Einreißen um aufzubauen
Mittwoch, 12. Mai 2004, 16:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit einem Vorschlaghammer ausgerüstet und in Schutzkleidung, so durfte Ministerpräsident Dieter Althaus eine Mauer einreißen, im neuen Kompetenzzentrum der Fachhochschule. Warum machen die das, brauchen wir kein Kompetenzzentrum mehr?
Einreißen um aufzubauen (Foto: nnz)
Ganz im Gegenteil, die Nordhäuser Fachhochschule braucht dieses Kompetenzzentrum für die Ingenieurwissenschaften unbedingt. Heute war Baubeginn für eine echte Zukunftsinvestition. Neben Ministerpräsident Dieter Althaus durften auch Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski, Sozialminister Klaus Zeh und Fachhochschulrektor Christian Juckenack mit Hand anlegen, um ihren freundlichen Worten Taten folgen zu lassen. Es staubte gewaltig, und wenn der Aufbau genauso schnell vorangeht wie der Abriß, dann steht der Inbetriebnahme des Zentrums zum Ende des nächsten Jahres nichts im Wege.
80.000 Ingenieure werden in den nächsten Jahren fehlen, berichtet Christian Juckenack. Trotzdem sitzen solche Leute vergeblich in den Arbeitsämtern. Man müsse deshalb auch in die Weiterbildung investieren, meint der Rektor. Generell sei die Stärkung der Bildung ein ganz wichtiges Ziel.
Das hat die Fachhochschule gemeinsam mit der Stadt Nordhausen bereits vor über einem Jahr im Rahmen einer großen Umfrage herausgefunden. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke berichtete, daß die meisten Menschen gern hier leben, aber sie brauchen Arbeit. Und die kommt nur durch Bildung. "Die Bürger schätzen die Situation sehr realistisch ein." meint sie.
Wenn es um Bildung geht, dann ist auch Dagmar Schipanski als Wissenschaftsministerin dabei. Erst am 21. April weihte sie das neue Gebäude Nummer 18 ein, wo die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ein modernes Domizil bekommen haben. Besonders wichtig findet die Ministerin, daß im neuen Kompetenzzentrum Zukunftsforschung betrieben werden soll. Umweltschutzgüter und entsprechende Dienstleistungen seien ein sehr zukunftsträchtiger Markt mit großen Wachstumschancen. 4,6 Millionen Euro wird die Sanierung des Gebäudes kosten, dazu kommen noch mal 1,4 Millionen für Geräte und Haustechnik. Dagmar Schipanski lobte die große Geschwindigkeit beim Aufbau der Fachhochschule und die schnelle Einführung der Bachelor und Master Abschlüsse. Damit könne die Bildungseinrichtung ein eigenes Profil gewinnen.
Ministerpräsident Dieter Althaus nannte den Neubau einen Meilenstein auf dem Gebiet der Drittmittelforschung mit kleinen und mittelständischen Unternehmen. Er hob außerdem den Wert der überregionalen Netzwerkbildung mit Lern- und Forschungseinrichtungen im Ausland, vor allem den neuen EU-Ländern im Osten, hervor. Besonders wichtig sei ihm mit dieser Investition in die Zukunft einen deutlichen Kontrapunkt zur morgigen Veröffentlichung der Steuerschätzung zu setzen, sagte der Ministerpräsident. Jetzt müsse man verantwortlich handeln und in sinnvolles investieren.
Firmen, die von der Forschung im Kompetenzzentrum profitieren können, gibt es genug in der Region Nordthüringen, zum Beispiel Schachtbau, die Hydrogeologie, IGENO, das Südharzkrankenhaus und die Mülldeponie, wie Rektor Christian Juckenack berichtete. Die inzwischen erwachsene Fachhochschule will ein Partner werden für die regionalen Unternehmen ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.
Der Grundstein wurde heute nicht gelegt, sondern aus den alten Mauern herausgeschlagen. Denn Nordhausen ist bekannt dafür, aus Altem etwas schönes Neues zu machen, wie Barbara Rinke treffend formulierte.
Autor: wf
Einreißen um aufzubauen (Foto: nnz)
Ganz im Gegenteil, die Nordhäuser Fachhochschule braucht dieses Kompetenzzentrum für die Ingenieurwissenschaften unbedingt. Heute war Baubeginn für eine echte Zukunftsinvestition. Neben Ministerpräsident Dieter Althaus durften auch Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski, Sozialminister Klaus Zeh und Fachhochschulrektor Christian Juckenack mit Hand anlegen, um ihren freundlichen Worten Taten folgen zu lassen. Es staubte gewaltig, und wenn der Aufbau genauso schnell vorangeht wie der Abriß, dann steht der Inbetriebnahme des Zentrums zum Ende des nächsten Jahres nichts im Wege.80.000 Ingenieure werden in den nächsten Jahren fehlen, berichtet Christian Juckenack. Trotzdem sitzen solche Leute vergeblich in den Arbeitsämtern. Man müsse deshalb auch in die Weiterbildung investieren, meint der Rektor. Generell sei die Stärkung der Bildung ein ganz wichtiges Ziel.
Das hat die Fachhochschule gemeinsam mit der Stadt Nordhausen bereits vor über einem Jahr im Rahmen einer großen Umfrage herausgefunden. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke berichtete, daß die meisten Menschen gern hier leben, aber sie brauchen Arbeit. Und die kommt nur durch Bildung. "Die Bürger schätzen die Situation sehr realistisch ein." meint sie.
Wenn es um Bildung geht, dann ist auch Dagmar Schipanski als Wissenschaftsministerin dabei. Erst am 21. April weihte sie das neue Gebäude Nummer 18 ein, wo die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ein modernes Domizil bekommen haben. Besonders wichtig findet die Ministerin, daß im neuen Kompetenzzentrum Zukunftsforschung betrieben werden soll. Umweltschutzgüter und entsprechende Dienstleistungen seien ein sehr zukunftsträchtiger Markt mit großen Wachstumschancen. 4,6 Millionen Euro wird die Sanierung des Gebäudes kosten, dazu kommen noch mal 1,4 Millionen für Geräte und Haustechnik. Dagmar Schipanski lobte die große Geschwindigkeit beim Aufbau der Fachhochschule und die schnelle Einführung der Bachelor und Master Abschlüsse. Damit könne die Bildungseinrichtung ein eigenes Profil gewinnen.
Ministerpräsident Dieter Althaus nannte den Neubau einen Meilenstein auf dem Gebiet der Drittmittelforschung mit kleinen und mittelständischen Unternehmen. Er hob außerdem den Wert der überregionalen Netzwerkbildung mit Lern- und Forschungseinrichtungen im Ausland, vor allem den neuen EU-Ländern im Osten, hervor. Besonders wichtig sei ihm mit dieser Investition in die Zukunft einen deutlichen Kontrapunkt zur morgigen Veröffentlichung der Steuerschätzung zu setzen, sagte der Ministerpräsident. Jetzt müsse man verantwortlich handeln und in sinnvolles investieren.
Firmen, die von der Forschung im Kompetenzzentrum profitieren können, gibt es genug in der Region Nordthüringen, zum Beispiel Schachtbau, die Hydrogeologie, IGENO, das Südharzkrankenhaus und die Mülldeponie, wie Rektor Christian Juckenack berichtete. Die inzwischen erwachsene Fachhochschule will ein Partner werden für die regionalen Unternehmen ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.
Der Grundstein wurde heute nicht gelegt, sondern aus den alten Mauern herausgeschlagen. Denn Nordhausen ist bekannt dafür, aus Altem etwas schönes Neues zu machen, wie Barbara Rinke treffend formulierte.
