Umbau der Gedenkstätte beginnt noch in diesem Jahr
Freitag, 25. Mai 2001, 15:58 Uhr
Nordhausen/Weimar (nnz). Die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu einem zentralen Erinnerungsort für die NS-Zwangsarbeit soll noch in diesem Jahr beginnen. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung sei nun der Bau eines 1.000 Quadratmeter großen Museumsgebäudes geplant, so der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge. Das Lagergelände werde neu gestaltet und so die Vergangenheit wieder lesbar gemacht.
Knigge und Thüringens Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU) stellten in Buchenwald die Sieger eines internationalen Architektenwettbewerbs vor. Gewonnen haben das Architekturbüro Kleineberg in Braunschweig und der Hamburger Landschaftsarchitekt Hinnerk Wehberg. Kleineberg übernehme auch die Umgestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Der siegreiche Entwurf sieht den Bau eines Verwaltungs- und Ausstellungsgebäudes vor, dessen zurückhaltende Architektur und simple Stahlskelett-Bauweise an die Baracken der Häftlinge erinnern soll. Die Grenzen des früheren Konzentrationslagers sollen aus dem umgebenden Wald heraus geschlagen werden, ein mit geweißten Baumstämmen verfremdeter Hain an die Toten erinnern.
Das frühere Bahnhofsgelände soll wieder freigelegt und der Bereich der SS-Kommandantur als Wüstenei an das Grauen von Dora gemahnen. Die Kosten des Baus lägen bei etwa drei Millionen Mark, sagte Knigge. Er solle 2003 fertig sein. Dann zieht in das Gebäude eine neu konzipierte Dauerausstellung ein. Die Stiftung hofft, die Zahl der derzeit 60.000 bis 80.000 jährlichen Besucher mit der Neugestaltung verdoppeln zu können. Dabei soll in Gedenkstätte Mittelbau-Dora nicht die Erinnerung an die NS-Raketenproduktion im Mittelpunkt stehen, sondern die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge bei dem Versuch, die Kriegsproduktion unter Tage zu verlagern.
Die Neugestaltung der Gedenkstätte ist möglich, weil der Bund den Mittelbau-Dora im vergangenen Jahr in sein Förderkonzept aufgenommen hat und es künftig mit 1,3 Millionen Mark im Jahr unterstützt - wie bislang schon das Land Thüringen. Nach den Erfahrungen im früheren KZ Buchenwald wird die Neugestaltung des Lagergeländes etwa zehn Jahre dauern. Überlebende Häftlinge sollen daran beteiligt werden.
Die Nationalsozialisten hatten das KZ am Rand der Stadt Nordhausen im August 1943 gegründet. In Mittelbau-Dora und seinen 40 Außenlagern mussten insgesamt 60.000 Menschen aus vielen Ländern Europas ein unterirdisches Stollensystem für die Produktion der Rakete V 2 bauen. 20 000 Häftlinge starben, auch Jugendliche und Kinder.
Autor: nnzKnigge und Thüringens Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU) stellten in Buchenwald die Sieger eines internationalen Architektenwettbewerbs vor. Gewonnen haben das Architekturbüro Kleineberg in Braunschweig und der Hamburger Landschaftsarchitekt Hinnerk Wehberg. Kleineberg übernehme auch die Umgestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Der siegreiche Entwurf sieht den Bau eines Verwaltungs- und Ausstellungsgebäudes vor, dessen zurückhaltende Architektur und simple Stahlskelett-Bauweise an die Baracken der Häftlinge erinnern soll. Die Grenzen des früheren Konzentrationslagers sollen aus dem umgebenden Wald heraus geschlagen werden, ein mit geweißten Baumstämmen verfremdeter Hain an die Toten erinnern.
Das frühere Bahnhofsgelände soll wieder freigelegt und der Bereich der SS-Kommandantur als Wüstenei an das Grauen von Dora gemahnen. Die Kosten des Baus lägen bei etwa drei Millionen Mark, sagte Knigge. Er solle 2003 fertig sein. Dann zieht in das Gebäude eine neu konzipierte Dauerausstellung ein. Die Stiftung hofft, die Zahl der derzeit 60.000 bis 80.000 jährlichen Besucher mit der Neugestaltung verdoppeln zu können. Dabei soll in Gedenkstätte Mittelbau-Dora nicht die Erinnerung an die NS-Raketenproduktion im Mittelpunkt stehen, sondern die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge bei dem Versuch, die Kriegsproduktion unter Tage zu verlagern.
Die Neugestaltung der Gedenkstätte ist möglich, weil der Bund den Mittelbau-Dora im vergangenen Jahr in sein Förderkonzept aufgenommen hat und es künftig mit 1,3 Millionen Mark im Jahr unterstützt - wie bislang schon das Land Thüringen. Nach den Erfahrungen im früheren KZ Buchenwald wird die Neugestaltung des Lagergeländes etwa zehn Jahre dauern. Überlebende Häftlinge sollen daran beteiligt werden.
Die Nationalsozialisten hatten das KZ am Rand der Stadt Nordhausen im August 1943 gegründet. In Mittelbau-Dora und seinen 40 Außenlagern mussten insgesamt 60.000 Menschen aus vielen Ländern Europas ein unterirdisches Stollensystem für die Produktion der Rakete V 2 bauen. 20 000 Häftlinge starben, auch Jugendliche und Kinder.
