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Erfolgsgeschichte: Motorroller made in GDR (1)

Sonntag, 30. November 2014, 16:30 Uhr
Die Geschichte der Produktion von Motorrollern, in der ehemaligen DDR, begann vor 60 Jahren im damaligen VEB Industriewerke Ludwigsfelde. Eine Beitragsreihe von Hubert Rein in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...


Nach einer ca. 2 jährigen Entwicklungszeit, begann am 01.02.1955 die Serienproduktion des ersten Motorrollers IWL "Pitty". Sein optisches und technisches Erscheinungsbild entsprach den bis heute gültigen Kriterien eines Motorrollers.

Er war ein leicht motorisiertes Zweirad mit einer Karosserie als Wetterschutz, die einen Durchstieg zwischen dem Fahrersitz und dem Frontteil besaß, was zur Folge hatte, dass der IWL "Pitty" ohne den sog. Knieschluss am Tank, gefahren wurde. Ein wesentliches Kriterium, welches besonders für Frauen von Vorteil war und sich in der ehemaligen DDR bis zur Einstellung der Produktion von Motorrollern 1989 mit dem Typ Simson SR 50 bewährte.

Bereits 1956 wurde dann schon mit dem IWL SR (Stadtroller) 56 "Wiesel", das Nachfolgemodell präsentiert. Mit der Beibehaltung des 125 ccm Einzylinder Zweitakt Motor des Leichtmotorrades RT, erhielt der IWL "Wiesel" eine technisch und optische Überarbeitung.

Das bisher prägende starre Frontteil erhielt von diesem Zeitpunkt an, einen separaten Vorderkotflügel, welcher den IWL SR 56 "Wiesel"eleganter und beweglicher erscheinen lies. Dieses Nachfolgemodell wurde von 1956 - 1959 hergestellt.

Ab 1959 - 1962 wurde mit viel Erfolg die Weiterentwicklung mit der Typenbezeichnung IWL SR (Stadtroller) 59 "Berlin" produziert und verkauft. Dieses optisch sehr gelungene Fahrzeug erhielt eine verstärkte Motorisierung, in Gestalt eines 150 ccm Einzylinder Zweitakt MZ Motors und wurde dem veränderten Zeitgeist angepasst.

Ab dem Jahr 1960 stand dem Camping orientierten Rollerfahrer zusätzlich der Einachsanhänger "Campi" zur Verfügung. Dieser Anhänger wurde bis 1964 mit über 5000 Exemplaren hergestellt. Auf heutigen Oldtimerveranstaltungen stellen derartige Gespanne einen besonderen Blickfang dar. Mit über 100 000 verkauften Motorrollern SR 59 "Berlin", war dieses Modell für den VEB Industriewerke Ludwigsfelde sehr erfolgreich.

Nur etwa die Hälfte der Verkaufszahlen des "Berlin" erreichte das Nachfolgemodell der IWL TR (Tourenroller) Troll 1. Dieses Fahrzeug, mit seiner nun kantigen Karosserie und beibehaltenen Motorisierung, ging 1963 in Serie. Auf Grund von wirtschaftlichen Umstrukturierungen zu Gunsten der LKW Produktion des IFA W 50, endete 1964 die Herstellung von Motorrollern in Ludwigsfelde. Wird fortgesetzt.
Hubert Rein
Autor: red

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