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75 Liter Blut abgezapft

Montag, 13. Oktober 2014, 11:26 Uhr
An der Nordhäuser Blutspendezentrale konnte heute ein Jubiläum begangen werden, das Seltenheitswert hat. Karl Heinz-Thielemann war zu seiner 150. Blutspende erschienen...

Sechs mal im Jahr kann ein gesunder Mann Blut spenden. Karl-Heinz Thielemann tut das regelmäßig. Und zwar seit 1971. Gut ein halber Liter Blut wird im dabei jedesmal abgezapft. Insgesamt düften über die Jahre so gut 75 Liter der Blutgruppe A zusammengekommen sein. "Die gibt es häufig und die wird häufig gebraucht", sagt der 61-jährige Dauerspender fröhlich.

Sein Blut dürfte einigen Menschen das Leben gerettet haben. "Es tut gut zu wissen, dass man anderen Menschen helfen kann und ich bin immer unter Kontrolle", sagte Thielemann. Als er damals, mit 18 Jahren, anfing zu spenden, arbeitete er noch unter Tage im Kupferbergbau. Ein paar Kumpel hatten ihn überredet, mitzumachen und er hat nie wieder aufgehört.

Auch nicht, als der Bergbau rund um seinen Heimatort Berga nach der Wende seinem Ende entgegen ging und Thielemann als Dachdeckerlehrling nach Bad Sachsa, später in die Niederlande und nach Österreich ging. Auch dort hätten man sich über seine Spenden gefreut, aber er hielt der Heimat die Treue und spendete immer dann, wenn er zu Hause zu Besuch war.

Seit 1996 lebt er in Branderode und seit 1998 spendet er am Nordhäuser Klinikum. Im Gegensatz zu damals im Betrieb steht ihm heute eine Aufwandsentschädigung für jede Spende zu, doch um das Geld geht es ihm nicht, "das kommt gleich hier in die Spendenkassse für das Rote Kreuz", erzählt er.

Zum 150 Mal spendet Karl-Heinz Thielemann heute sein Blut (Foto: Angelo Glashagel) Zum 150 Mal spendet Karl-Heinz Thielemann heute sein Blut (Foto: Angelo Glashagel)

Mit dem Personal der Blutpsendezentrale, wie Koordinator Sven Köhn, ist er schon lange per du. 16 Jahre kennen sich die beiden jetzt schon, "es hat etwas sehr familiäres hier", sagte Thielemann.

Das liegt auch daran, dass die Spendezentrale in Nordhausen, die auch den Kyffhäuserkreis mit abdeckt und die regionalen Kliniken mit Blut versorgt, eine der kleinsten Anlaufstellen für Blutspender ist, die es in Deutschland noch gibt. Koordinator Sven Köhn kann stolz von sich behaupten fast alle der drei- bis viertausend regelmäßigen Spender mit Namen zu kennen.

Und so wurde Karl-Heinz denn heute auch herzlich begrüßt und beschenkt. Die Oberärztin und Leiterin der Blutspendezentrale Frau Dr. Maria Westphal und der Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes in Nordhausen, Ronald Zocher, waren gekommen, um zu gratulieren. Kommenden März wird Karl-Heinz Thielemann dann noch einmal ganz offiziell geehrt. Dann lädt das Krankenhaus zum "Blutspenderforum", stellt Verpflegung und Getränke bereit und ehrt die Jubilare, die ihre 50, die 75, die 100 oder eben die 150. Spende geleistet haben.

Für sie gibt es kleine Aufmerksamkeiten. Die Autohaus Peter Gruppe etwa sponsert häufig ein Wochenende für Testfahrten mit diversen Autos oder es gibt Gutscheine für das Kaufhaus.

Herzlich begrüßt und beschenkt: v.L. Karl-Heinz Thielemann, Ronald Zocher, Frau Dr. Westphal (Foto: Angelo Glashagel) Herzlich begrüßt und beschenkt: v.L. Karl-Heinz Thielemann, Ronald Zocher, Frau Dr. Westphal (Foto: Angelo Glashagel)

Zum 75. Spendenjubiläum sei man noch zu dritt gewesen, erinnerte sich Thielemann, bei der 100. Spende nur noch zu zweit. Heute steht er einsam an der Spitze der Nordthüringer Spender. Bis er 68 Jahre alt ist, darf er sich noch Blut abnehmen lassen, danach ist auch für ihn Schluss, "aber die 200 schaffe ich vielleicht noch" meint Thielemann und lächelt verschmitzt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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