Leistung und Engagement
Mittwoch, 05. November 2014, 13:27 Uhr
Zehn neue Deutschland-Stipendien konnte die Fachhochschule heute an ihre Studierenden vergeben. Dabei zählte nicht allein die Leistung, sondern auch das Engagement in und außerhalb der Hochschule...
Für einen Studenten sind 300 Euro mehr im Monat eine Menge Geld. Insgesamt zehn Studenten und Studentinnen der Fachhochschule Nordhausen werden für ein Jahr in den Genuss dieser finanziellen Unterstützung kommen.
Ermöglicht wird das durch das "Deutschland-Stipendium", das vom Bund initiiert wurde. Ursprünglich sollten Bund, Länder und Unternehmer ausgewählte Studenten unterstützen, übrig sind heute nur der Bund und einige Unternehmen und Organisationen. In Nordhausen sind das unter anderem die Industrie- und Handelskammer, die Sparkasse und Firmen wie Schachtbau und Maximator.
Die Auswahl aus 63 Bewerbern an der FH erfolgte durch ein Gremium aus Professoren, den Förderen und ehemaligen Stipendiaten. Man habe sich die Wahl nicht einfach gemacht, sagte der Präsident der FH, Prof. Dr. Jörg Wagner, "Leistung ist ein wichtiger Bestandteil aber auch der ehrenamtliche Einsatz, caritative Arbeit und besondere Belastungen wie Pflege und Erziehung wollten wir mit einbeziehen".
Lisa Wolf studiert nicht nur, sie engagiert sich auch an der Hochschule und in der Suchtberatung (Foto: Angelo Glashagel)
Da war zum Beispiel die 23-jährige Masterstudentin Lisa Wolf aus Schwerin. Sie studiert in Nordhausen Therapeutische Soziale Arbeit, hat ihren Fachschaftsrat mitbegründet, arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft und unterstützt einmal in der Woche die Suchtberatung der Diakonie. Komillitonin Jeanne Siede stammt ursprünglich aus Düsseldorf, betreut neben dem Studium Kinder suchtkranker Eltern im Familienzentrum Nordhausen und hat in Kenia in einem Heim für misshandelte Kinder gearbeitet.
Nicht alle Stipendiaten konnten auch vor Ort ausgezeichnet werden. Jung-Wan Lok übersandte eine Videobotschaft aus dem fernen Shanghai. Die Studentin absolviert in der fernöstlichen Metropole derzeit ein Praktikum.
Die Studenten schätzen die finanzielle Entlastung vor allem deswegen, da sie sich nun mehr auf ihr Studium konzentrieren könnten, so der Tenor unter den Stipendiaten. Aber es wurden auch mondänere Gründe vorgetragen, wie die Entlastung der eigenen Eltern oder ein paar Sorgen weniger bei anstehenden Hochzeitsvorbereitungen.
Die Gratulanten und Förderer, unter anderem Oberbürgermeister Zeh und der 2. Beigeordnete des Landkreises, Stefan Nüßle, nutzten die Chance bei allem Lob und gutem Ratschlag auch um bei den Studierenden für die Region zu werben. Herr Zeh sprach von einer Region in der "Innovation geschätzt wird". Der Vertreter der IHK, Ulrich Schlegel, betonte das dass Nachwuchsproblem im Raum stehe und man nicht nur ausbilden sondern Fachkräfte auch halten müsse. Der Vorsitzende der Kreissparkasse, Wolfgang Asche, sagte man müsse die besten Kräfte unterstützen und an sich binden.
So ist es auch nicht der reine Idealismus, der Unternehmen dazu bewegt, Studenten zu fördern. Man hofft auf einen gewissen Rückfluss und Expertise in der eigenen Branche, am besten im eigenen Unternehmen. Mit Verpflichtungen ist das Stipendium jedoch nicht verbunden. Wer sich nach einem Jahr erneut um die Förderung bewerben will, der muss auch weiter Leistung und Engagement zeigen, kann aber ansonsten frei über das Geld verfügen. Zudem schaden gute Verbindungen auch heute keinem, schon gar nicht einem Berufsanfänger. In diesem Sinne gab Präsident Wagner seinen Studenten auch mit auf den Weg, den nun geknüpften Kontakt zu den Förderen auch zu nutzen.
Angelo Glashagel
Autor: redFür einen Studenten sind 300 Euro mehr im Monat eine Menge Geld. Insgesamt zehn Studenten und Studentinnen der Fachhochschule Nordhausen werden für ein Jahr in den Genuss dieser finanziellen Unterstützung kommen.
Ermöglicht wird das durch das "Deutschland-Stipendium", das vom Bund initiiert wurde. Ursprünglich sollten Bund, Länder und Unternehmer ausgewählte Studenten unterstützen, übrig sind heute nur der Bund und einige Unternehmen und Organisationen. In Nordhausen sind das unter anderem die Industrie- und Handelskammer, die Sparkasse und Firmen wie Schachtbau und Maximator.
Die Auswahl aus 63 Bewerbern an der FH erfolgte durch ein Gremium aus Professoren, den Förderen und ehemaligen Stipendiaten. Man habe sich die Wahl nicht einfach gemacht, sagte der Präsident der FH, Prof. Dr. Jörg Wagner, "Leistung ist ein wichtiger Bestandteil aber auch der ehrenamtliche Einsatz, caritative Arbeit und besondere Belastungen wie Pflege und Erziehung wollten wir mit einbeziehen".
Lisa Wolf studiert nicht nur, sie engagiert sich auch an der Hochschule und in der Suchtberatung (Foto: Angelo Glashagel)
Da war zum Beispiel die 23-jährige Masterstudentin Lisa Wolf aus Schwerin. Sie studiert in Nordhausen Therapeutische Soziale Arbeit, hat ihren Fachschaftsrat mitbegründet, arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft und unterstützt einmal in der Woche die Suchtberatung der Diakonie. Komillitonin Jeanne Siede stammt ursprünglich aus Düsseldorf, betreut neben dem Studium Kinder suchtkranker Eltern im Familienzentrum Nordhausen und hat in Kenia in einem Heim für misshandelte Kinder gearbeitet.
Nicht alle Stipendiaten konnten auch vor Ort ausgezeichnet werden. Jung-Wan Lok übersandte eine Videobotschaft aus dem fernen Shanghai. Die Studentin absolviert in der fernöstlichen Metropole derzeit ein Praktikum.
Die Studenten schätzen die finanzielle Entlastung vor allem deswegen, da sie sich nun mehr auf ihr Studium konzentrieren könnten, so der Tenor unter den Stipendiaten. Aber es wurden auch mondänere Gründe vorgetragen, wie die Entlastung der eigenen Eltern oder ein paar Sorgen weniger bei anstehenden Hochzeitsvorbereitungen.
Die Gratulanten und Förderer, unter anderem Oberbürgermeister Zeh und der 2. Beigeordnete des Landkreises, Stefan Nüßle, nutzten die Chance bei allem Lob und gutem Ratschlag auch um bei den Studierenden für die Region zu werben. Herr Zeh sprach von einer Region in der "Innovation geschätzt wird". Der Vertreter der IHK, Ulrich Schlegel, betonte das dass Nachwuchsproblem im Raum stehe und man nicht nur ausbilden sondern Fachkräfte auch halten müsse. Der Vorsitzende der Kreissparkasse, Wolfgang Asche, sagte man müsse die besten Kräfte unterstützen und an sich binden.
So ist es auch nicht der reine Idealismus, der Unternehmen dazu bewegt, Studenten zu fördern. Man hofft auf einen gewissen Rückfluss und Expertise in der eigenen Branche, am besten im eigenen Unternehmen. Mit Verpflichtungen ist das Stipendium jedoch nicht verbunden. Wer sich nach einem Jahr erneut um die Förderung bewerben will, der muss auch weiter Leistung und Engagement zeigen, kann aber ansonsten frei über das Geld verfügen. Zudem schaden gute Verbindungen auch heute keinem, schon gar nicht einem Berufsanfänger. In diesem Sinne gab Präsident Wagner seinen Studenten auch mit auf den Weg, den nun geknüpften Kontakt zu den Förderen auch zu nutzen.
Angelo Glashagel

