Schokolade für die Festtage
Freitag, 05. Dezember 2014, 17:30 Uhr
Die Nordhäuser Tafel ist bestens auf die Weihnachtstage vorbereitet. Einziger Wermuthstropfen: noch fehlt es an Schokolade im sonst gut gefülltem Sortiment der Wohltäter. Im Gespräch mit der nnz berichtet Helga Rathnau, die Leiterin der Nordhäuser Tafel über die nahe und die ferne Vergangenheit und über die Zukunft...
In Vorbereitung auf die Weihnachtsfeiertage fehlt es bei der Nordhäuser Tafel noch an Spenden in Form von Schokolade (Foto: Angelo Glashagel)
Wie andernorts auch, herrscht dieser Tage bei der Nordhäuser Tafel in der Grimmelallee rege Betriebsamkeit. Man bereitet sich auf die Weihnachtstage vor und kümmert sich nebenher um die alltäglichen Belange der Einrichtung und derer, die sie besuchen.
"Wir haben schon eine Kaffeespende von 100 Pfund erhalten", sagte Helga Rathnau im Gespräch mit der nnz, "und auch sonst sind wir von den Waren her gut aufgestellt". Das einzige, was noch für das traditionelle kostenlose Weihnachtsessen am 23.12 fehlt, sei Schokolade, so die Leiterin. "Wir rechnen mit 100 Familien und Alleinstehenden an diesem Tag und zu Weihnachten würden wir ihnen gerne auch etwas süßes bieten".
Es ist, wie die meisten Dinge im Haus, einem Sponsor zu verdanken, dass man auch in diesem Jahr wieder ein kostenloses Essen vor Weihnachten anbieten kann. Viele, die regelmäßig für die Tafel spenden, tun das nun schon seit Jahren und man freue sich jedes mal wieder und sei dankbar dafür, wie sehr einem die langjährigen Partner die Treue halten. "Teilweise zehn Jahre und länger", sagte Frau Rathnau, "und durch das neue Einkaufszentrum sind in diesem Jahr auch noch einmal ein paar hinzugekommen."
Es war kein schlechtes Jahr für die Tafel, heißt es im Haus. "Wir haben viel zu tun. Unser Warenangebot ist sehr gut und das kann nicht jede Tafel von sich behaupten", erzählte die Tafel-Chefin. Was in letzer Zeit aufgefallen sei, so Rathnau, sei die zunehmende Zahl an Migranten, welche die Tafel aufsuchen.
Über den Bundesverband haben sich die Nordhäuser deswegen Infoblätter in sechs verschiedenen Sprachen besorgt, die klären, was die Tafel eigentlich genau ist, was sie anbieten kann und was nicht. Denn das ist nicht jedem klar, der herkommt und oft ist die Kommunikation schwierig. Die Informationen liegen nicht nur vor Ort aus, sondern auch im Jobcenter und beim Verein Schrankenlos, der sich im Landkreis mit Flüchtlingen und Asylbewerbern arbeitet.
Nicht nur Migranten, auch viele Einheimische stehen bei der Tafel Schlange, wenn der Geldbeutel den Einkauf im Supermarkt nicht mehr zulässt (Foto: Angelo Glashagel)
Auch heute sammelte sich wieder eine ansehnliche Schlange vor der Lebensmittelausgabe des Hauses. Es kommen nicht nur Migranten, auch viele Einheimische finden den Weg zur Tafel, wenn der schmale Geldbeutel den Einkauf im Supermarkt unmöglich macht. Früher, um 1998 herum, da konnte Rathnau ein Team von 12 Festangestellten um sich scharen. Heute muss die Tafel ihre Aufgaben mit der Hilfe von drei 400 Euro Jobs, zwei Ein-Euro-Jobbern, einem Kraftfahrer mit sechs Wochenstunden und einem dutzend Ehrenamtlichen erfüllen. Es mangelt nicht an Partnern und nicht an Ware. Es mangelt, wie allerorten, an Geld.
"Wir wünschen uns für das kommende Jahr vor allem, das wir finanziell überleben und das uns unsere motivierten Mitarbeiter erhalten bleiben", erklärte Helga Rathnau, "allein mit Ehrenamtlichen funktioniert es nicht und von den kleinen Geldspenden, die unsere Besucher hier lassen, können wir unsere Arbeit nicht finanzieren".
Der Bedarf für das Angebot der Tafel ist in jedem Falle vorhanden. Ob auch der Wille da ist, diese Arbeit weiter zu unterstützen, das wird die Zukunft zeigen müssen.
Angelo Glashagel
Autor: red
In Vorbereitung auf die Weihnachtsfeiertage fehlt es bei der Nordhäuser Tafel noch an Spenden in Form von Schokolade (Foto: Angelo Glashagel)
Wie andernorts auch, herrscht dieser Tage bei der Nordhäuser Tafel in der Grimmelallee rege Betriebsamkeit. Man bereitet sich auf die Weihnachtstage vor und kümmert sich nebenher um die alltäglichen Belange der Einrichtung und derer, die sie besuchen.
"Wir haben schon eine Kaffeespende von 100 Pfund erhalten", sagte Helga Rathnau im Gespräch mit der nnz, "und auch sonst sind wir von den Waren her gut aufgestellt". Das einzige, was noch für das traditionelle kostenlose Weihnachtsessen am 23.12 fehlt, sei Schokolade, so die Leiterin. "Wir rechnen mit 100 Familien und Alleinstehenden an diesem Tag und zu Weihnachten würden wir ihnen gerne auch etwas süßes bieten".
Es ist, wie die meisten Dinge im Haus, einem Sponsor zu verdanken, dass man auch in diesem Jahr wieder ein kostenloses Essen vor Weihnachten anbieten kann. Viele, die regelmäßig für die Tafel spenden, tun das nun schon seit Jahren und man freue sich jedes mal wieder und sei dankbar dafür, wie sehr einem die langjährigen Partner die Treue halten. "Teilweise zehn Jahre und länger", sagte Frau Rathnau, "und durch das neue Einkaufszentrum sind in diesem Jahr auch noch einmal ein paar hinzugekommen."
Es war kein schlechtes Jahr für die Tafel, heißt es im Haus. "Wir haben viel zu tun. Unser Warenangebot ist sehr gut und das kann nicht jede Tafel von sich behaupten", erzählte die Tafel-Chefin. Was in letzer Zeit aufgefallen sei, so Rathnau, sei die zunehmende Zahl an Migranten, welche die Tafel aufsuchen.
Über den Bundesverband haben sich die Nordhäuser deswegen Infoblätter in sechs verschiedenen Sprachen besorgt, die klären, was die Tafel eigentlich genau ist, was sie anbieten kann und was nicht. Denn das ist nicht jedem klar, der herkommt und oft ist die Kommunikation schwierig. Die Informationen liegen nicht nur vor Ort aus, sondern auch im Jobcenter und beim Verein Schrankenlos, der sich im Landkreis mit Flüchtlingen und Asylbewerbern arbeitet.
Nicht nur Migranten, auch viele Einheimische stehen bei der Tafel Schlange, wenn der Geldbeutel den Einkauf im Supermarkt nicht mehr zulässt (Foto: Angelo Glashagel)
Auch heute sammelte sich wieder eine ansehnliche Schlange vor der Lebensmittelausgabe des Hauses. Es kommen nicht nur Migranten, auch viele Einheimische finden den Weg zur Tafel, wenn der schmale Geldbeutel den Einkauf im Supermarkt unmöglich macht. Früher, um 1998 herum, da konnte Rathnau ein Team von 12 Festangestellten um sich scharen. Heute muss die Tafel ihre Aufgaben mit der Hilfe von drei 400 Euro Jobs, zwei Ein-Euro-Jobbern, einem Kraftfahrer mit sechs Wochenstunden und einem dutzend Ehrenamtlichen erfüllen. Es mangelt nicht an Partnern und nicht an Ware. Es mangelt, wie allerorten, an Geld.
"Wir wünschen uns für das kommende Jahr vor allem, das wir finanziell überleben und das uns unsere motivierten Mitarbeiter erhalten bleiben", erklärte Helga Rathnau, "allein mit Ehrenamtlichen funktioniert es nicht und von den kleinen Geldspenden, die unsere Besucher hier lassen, können wir unsere Arbeit nicht finanzieren".
Der Bedarf für das Angebot der Tafel ist in jedem Falle vorhanden. Ob auch der Wille da ist, diese Arbeit weiter zu unterstützen, das wird die Zukunft zeigen müssen.
Angelo Glashagel
