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Friedliche Weihnacht? Von wegen!

Freitag, 26. Dezember 2014, 17:47 Uhr
Der Begriff von Weihnachten ist oft mit einem friedlichen Fest verbunden. Der Alltag der Thüringer Polizei ist jedoch etwas anders geprägt und da macht das Weihnachtsfest 2014 keine Ausnahme...


Bis zum Abend des heutigen zweiten Weihnachtsfeiertages wurde die Thüringer Polizei zu insgesamt 27 Fällen häuslicher Gewalt gerufen.

Dabei waren es insgesamt weit mehr Anrufe, da meist beide Parteien, mitunter auch mehrfach, die 110 anriefen und gegenseitig vorwerfende Schilderungen ihrer nicht mehr friedlichen Weihnacht gaben.

Einige wenige Sachverhalte konnten auch am Telefon geschlichtet werden. Insgesamt wurden bei diesen Sachverhalten sieben Personen so verletzt, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben mussten, keine glücklicherweise jedoch schwer. In einem zweiten Fall verbrachte der Beschuldigte wegen seiner Verletzungen eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus.

Die fast immer vorhandene Alkoholisierung reichte von 0,7 Promille bis 3,13 Promille. In nicht wenigen Fällen mussten die Kinder die Auseinandersetzung mit ansehen oder ertragen. Wo nicht ohnedies schon geschehen, werden hier die notwendigen Informationen an die Jugendämter gefertigt.

Fünfmal musste ein Platzverweis gegen eine der beteiligten Personen ausgesprochen werden, in zwei Fällen suchten Frauen zudem das jeweilige Frauenhaus auf.

Oft endeten die Schilderungen der vor Ort eingesetzten Beamten mit den Worten „heute mal kein tätlicher Übergriff“. In einem Bericht stand „Es handelte sich um den gewohnheitsmäßigen Streit zwischen den alkoholisierten Lebensgefährten.“ Für sie ist Weihnachten offensichtlich auch nur Gewohnheit.

Zwei Sachverhalte endeten auch mit Anzeigen wegen Widerstandes gegen Vollzugsbeamte, weil polizeiliche Verfügungen nicht befolgt wurden. In einem Fall wurde ein Tatverdächtiger für eine Nacht in Gewahrsam genommen. Insgesamt wurden 24 Anzeigen aufgenommen – hier ist die Bilanz aber noch nicht vollständig, weil einige Sachverhalte weitere Vernehmungen erfordern.
Autor: red

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