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Rekord beim Export

Montag, 22. Dezember 2014, 12:23 Uhr
Die exportorientierten Thüringer Unternehmen blicken auf ein wechselvolles Jahr zurück. Zahlreiche geopolitische Krisenherde, eine schwächelnde Weltwirtschaft sowie konjunkturelle Schwierigkeiten in der Eurozone hielten die Firmenchefs in den vergangenen zwölf Monaten in Atem...


Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich der Außenhandel im Freistaat als überaus robust erwiesen und kann eine positive Jahresbilanz präsentieren. Vorläufigen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zufolge, dürften die Exporte 2014 mit rund 13 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert erreichen.

„Angesichts der zahlreichen außenwirtschaftlichen Probleme war zu befürchten, dass die Thüringer Ausfuhren eine deutlich langsamere Gangart einschlagen. Umso erfreulicher ist die bisherige Entwicklung zu bewerten“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Immerhin wäre der Export in den ersten neun Monaten 2014 um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. So sei denkbar, dass in der Jahresendabrechnung dann zum ersten Mal die 13-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden könne. Grusser warnt jedoch vor übertriebenem Optimismus. Insgesamt fehle dem Außenhandel noch der nötige Schwung.

„Die positiven Daten sind zum einen auf das geringe Ausgangsniveau aus dem vergangenen Jahr zurückzuführen. Zum anderen beflügelt der aktuell niedrige Eurokurs die Warenlieferungen ins Ausland“, informiert der IHK-Chef. Zwar gebe es konjunkturelle Lichtblicke in einigen Euro-Krisenländern wie Spanien oder Griechenland. Aber das Bild werde durch die nach wie vor schwierige wirtschaftliche Situation in Frankreich und Italien getrübt. Darüber hinaus bereite die Entwicklung in Russland immer mehr Sorgen.

„Neben den Sanktionen des Westens gegen Moskau beeinflusst auch der Währungsverfall des Rubels und die sinkende Kaufkraft der russischen Bevölkerung den Thüringer Außenhandel. Für 2014 müssen wir unter dem Strich mit einem Rückgang der Exporte nach Russland von rund 15 Prozent rechnen“, prognostiziert Grusser.

Erfreulich hätten sich dagegen die Warenlieferungen in die europäischen Länder außerhalb der Euro-Zone entwickelt. „Allen voran kann Großbritannien mit zweistelligen Zuwachsraten glänzen. Um rund 25 Prozent haben sich die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr erhöht. Inzwischen gehen rund sieben Prozent aller Thüringer Exporte in das Vereinigte Königreich“, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Daneben würden aber auch die USA und China einen Beitrag zur positiven Jahresbilanz leisten.

„Vorausgesetzt die derzeitige Situation in den Krisengebieten spitzt sich nicht weiter zu und die strauchelnden Euro-Staaten fassen wieder Tritt, dürfen wir für 2015 durchaus mit einem weiteren Anstieg der Exporte rechnen“, zeigt sich der IHK-Chef zuversichtlich.
Autor: red

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