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Wetter-Rückblick 2014 (August)

Mittwoch, 24. Dezember 2014, 09:45 Uhr
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Wetterverlauf des Jahres 2014 Tag für Tag und rund um die Uhr überwacht, etwa 30 000 Mal frühzeitig vor gefährlichen Wetterlagen gewarnt und diese dokumentiert. Wie auch im Vorjahr hat der DWD Medienberichte über größere Schäden durch Unwetter in Deutschland gesammelt und ausgewertet...


Durch Tief „Susanne“ kam es bereits am Vormittag des 3. zu Überflutungen im Raum Jena/Rudolstadt, die B88 war nach einem Erdrutsch blockiert und im Harz trat die Hassel über die Ufer, so dass zwei Straßen gesperrt wurden. In Leipzig standen Unterführungen bis zu einem Meter tief unter Wasser. Durch Blitzschlag brannte ein Dachstuhl in Zwickau.

In Schwerin rettete die Feuerwehr eine Familie auf einer überfluteten Straße aus ihrem PKW. Auch in Greifswald standen viele Straßen unter Wasser. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen bei Kölpinsee, Krummin, Bansin, Heringsdorf und Zempin. Bei Biberach in Baden-Württemberg waren ebenfalls Straßen überflutet und wegen Hochwassers musste dort ein Zeltlager abgebrochen werden.

In Unterfranken in der Nähe von Aschaffenburg standen Keller unter Wasser. In Hessen traten mehrere Schlammlawinen auf, u. a. bei Hilders/Rhön und im Kreis Marburg-Biedenkopf. Am Flughafen in Stuttgart wurde ein Arbeiter verletzt, der in der Nähe eines Flugzeuges arbeitete, in das ein Blitz einschlug. Am 4. kam es im Bereich der Bahnstrecke zwischen Jena und Nürnberg zu einem Erdrutsch.

Bei Gotha bedeckte eine 15 cm hohe Hageldecke den Erdboden. Um Meiningen waren die B19 vorübergehend nicht befahrbar. Die Cottbuser Innenstadt stand nahezu vollständig unter Wasser. Bei Schweinfurt liefen über 90 Keller voll. Erhebliche Wassermassen ließen in Essen das Vordach eines Baumarktes einstürzen.

Am 10. sorgten schwere Gewitter in der Pfalz wie auch im Raum Mannheim für Behinderungen im Bahnverkehr, betroffen war auch die Strecke Frankfurt –Mannheim, auf der umgestürzte Bäume lagen, aber auch die Odenwaldbahn bei Weinheim, wo ebenfalls umgestürzte Bäume zu einer Unterbrechung des Bahnverkehrs führten. In Viernheim, wie auch in Lampertheim, wurden mehrere Häuser abgedeckt. Auch viele pfälzische Gemeinden meldeten durch Gewitterböen bedingte Schäden. Abends kenterten im Raum Berlin bei Sturm ca. 70 Boote, mehr als 100 Menschen mussten geborgen werden.

Am 15. war das Rhein-Main-Gebiet, hier vor allem Frankfurt, von Starkniederschlägen betroffen. Alle Feuerwehren waren im Einsatz, um über 300 vollgelaufenen Keller leer zu pumpen. Am 18. verwüstete eine Böenfront den Friedhof der Gemeinde Boekzetelerfehn/Ostfriesland. Negative Auswirkungen hatte die feuchte Witterung auch auf die Landwirtschaft. Im bayerischen Plattenberg wuchsen z.B. Gurken so rasch, dass die Fabriken nicht mit der Verarbeitung nachkamen. Teile der Ernte mussten vernichtet werden.

Wiederholt kam es bei den Gewittern auch zu Hagel, so am 2. in Konstanz, Helgoland und Zinnwald-Georgenfeld, am 3. in Arkona/Rügen, in Aachen, Artern, Chemnitz sowie auf dem Fichtelberg, am 4. in Cottbus, Meiningen, Chemnitz und Neuhaus a. R., am 7. auf dem Hohenpeißenberg, am 10. in Konstanz, auf Helgoland und in Wiesenburg, am 11. in Konstanz, am 16. in Fürstenzell, am 18., 20. und 31. in Arkona/Rügen, am 19. auf Helgoland, am 23. in Aachen und in Nürburg-Barweiler sowie am 29. auf dem Kahlen Asten und in Lahr.

Neunmal traten Tornados auf, davon sechs über See: am 6. bei Stralsund und bei Binz, am 8. bei Heringsdorf in Mecklenburg-Vorpommern. Am 10. traten in Hessen 2 Tornados auf: der eine zwischen Echzell und Pfaffensee/Wetterau, der andere in Bad Schwalbach am Taunus. Dort wurden ca. 50 Häuser abgedeckt, Bäume im Kurpark knickten um oder brachen ab, Autos wurden beschädigt. Weitere Beobachtungen gab es am 12. bei Ahrenshoop (ebenfalls Mecklenburg-Vorpommern), am 15. bei Amrum sowie bei Sandhausen (Baden-Württemberg). Am 17. konnte ein weiterer Tornado vor
List/Sylt beobachtet werden.
Autor: red

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