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Von Gänsebraten, Axtmördern, Yoga, und, und, und

Donnerstag, 06. November 2014, 22:37 Uhr
Was haben Yoga, Martini-Menüs, Axtmörder, Honig und Crysatl Meth miteinander zu tun? Eigentlich nichts, es sei denn man besuchte die erster Nordhäuser "Pecha Kucha" Nacht im Tabakspeicher...

Erste Nordhäuser Pecha Kucha Nacht  (Foto: Angelo Glashagel) Erste Nordhäuser Pecha Kucha Nacht (Foto: Angelo Glashagel)

Der Begriff "Pecha Kucha" kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie "Wirres Geplauder". Bei den "Pecha Kucha Nächten" ist es aber gar nicht so sehr der Sprachfluss, der wirr daher kommt, sondern eher die herrlich unaufgeräumte Themenauswahl. Neben den oben schon genannten, sagen wir mal abwechslungsreichen Inhalten, ging es außerdem um den Laufsport, Energiespartipps, den Beruf des Bestatters, gesunde Ernährung, Bogenschießen und Mode.

Das alles in einen Abend zu verpacken ist der Reiz, der Pecha Kucha ausmacht. Denn im Grunde handelt es sich um eine Reihe von Vorträgen. Jeder Referent hat allerdings nur 20 PowerPoint Folien zur Verfügung. Diese dürfen wiederum nur jeweils 20 Sekunden zu sehen sein, was eine Vortragslänge von sechs Minuten und vierzig Sekunden ergibt.

Das Format wurde von einem japanischem Ehepaar ersonnen und hat in den vergangenen Jahren vor allem die Großstädte dieser Welt erobert. Mit der ersten Nordhäuser Pecha Kucha Nacht sei das "wirre Geplauder" seines Wissens nach erstmals in einer kleineren Stadt erprobt worden, meinte der Leiter des Tabakspeichers, Jürgen Rennebach.

Und der Erfolg des Abends war unbestreitbar durchschlagend. Mehr als hundert Gäste zählte das Museum, für Nordhäuser Verhältnisse angesichts der exotischen Idee keine Selbstverständlichkeit.

11 Referenten in zwei Stunden - das ist Pecha Kucha (Foto: Angelo Glashagel) 11 Referenten in zwei Stunden - das ist Pecha Kucha (Foto: Angelo Glashagel)

Die Idee Pecha Kucha auch in Nordhausen einmal auszuprobieren stammt aber nicht von Rennebach, sondern von Sabine Schröder. Die Direktorin der Petersbergschule hatte dem Museumsleiter Pecha Kucha schmackhaft gemacht. Frau Schröder ist auch passionierte Lauftherapeutin und eröffnete mit ihrem Herzensthema den Abend. Was folgte kam einer Achterbahnfahrt gleich. Frank Groschke, seines Zeichens Koch aus Leidenschaft, referierte zum Thema Martinsgans, Christian Bernsdorf von der EVN gab Tipps zum Energiesparen gefolgt von Caterina Morbach die über Yoga und Quantenphysik sprach.

Leichte Themen und ernste bis schaurige Vorträge wechselten sich ab (Foto: Angelo Glashagel) Leichte Themen und ernste bis schaurige Vorträge wechselten sich ab (Foto: Angelo Glashagel) Die Alltags- und Lifestyle Themen wechselten sich ab mit ernsten und geradezu schauderhaften Vorträgen. Thomas Soszynski, der Sprecher der Nordhäuser Landespolizeiinspektion, berichtete vom Nordhäuser Beilmörder, der Mitte der 90er Jahre betrunkene Gaststättenbesucher in der Altstadt überfiel und schließlich zum Mörder wurde. Alexander Denkscherz, Mitarbeiter des Bestattungshauses Schade, erzählte von den Herausforderungen seines Berufes und Dirk Rzepus von der Suchtberatungsstelle der Diakonie klärte über die Droge Crystal auf.

Im Tabakspeicher zeigte man sich freudig überrascht angesichts des erfolgreichen Abends. Schon jetzt seien einige Leute an ihn herangetreten, die auch gerne einen der Kurzvorträge halten würden, erzählte Jürgen Rennebach. Allerdings wird man auf die zweite Nordhäuser Pecha Kucha Nacht noch eine Weile warten müssen. Die Fortsetzung ist erst für den Herbst des kommenden Jahres geplant, war vom Museumsleiter zu erfahren.
Angelo Glashagel
Autor: red

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