Matthias Jendricke (SPD) und Klaus Gorges (PDS) gewählt
Dienstag, 05. September 2000, 18:55 Uhr
Nordhausen. Für den Vorsitzenden der PDS-Kreistagsfraktion, Klaus Hummitzsch, war dieser 5. September 2000 ein wichtiger Tag in seiner politischen Karriere. Zehn Jahre und 97 Tage nach dem er 1990 seinen Stuhl als Vorsitzender des Rates des Kreises geräumt hatte, nimmt nun wieder ein PDS-Mitglied aktiv und hauptamtlich an der Macht im Landkreis Nordhausen teil.
Am Nachmittag wurde im Kreistag Fraktionskollege Klaus Gorges zum 2. hauptamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung gewählt. Möglich wurde dies durch den konsequent eingehaltenen Schulterschluß von SPD und PDS im Kreistag. Hummitzsch hingegen sieht die Wahl von Gorges auch mit einem weinenden Auge. Seine Favoritin für den Beigeordneten-Posten, Loni Grünwald, hatte den fraktionsinternen Machtkampf knapp verloren. 5:4 stimmten die Genossen für Gorges. Für Hummitzsch war dies ein gewaltiger Schock, wie er gegenüber der NNZ betonte. Lange dachte er über die Grünwald-Niederlage, die auch seine eigene war, nach. Im ersten Moment wollte ich aus diesem Abstimmungsergebnis Konsequenzen ziehen und meinen Fraktionsvorsitz niederlegen. Doch beim Hinterfragen nach den Motiven muß ich jetzt sagen, dass die Wahl von Klaus Gorges die vielleicht doch bessere Variante war.
Insider wissen, dass das Verhältnis zwischen Gorges und Hummitzsch nicht das beste innerhalb der PDS-Fraktion war. Dafür ist das Verhältnis zwischen Hummitzsch und der sozialdemokratischen Fraktionschefin Dagmar Becker um so herzlicher und das mit Erfolg. Denn nicht nur der PDS-Mann Gorges wurde mit absoluter Mehrheit gewählt (22 Stimmen von 43), auch Matthias Jendricke (SPD) ging bei der heutigen Kreistagssitzung klar mit 24 Stimmen durch. Mit 28 Jahren ist Jendricke der absolut jüngste Beigeordnete an der Seite des Landrates. Keine Chance hatten bei der rot-roten Geschlossenheit die anderen sieben Kandidaten, darunter auch die ehemaligen Beigeordneten Goutier und Uebner. Beide räumen demnächst ihre Chefsessel und verabschieden sich aus der Leitung des Landratsamtes in untere Strukturen. Nach NNZ-Informationen soll Uebner Leiter des Amtes für Rettungswesen und Katastrophenschutz und damit Nachfolger für Peter Paetzold werden. Hier gilt Uebner als kompetenter und anerkannter Fachmann. Für Goutier sieht es da schon prekärer aus. Bleibt wohl nur noch ein Posten im Bauamt, doch hier geht der zuständige Amtsleiter noch nicht in Rente. Schlechte Karten hatte Goutier auch bei der heutigen Abstimmung (beide Kandidaten stellten sich aus versorgungstechnischen Gründen der Wahl). Während Uebner bei der Wahl zum 1. Beigeordneten 18 und zum 2. Beigeordneten 14 auf sich vereinen konnte, blieb für Goutier lediglich eine einzige Stimme übrig.
Die CDU-Fraktion, das steht fest und da hilft auch kein Schönreden, ist der Verlierer des Tages. Man nahm es zumindest nach außen gelassen hin und versprach nun aber genau auf die Arbeit der beiden Beigeordneten zu schauen. Stellt sich die Frage: Wurde das bisher nicht gemacht? Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch verließen denn auch einige Abgeordnete den Plenarsaal und der als Hardliner bekannte Maik Schröter brachte es auf den christdemokratischen Standpunkt: Das zu erwartende Debakel ist eingetreten.
Autor: psgAm Nachmittag wurde im Kreistag Fraktionskollege Klaus Gorges zum 2. hauptamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung gewählt. Möglich wurde dies durch den konsequent eingehaltenen Schulterschluß von SPD und PDS im Kreistag. Hummitzsch hingegen sieht die Wahl von Gorges auch mit einem weinenden Auge. Seine Favoritin für den Beigeordneten-Posten, Loni Grünwald, hatte den fraktionsinternen Machtkampf knapp verloren. 5:4 stimmten die Genossen für Gorges. Für Hummitzsch war dies ein gewaltiger Schock, wie er gegenüber der NNZ betonte. Lange dachte er über die Grünwald-Niederlage, die auch seine eigene war, nach. Im ersten Moment wollte ich aus diesem Abstimmungsergebnis Konsequenzen ziehen und meinen Fraktionsvorsitz niederlegen. Doch beim Hinterfragen nach den Motiven muß ich jetzt sagen, dass die Wahl von Klaus Gorges die vielleicht doch bessere Variante war.
Insider wissen, dass das Verhältnis zwischen Gorges und Hummitzsch nicht das beste innerhalb der PDS-Fraktion war. Dafür ist das Verhältnis zwischen Hummitzsch und der sozialdemokratischen Fraktionschefin Dagmar Becker um so herzlicher und das mit Erfolg. Denn nicht nur der PDS-Mann Gorges wurde mit absoluter Mehrheit gewählt (22 Stimmen von 43), auch Matthias Jendricke (SPD) ging bei der heutigen Kreistagssitzung klar mit 24 Stimmen durch. Mit 28 Jahren ist Jendricke der absolut jüngste Beigeordnete an der Seite des Landrates. Keine Chance hatten bei der rot-roten Geschlossenheit die anderen sieben Kandidaten, darunter auch die ehemaligen Beigeordneten Goutier und Uebner. Beide räumen demnächst ihre Chefsessel und verabschieden sich aus der Leitung des Landratsamtes in untere Strukturen. Nach NNZ-Informationen soll Uebner Leiter des Amtes für Rettungswesen und Katastrophenschutz und damit Nachfolger für Peter Paetzold werden. Hier gilt Uebner als kompetenter und anerkannter Fachmann. Für Goutier sieht es da schon prekärer aus. Bleibt wohl nur noch ein Posten im Bauamt, doch hier geht der zuständige Amtsleiter noch nicht in Rente. Schlechte Karten hatte Goutier auch bei der heutigen Abstimmung (beide Kandidaten stellten sich aus versorgungstechnischen Gründen der Wahl). Während Uebner bei der Wahl zum 1. Beigeordneten 18 und zum 2. Beigeordneten 14 auf sich vereinen konnte, blieb für Goutier lediglich eine einzige Stimme übrig.
Die CDU-Fraktion, das steht fest und da hilft auch kein Schönreden, ist der Verlierer des Tages. Man nahm es zumindest nach außen gelassen hin und versprach nun aber genau auf die Arbeit der beiden Beigeordneten zu schauen. Stellt sich die Frage: Wurde das bisher nicht gemacht? Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch verließen denn auch einige Abgeordnete den Plenarsaal und der als Hardliner bekannte Maik Schröter brachte es auf den christdemokratischen Standpunkt: Das zu erwartende Debakel ist eingetreten.
