2015: Laues Lüftchen statt frischer Brise
Freitag, 26. Dezember 2014, 10:16 Uhr
Die Thüringer Unternehmer blicken mit einer gewissen Skepsis auf das neue Jahr, denn natürlich gehen die Auswirkungen der internationalen Krisen und die nur zögerliche konjunkturelle Erholung der Euro-Zone auch an den Firmen im Freistaat nicht spurlos vorüber...
Außerdem rufen die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung eine deutliche Verunsicherung in den Chefetagen hervor. Für 2015 rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von rund 1,0 Prozent in Thüringen.
2014 war ein eher durchwachsenes Jahr. Einem respektablen ersten Halbjahr mit positiven Wachstumsraten folgte dann in der zweiten Hälfte die konjunkturelle Schwächephase, resümiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Angesichts der guten Verfassung der regionalen Wirtschaft wäre eine Rezession aber kein Thema. Schließlich hätten nach vorläufigen Berechnungen der IHK die Thüringer Industriebetriebe trotz der nachlassenden Dynamik mit rund 28,5 Milliarden Euro immer noch beachtliche zwei Prozent mehr Umsatz erwirtschaften können als 2013. Mit einem leichten Plus in der Bilanz für 2014 dürften auch der Einzelhandel und das Baugewerbe das Jahr abschließen.
Erfreulicherweise wurde der Arbeitsmarkt von den konjunkturellen Problemen kaum tangiert. So bewegte sich die Arbeitslosenquote 2014 im Freistaat durchweg unter dem ostdeutschen Durchschnitt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um rund 5.000 Personen, fasst der IHK-Hauptgeschäftsführer die positiven Nachrichten zusammen.
Inzwischen läuft die Konjunktur aber nur noch mit halber Kraft, erklärt der IHK-Chef. 2015 werde sich die Situation zwar allmählich entspannen, der ganz große Wachstumsschub dürfte aber ausbleiben. So rechne die IHK Erfurt für Thüringen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von rund 1,0 Prozent.
Die Gründe für die Wachstumsschwäche seien schließlich noch nicht beseitigt: Nach wie vor existierten zahlreiche geopolitische Risiken, hätten sich die Hoffnungen auf einen nachhaltigen Aufschwung in Europa nicht erfüllt. Daneben würden die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland reichlich Skepsis hervorrufen. Verschärfte Regulierungen am Arbeitsmarkt, der Verlust von Fachkräften durch die Rente mit 63, Mindestlohn, Frauenquote, Unklarheiten bei der Energiepolitik oder fehlende Konzepte zur Verbesserung des Steuersystems bekäme die Wirtschaft jetzt schmerzlich zu spüren.
Verständlich, dass die Investitionsbereitschaft weiter auf einem niedrigen Niveau verharrt. Obwohl privates Investitionskapital durchaus vorhanden ist, liegen viele Vorhaben noch immer auf Eis, erklärt Grusser. Die Unternehmer würden für Ausgaben in neue Maschinen und Anlagen bereit stehen. Dazu bräuchten sie jedoch die entsprechende politische Verlässlichkeit.
Umso wichtiger ist es, dass die Politik endlich entschieden handelt und mit den richtigen Signalen das Vertrauen der Unternehmer wiederherstellt, mahnt der IHK-Chef.
Ganz oben auf der politischen Agenda müssten deshalb der Stopp weiterer finanzieller Belastungen für die Betriebe, Bürokratieabbau und investitionsfördernde Maßnahmen stehen.
Autor: redAußerdem rufen die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung eine deutliche Verunsicherung in den Chefetagen hervor. Für 2015 rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von rund 1,0 Prozent in Thüringen.
2014 war ein eher durchwachsenes Jahr. Einem respektablen ersten Halbjahr mit positiven Wachstumsraten folgte dann in der zweiten Hälfte die konjunkturelle Schwächephase, resümiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Angesichts der guten Verfassung der regionalen Wirtschaft wäre eine Rezession aber kein Thema. Schließlich hätten nach vorläufigen Berechnungen der IHK die Thüringer Industriebetriebe trotz der nachlassenden Dynamik mit rund 28,5 Milliarden Euro immer noch beachtliche zwei Prozent mehr Umsatz erwirtschaften können als 2013. Mit einem leichten Plus in der Bilanz für 2014 dürften auch der Einzelhandel und das Baugewerbe das Jahr abschließen.
Erfreulicherweise wurde der Arbeitsmarkt von den konjunkturellen Problemen kaum tangiert. So bewegte sich die Arbeitslosenquote 2014 im Freistaat durchweg unter dem ostdeutschen Durchschnitt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um rund 5.000 Personen, fasst der IHK-Hauptgeschäftsführer die positiven Nachrichten zusammen.
Inzwischen läuft die Konjunktur aber nur noch mit halber Kraft, erklärt der IHK-Chef. 2015 werde sich die Situation zwar allmählich entspannen, der ganz große Wachstumsschub dürfte aber ausbleiben. So rechne die IHK Erfurt für Thüringen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von rund 1,0 Prozent.
Die Gründe für die Wachstumsschwäche seien schließlich noch nicht beseitigt: Nach wie vor existierten zahlreiche geopolitische Risiken, hätten sich die Hoffnungen auf einen nachhaltigen Aufschwung in Europa nicht erfüllt. Daneben würden die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland reichlich Skepsis hervorrufen. Verschärfte Regulierungen am Arbeitsmarkt, der Verlust von Fachkräften durch die Rente mit 63, Mindestlohn, Frauenquote, Unklarheiten bei der Energiepolitik oder fehlende Konzepte zur Verbesserung des Steuersystems bekäme die Wirtschaft jetzt schmerzlich zu spüren.
Verständlich, dass die Investitionsbereitschaft weiter auf einem niedrigen Niveau verharrt. Obwohl privates Investitionskapital durchaus vorhanden ist, liegen viele Vorhaben noch immer auf Eis, erklärt Grusser. Die Unternehmer würden für Ausgaben in neue Maschinen und Anlagen bereit stehen. Dazu bräuchten sie jedoch die entsprechende politische Verlässlichkeit.
Umso wichtiger ist es, dass die Politik endlich entschieden handelt und mit den richtigen Signalen das Vertrauen der Unternehmer wiederherstellt, mahnt der IHK-Chef.
Ganz oben auf der politischen Agenda müssten deshalb der Stopp weiterer finanzieller Belastungen für die Betriebe, Bürokratieabbau und investitionsfördernde Maßnahmen stehen.
