen Bundesländer hätten falsche Vorstellungen von Wirtschaftsförderung. Sie glaubten, daß nur herkömmliche große Industrie Arbeit schafft. Viele Betriebe verlagern ihre Produktionsstätten noch weiter in den Osten, weil sie dort billiger produzieren können, also müssen Alternativen her.
Nach dem Anschlag auf das World Trade Center haben viele Deutsche Angst vor Fernreisen. Sie bleiben lieber in der eigenen Heimat. Außerdem machen die Bundesbürger gern Kurzurlaube. Wenn man die Städtereisen einmal nicht mit betrachtet, dann entscheiden sich rund 70 % aller Urlauber für schöne Natur und gute Luft. Davon bietet die Region eine ganze Menge.
Über das Vorurteil, daß ein Naturschutzgebiet sich gegen die Wirtschaft richte, ist die grüne Politikerin unglücklich. Längst habe die moderne Umweltpolitik verstanden, daß man sich für neue Konzepte und für die Menschen öffnen müsse. Wer die Natur gar nicht kennt, der will sie auch nicht schützen, weil er nicht weiß, was ihm genommen wird.
Viele Bürger in der Region sind aber ganz begeistert für ihre Heimat. Die Region um Auleben und Heringen bringt sich sehr ein, genau wie die Bleicheröder. Das muß man nur besser vermarkten, sind sich die Grünen sicher.
Undine Kurth will anregen, daß sich die Region der "Goldenen Aue" auch im Reichstag vorstellen kann. Im Plenarrestaurant gibt es regelmäßig Ausstellungen und kulinarische Angebote aus allen Teilen Deutschlands, da sollte Nordthüringen nicht fehlen.
Von der Rostbratwurst als typisch regionalem Imbiß hingegen zeigte sich die Politikerin nicht angetan. Das war keine Bratwurst aus Nordhausen, ist sich Gisela Hartmann sicher. Die stammt aus irgendeiner Tiefkühltruhe des Cateringunternehmens, meint sie und findet das bedauerlich.
Was bei der Besucherin aus Berlin auch nicht gut ankam war die Ausstellung in der Petersbergschule. Viele Regionen Thüringens wie zum Beispiel der Hainich werden vorgestellt, aber der Südharz gar nicht. Die Nordhäuser werden handeln und selbst eine Ausstellung und ein Forum zum geplanten Biosphärenreservat Südharz erstellen.
Das Reservat ist als länderübergreifendes Projekt gedacht, analog zu den in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelegenen und am 11. Mai fusionierten Nationalparke Harz und Hochharz. Eine Region müßte begreifen, daß man im Tourismus nur gemeinsam voran kommt und sich zusammenschließen muß, so Undine Kurth.
Ganz begeistert ist sie vom Grünen Klassenzimmer als Projekt im Allgemeinen. Es sei ihr sehr wichtig, daß Kinder und Jugendliche die Zusammenhänge in der Natur verstehen lernen. Auch ohne eine Landesgartenschau sei das eine sehr gute Sache, die sie mit in ihre Heimat Wernigerode nehmen will. Wenn dort 2006 eine Gartenschau stattfindet, dann soll das Nordhäuser Konzept unbedingt einfließen.
Die Grünen im Kreis wollen aber nicht nur über Tourismus reden, sondern auch selber aktiv werden. Sie wollen aus kommunalen Brachflächen grüne Oasen gestalten, außerdem haben sie beschlossen, der Stadt Nordhausen ihre Hilfe beim Einpflanzen der Kübelbäume nach den Ende der LGS anzubieten.
Heute Abend haben sich Bündnis 90/Die Grünen Gesprächspartner aus Tourismus und Wirtschaft geladen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Interessengruppen ist ihnen sehr wichtig, da eines das andere nicht ausschließt.
Autor: wf
Mehr als eine saubere Tischdecke (Foto: nnz)
Der Tourismus ist weltweit ein dynamischer Wachstumsmarkt, deswegen muß man ihn als Wirtschaftsfaktor ernst meinen, sagt Undine Kurth. Sie ist Tourismus- und Naturschutzpolitische Sprecherin der Farktion von Bündnis 90/Die Grünen. Viele Bürger der neuen Bundesländer hätten falsche Vorstellungen von Wirtschaftsförderung. Sie glaubten, daß nur herkömmliche große Industrie Arbeit schafft. Viele Betriebe verlagern ihre Produktionsstätten noch weiter in den Osten, weil sie dort billiger produzieren können, also müssen Alternativen her. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center haben viele Deutsche Angst vor Fernreisen. Sie bleiben lieber in der eigenen Heimat. Außerdem machen die Bundesbürger gern Kurzurlaube. Wenn man die Städtereisen einmal nicht mit betrachtet, dann entscheiden sich rund 70 % aller Urlauber für schöne Natur und gute Luft. Davon bietet die Region eine ganze Menge.
Über das Vorurteil, daß ein Naturschutzgebiet sich gegen die Wirtschaft richte, ist die grüne Politikerin unglücklich. Längst habe die moderne Umweltpolitik verstanden, daß man sich für neue Konzepte und für die Menschen öffnen müsse. Wer die Natur gar nicht kennt, der will sie auch nicht schützen, weil er nicht weiß, was ihm genommen wird.
Viele Bürger in der Region sind aber ganz begeistert für ihre Heimat. Die Region um Auleben und Heringen bringt sich sehr ein, genau wie die Bleicheröder. Das muß man nur besser vermarkten, sind sich die Grünen sicher.
Undine Kurth will anregen, daß sich die Region der "Goldenen Aue" auch im Reichstag vorstellen kann. Im Plenarrestaurant gibt es regelmäßig Ausstellungen und kulinarische Angebote aus allen Teilen Deutschlands, da sollte Nordthüringen nicht fehlen.
Von der Rostbratwurst als typisch regionalem Imbiß hingegen zeigte sich die Politikerin nicht angetan. Das war keine Bratwurst aus Nordhausen, ist sich Gisela Hartmann sicher. Die stammt aus irgendeiner Tiefkühltruhe des Cateringunternehmens, meint sie und findet das bedauerlich.
Was bei der Besucherin aus Berlin auch nicht gut ankam war die Ausstellung in der Petersbergschule. Viele Regionen Thüringens wie zum Beispiel der Hainich werden vorgestellt, aber der Südharz gar nicht. Die Nordhäuser werden handeln und selbst eine Ausstellung und ein Forum zum geplanten Biosphärenreservat Südharz erstellen.
Das Reservat ist als länderübergreifendes Projekt gedacht, analog zu den in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelegenen und am 11. Mai fusionierten Nationalparke Harz und Hochharz. Eine Region müßte begreifen, daß man im Tourismus nur gemeinsam voran kommt und sich zusammenschließen muß, so Undine Kurth.
Ganz begeistert ist sie vom Grünen Klassenzimmer als Projekt im Allgemeinen. Es sei ihr sehr wichtig, daß Kinder und Jugendliche die Zusammenhänge in der Natur verstehen lernen. Auch ohne eine Landesgartenschau sei das eine sehr gute Sache, die sie mit in ihre Heimat Wernigerode nehmen will. Wenn dort 2006 eine Gartenschau stattfindet, dann soll das Nordhäuser Konzept unbedingt einfließen.
Die Grünen im Kreis wollen aber nicht nur über Tourismus reden, sondern auch selber aktiv werden. Sie wollen aus kommunalen Brachflächen grüne Oasen gestalten, außerdem haben sie beschlossen, der Stadt Nordhausen ihre Hilfe beim Einpflanzen der Kübelbäume nach den Ende der LGS anzubieten.
Heute Abend haben sich Bündnis 90/Die Grünen Gesprächspartner aus Tourismus und Wirtschaft geladen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Interessengruppen ist ihnen sehr wichtig, da eines das andere nicht ausschließt.
