Dritte Kinderschutzkonferenz an der FH
Mittwoch, 26. November 2014, 19:57 Uhr
Heute fand an der Fachhochschule die dritte Nordhäuser Kinderschutzkonferenz statt. Im Zentrum des Geschehens stand diesmal das Thema "Frühe Hilfen". Zahlreiche Fachleute informierten sich und tauschten ihre Erfahrungen im Umgang mit den Problemen junger Familien aus...
Eltern werden ist leicht. Eltern sein hingegen ist eine Lebensaufgabe, bei der vor allem junge Familien oft jede Unterstützung brauchen können. Die frisch gebackenen Großeltern kommen in den Sinn, doch häufig wohnen die weit entfernt. Und es gibt auch junge Väter und Mütter, die den richtigen Umgang mit kleinen Kindern und Säuglingen nie von Haus aus kennen gelernt haben.
Hier setzt die "frühe Hilfe" an. In Nordhausen hat sich ein Netzwerk verschiedener Partner wie dem Südharzkrankenhaus, der Caritas, dem Weißen Ring, dem Jugendsozialwerk und der Landkreisverwaltung etabliert. Gemeinsam wird versucht, über die inzwischen breite Pallette an Hilfsangeboten zu informieren. Wer im Landratsamt etwa Elterngeld beanträgt, der erhält einen Beutel mit Geschenk und einigem Informationsmaterial. Nach Möglichkeit sollen werdende Eltern von der Schwangerschaft, über die Geburt und je nach Bedarf bis zum dritten Lebensjahr begleitet werden. "Vor fünfzehn Jahren gab es solche Angebote nocht nicht", sagte Prof. Dr. Helmut Tilp, Vizepräsident der FH, während der Begrüßung. Die gesellschaftliche Entwicklung mache solche Angebote heute aber nötig.
Ins Leben gerufen wurde das Programm durch die Bundesinitiative "Frühe Hilfen". Der Landkreis hatte sich hier 2012 erfolgreich beworben, erzählte Landrätin Birgit Keller während der Eröffnung der Tagung. "Anders als bei vielen anderen Projekten hat der Bund in Aussicht gestellt, das Programm nicht nur zeitlich befristet, sondern dauerhaft zu fördern", erzählte Keller. So will man in Nordhausen das System der "Familienhebammen" weiter ausbauen.
Nach 2010 und 2012 war es die nunmehr dritte Kinderschutzkonferenz, die in Nordhausen durchgeführt wurde. Die Tagung richtete sich vor allem an Fachkräfte und solche die es einmal werden wollen, also Studenten der FH. Herr Matthias Loew, Landeskoordinator des Programms, sprach zum Stand der Dinge in Sachen präventiver Kinderschutz in Thüringen. Angela Smessaert, Referentin für Kinder- und Jugendrecht, sprach über die Zusammenhänge im Hinblick auf Datenschutz und Prof. Dr. Torsten Schaumberg beschäftigte sich mit der rechtlichen Seite des Hebammenberufes.
Doch der Vorteil solcher Veranstaltungen liegt für Fachkräfte nicht allein darin, Vorträge zu hören, sondern auch mit den "Entscheidern", zum Beispiel im Landratsamt, ins Gespräch zu kommen.
Angelo Glashagel
Autor: redEltern werden ist leicht. Eltern sein hingegen ist eine Lebensaufgabe, bei der vor allem junge Familien oft jede Unterstützung brauchen können. Die frisch gebackenen Großeltern kommen in den Sinn, doch häufig wohnen die weit entfernt. Und es gibt auch junge Väter und Mütter, die den richtigen Umgang mit kleinen Kindern und Säuglingen nie von Haus aus kennen gelernt haben.
Hier setzt die "frühe Hilfe" an. In Nordhausen hat sich ein Netzwerk verschiedener Partner wie dem Südharzkrankenhaus, der Caritas, dem Weißen Ring, dem Jugendsozialwerk und der Landkreisverwaltung etabliert. Gemeinsam wird versucht, über die inzwischen breite Pallette an Hilfsangeboten zu informieren. Wer im Landratsamt etwa Elterngeld beanträgt, der erhält einen Beutel mit Geschenk und einigem Informationsmaterial. Nach Möglichkeit sollen werdende Eltern von der Schwangerschaft, über die Geburt und je nach Bedarf bis zum dritten Lebensjahr begleitet werden. "Vor fünfzehn Jahren gab es solche Angebote nocht nicht", sagte Prof. Dr. Helmut Tilp, Vizepräsident der FH, während der Begrüßung. Die gesellschaftliche Entwicklung mache solche Angebote heute aber nötig.
Ins Leben gerufen wurde das Programm durch die Bundesinitiative "Frühe Hilfen". Der Landkreis hatte sich hier 2012 erfolgreich beworben, erzählte Landrätin Birgit Keller während der Eröffnung der Tagung. "Anders als bei vielen anderen Projekten hat der Bund in Aussicht gestellt, das Programm nicht nur zeitlich befristet, sondern dauerhaft zu fördern", erzählte Keller. So will man in Nordhausen das System der "Familienhebammen" weiter ausbauen.
Nach 2010 und 2012 war es die nunmehr dritte Kinderschutzkonferenz, die in Nordhausen durchgeführt wurde. Die Tagung richtete sich vor allem an Fachkräfte und solche die es einmal werden wollen, also Studenten der FH. Herr Matthias Loew, Landeskoordinator des Programms, sprach zum Stand der Dinge in Sachen präventiver Kinderschutz in Thüringen. Angela Smessaert, Referentin für Kinder- und Jugendrecht, sprach über die Zusammenhänge im Hinblick auf Datenschutz und Prof. Dr. Torsten Schaumberg beschäftigte sich mit der rechtlichen Seite des Hebammenberufes.
Doch der Vorteil solcher Veranstaltungen liegt für Fachkräfte nicht allein darin, Vorträge zu hören, sondern auch mit den "Entscheidern", zum Beispiel im Landratsamt, ins Gespräch zu kommen.
Angelo Glashagel

