nnz-online

Pape: "Manches ist nicht mein Stil!"

Montag, 28. Mai 2001, 20:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Er ist seit voriger Woche wieder im Nordthüringer Lande: Thomas Pape. In seiner dienstlich begründeten Abstinenz von der kommunalen Politik machte denn auch die SPD-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat die Ursache für die derzeitig „vergiftete“ Atmosphäre im Stadtrat aus. nnz unterhielt sich mit dem Vorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion.

„Die Mitglieder meiner Fraktion müssen selbst wissen, was sie machen. Manche Äußerung der zurückliegenden Tage und Wochen sind nicht mein Stil, doch ich werde und kann nicht den gewählten Stadträten das Wort verbieten“. Damit war für Pape das Thema abgehakt. Nicht ganz, denn am Mittwoch wird sich der Ältestenrat des Stadtrates mit der jetzigen Situation beschäftigten, die durch die beiden Worte „stürmen“ und Telefonterror“ ausgelöst wurde.

Pape, der für sein Niveau, sein Fingerspitzengefühl und seine moderierende Art in der kommunalpolitischen Szene von vielen Seite geschätzt und fast herbeigesehnt wurde, hält die Verschärfung des Umgangstones von allen Seiten nicht für angemessen, entsprechende Reaktionen für überzogen. Für ihn sei vor allem bedauerlich, daß diese Formdiskussion die eigentlich wichtige Sachdiskussion völlig überlagert habe. „Die bisherige sachliche und diskussionsoffene Atmosphäre ist momentan ein wenig gefährdet“, schätzt Thomas Pape gegenüber nnz vorsichtig ein. Für ihn komme es nun darauf an, gerade diese in kommunalen „Verhältnissen“ so wichtige Atmosphäre wieder herzustellen. Ein erster Anlauf sei dabei der Ältestenrat.

Von immenser Wichtigkeit ist für den Fraktionschef der CDU jedoch das Verhältnis zwischen Stadtrat und Stadtverwaltung. Hier sieht er in letzter Zeit viel Verstimmung. Diese müsse beseitigt werden, denn in der kommenden Zeit gelte es Entscheidungen zu treffen, die für die Stadt Nordhausen und ihre Menschen von wesentlicher Bedeutung wären. Der Informationsfluß zwischen Verwaltung und Stadtrat muß wieder hergestellt werden und zwar in beide Richtungen. Letztlich erwarten die Menschen in der Stadt und in der Region klar definierte Entscheidungen und keine politische Eierei um Themen, die eigentlich von untergeordneter Bedeutung seien.

Thomas Pape ist zurück. An seinem Verhandlungsgeschick hängen jetzt die Erwartungen nicht nur seiner Partei und seiner Fraktion. Auch die anderen Fraktionen des Stadtrates und vielleicht auch die Verwaltungsspitze im Nordhäuser Rathaus warten auf den „Moderator“. Schließlich ist der jetzige Zustand mal ausnahmsweise hausgemacht und wurde nicht von außen (Land oder Bund) injiziert. Und da sind alle aufgefordert, um zur normalen sachlichen Arbeit zurückzukehren. In die Arme fallen müssen sich die Fraktionäre von CDU und SPD ja nicht unbedingt, auch wenn der Bundestagswahlkampf vielleicht da und dort schon an die Tür klopfen sollte.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de