"Drei Streif" Ruine bleibt erhalten
Mittwoch, 15. Oktober 2014, 08:54 Uhr
Die Ruine steht immer noch. Schon 2012 sollte sie fallen. Sie steht für die ehemalige Kaffeefabrik Drei Streif. Vorzeigebetrieb zu DDR-Zeiten. In ihren Mauern fühlten sich einst über 50 Mitarbeiter wohl, weiß Jürgen Kucher, der ehemalige Produktionsleiter. Die nnz mit einem Rückblick...
Nordhausen. Fensterfronten, gähnend leer. Abfallender Putz. Ein vermülltes und verdrecktes Umfeld. Das sind die Überbleibsel einstigen Glanzes. Bleibt der Schandfleck? Es ist vorgesehen, schrieb Rathaus-Pressesprecher Patrick Grabe, die Brache, Eigentum der Stadt, mit Nebengelass und die Müllhaufen zu entfernen. Das war im Januar 2013.
Dazu muss man wissen: Zusammen mit den Reihenhäusern am Hüpedenweg gehören die Flächen südlich der Grundschule Niedersalza zum Planungsprojekt IFA-Industriepark. Wir berichteten.Die Förderwürdigkeit des Projektes, teilte Grabe weiter mit, bestätigte das Landesverwaltungsamt. Die Stadt habe an das Planungsbüro als Projektsteuerer den Auftrag erteilt, einen Antrag auf Fördermittel zu stellen.
Mit einem Zuwendungsbescheid von etwa 90 Prozent Fördermitteln sei 2013 zu rechnen. Die geschätzte Investitionssumme, war zu lesen, belaufe sich auf drei Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt – eine Vorfinanzierung sei erforderlich – betrage 300 000 Euro. Der Stadtsprecher räumte aber ein: Wie sich der städtische Haushalt gestalte, sei unklar, weshalb im Januar des Vorjahres nicht gesagt werden konnte, wann der Bagger bzw. die Abrissbirne in Aktion tritt.
Die Erinnerung an Drei Streif, Vorzeigebetrieb zu DDR-Zeiten, bleibt vorerst in der Hinterlassenschaft erhalten. (Foto: Kurt Frank)
Das Jahr 2014 neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Das klaffende Gemäuer erinnert unverdrossen an alte Zeiten. Um das zu ändern, fehlt, wieder einmal, das Geld. Nicht nur die Stadtkasse scheint leer-reich. Der Fördermittelbescheid lässt noch immer auf sich warten, teilte auf Anfrage Martin Juckeland, zuständig für Stadtentwicklung und Zukunftsfragen, mit.
Ohne Fördermittel – ein Abriss übersteige die Machbarkeit der Stadt – bleibt das derzeitige Bild erhalten, sagt Juckeland. Abwarten und Tee trinken? Oder auf die zukünftige Landesregierung hoffen? Ob Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Rot – jeder verspricht derzeit üppige Zuwendungen für die Kommunen. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt.
Rondo, Mona, Melange, Der Milde und Der Mokka waren gefragte Produkte, weiß Ex-Produktionsleiter Kucher. Später kam für die Türkei die Sorte Säray hinzu. Auch nach der Wende produzierte der Betrieb. Auf Messen bestätigten Experten den Waren eine gute Qualität. Dem Unternehmen Markt-Chancen. Es habe, meint Kucher, Bestrebungen innerhalb der Belegschaft gegeben, Drei Streif selbstständig weiterzuführen. Die Treuhand habe abgelehnt. Zu unerfahren für die Marktwirtschaft seien die Leute.
Der junge Mann kam aus Bayern. Dynamisch sei er, ließ die Treuhand wissen. Nikolaus Sedlmayer, gelernter Drogist, wurde Geschäftsführer. Arrogant sei er gewesen, habe alles besser gewusst. Die Belegschaft schrumpfte. Auf 15, dann auf sieben Mitarbeiter.1999 ging das Licht aus. Für immer.
Kurt Frank
Autor: redNordhausen. Fensterfronten, gähnend leer. Abfallender Putz. Ein vermülltes und verdrecktes Umfeld. Das sind die Überbleibsel einstigen Glanzes. Bleibt der Schandfleck? Es ist vorgesehen, schrieb Rathaus-Pressesprecher Patrick Grabe, die Brache, Eigentum der Stadt, mit Nebengelass und die Müllhaufen zu entfernen. Das war im Januar 2013.
Dazu muss man wissen: Zusammen mit den Reihenhäusern am Hüpedenweg gehören die Flächen südlich der Grundschule Niedersalza zum Planungsprojekt IFA-Industriepark. Wir berichteten.Die Förderwürdigkeit des Projektes, teilte Grabe weiter mit, bestätigte das Landesverwaltungsamt. Die Stadt habe an das Planungsbüro als Projektsteuerer den Auftrag erteilt, einen Antrag auf Fördermittel zu stellen.
Mit einem Zuwendungsbescheid von etwa 90 Prozent Fördermitteln sei 2013 zu rechnen. Die geschätzte Investitionssumme, war zu lesen, belaufe sich auf drei Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt – eine Vorfinanzierung sei erforderlich – betrage 300 000 Euro. Der Stadtsprecher räumte aber ein: Wie sich der städtische Haushalt gestalte, sei unklar, weshalb im Januar des Vorjahres nicht gesagt werden konnte, wann der Bagger bzw. die Abrissbirne in Aktion tritt.
Die Erinnerung an Drei Streif, Vorzeigebetrieb zu DDR-Zeiten, bleibt vorerst in der Hinterlassenschaft erhalten. (Foto: Kurt Frank)
Das Jahr 2014 neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Das klaffende Gemäuer erinnert unverdrossen an alte Zeiten. Um das zu ändern, fehlt, wieder einmal, das Geld. Nicht nur die Stadtkasse scheint leer-reich. Der Fördermittelbescheid lässt noch immer auf sich warten, teilte auf Anfrage Martin Juckeland, zuständig für Stadtentwicklung und Zukunftsfragen, mit.
Ohne Fördermittel – ein Abriss übersteige die Machbarkeit der Stadt – bleibt das derzeitige Bild erhalten, sagt Juckeland. Abwarten und Tee trinken? Oder auf die zukünftige Landesregierung hoffen? Ob Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Rot – jeder verspricht derzeit üppige Zuwendungen für die Kommunen. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt.
Rondo, Mona, Melange, Der Milde und Der Mokka waren gefragte Produkte, weiß Ex-Produktionsleiter Kucher. Später kam für die Türkei die Sorte Säray hinzu. Auch nach der Wende produzierte der Betrieb. Auf Messen bestätigten Experten den Waren eine gute Qualität. Dem Unternehmen Markt-Chancen. Es habe, meint Kucher, Bestrebungen innerhalb der Belegschaft gegeben, Drei Streif selbstständig weiterzuführen. Die Treuhand habe abgelehnt. Zu unerfahren für die Marktwirtschaft seien die Leute.
Der junge Mann kam aus Bayern. Dynamisch sei er, ließ die Treuhand wissen. Nikolaus Sedlmayer, gelernter Drogist, wurde Geschäftsführer. Arrogant sei er gewesen, habe alles besser gewusst. Die Belegschaft schrumpfte. Auf 15, dann auf sieben Mitarbeiter.1999 ging das Licht aus. Für immer.
Kurt Frank
