Bären und Wölfe hautnah erleben
Dienstag, 07. Oktober 2014, 15:19 Uhr
Wird auch der Wolf wie schon der Luchs in Harzer Wäldern wieder heimisch? Gesichtet wurde er schon in Thüringen. Wer auf seine Ansiedlung nicht warten, ihn dennoch hautnah erleben möchte, hat dazu im Alternativen Bärenpark Worbis Gelegenheit. Kurt Frank hat die Meister Isegrimm und Petz besucht...
Jetzt, in den Herbstferien, eine gute Gelegenheit für Eltern, ihren Kindern den Park mit seinen Tieren nahe zu bringen.
Nordhausen/Worbis Die nnz machte sich auf den Weg. Und traf Rolandstädter. Karl Hofhans aus der Rautenstraße war zum ersten Mal im Bärenpark. Für ihn ein großartiges Erlebnis. Wildnis vor der Haustür. Natur pur. Welch eine Freude für den 73-Jährigen, dort auch noch einen Freund aus alten Zeiten zu treffen.
Mit Wilhelm Roth lebte Hofhans in Günzerode unter einem Dach. Gemeinsam besuchten sie die Dorfschule. Roth wohnt heute in Heiligenstadt. Dem Bärenpark ist er innig verbunden. Zwei Filme drehte er über ihn. Sie geben einen tiefgründigen Einblick in das Geschehen dort. Für die Einrichtung zimmerte er in mühevoller Kleinarbeit ein Waldbienenvermehrungshaus mit 900 Wohnungen.
Für den nnz-Autor hätte der Tag nicht glücklicher sein können. Er begegnete Wilhelm und Karl, ihm aus gemeinsamen Kinder-, Jugend- und Wandertagen bestens bekannt. Mit Wilhelm Roth durchstreifte er einst Wald, Feld und Flur. In der Natur hielten sie schon als Kinder Augen und Ohren offen. Man lag sich in den Armen.
Wilhelm Roth (rechts) und Karl Hofhans vor einer Informationstafel im Bärenpark (Foto: Kurt Frank)
Heute ist Wilhelm im Eichsfeld ein anerkannter Ornithologe. In seinem Buch Das kleine Paradies schildert er Erlebnisse in der Natur. Vehement setzt er sich für deren Schutz ein. Und wird nicht müde, Praktiken anzuprangern, die ihr zuwiderlaufen.
In einer Gesprächsrunde mit Politikern scheute er sich nicht, Thüringens Landwirtschafts- und Umweltminister Jürgen Reinholz auf die Unsinnigkeit der sogenannten Flurhygiene aufmerksam zu machen. Sie vernichte Wildkräuter, Nahrungsgrundlage für Niederwild.
Biologin Ulrike Richter hatte interessierte Zuhörer, als sie über den Bärenpark informierte. (Foto: Kurt Frank)
Das Trio genoss den Tag im Bärenpark. Es traf die Biologin Ulrike Richter beim Füttern der Braunbären, die sich so langsam auf den Winterschlaf vorbereiten und Höhlen graben. Der ehemalige kommunale Tierpark wurde 1996 von der Aktion Bärenhilfswerk mit dem Ziel auserwählt, ein Refugium für misshandelte Europäische Braunbären einzurichten.
Mischwald, Teiche, Quellen, hügeliges Gelände waren die idealen Voraussetzungen, einen naturnahen Raum für die Bären zu schaffen, denen es früher schlecht ging, die in Käfigen und Zwingern ein qualvolles Leben fristeten. In Worbis können sie sich wieder an ein natürliches Leben gewöhnen, sind aber nicht mehr in der Lage, in freier Wildbahn zu leben.
Auch Bärin Emma wird wie sechs weitere Artgenossen in einer Höhle Winterschlaf halten. (Foto: Kurt Frank)
Der Bärenpark – 6,75 Hektar groß, davon vier ha als Bärenfreianlage – beherbergt derzeit 140 Tiere in 17 verschiedenen Arten. Neben sieben Bären und fünf Wölfen leben auf einem harmonisch integrierten Bauernhof vom Aussterben bedrohte thüringische Haustierrassen: Schafe, Ziegen, Tauben, Hühner, Kaninchen.
Ein Rundgang an frischer Luft fördert den Hunger. Den kann der Besucher in einem Imbiss-Kiosk stillen. Mitten im Wald gelegen, gleicht er eher einer kleinen attraktiven Gaststätte. Der Bären-Shop bietet Souvenirs an.
Kurt Frank
Autor: redJetzt, in den Herbstferien, eine gute Gelegenheit für Eltern, ihren Kindern den Park mit seinen Tieren nahe zu bringen.
Nordhausen/Worbis Die nnz machte sich auf den Weg. Und traf Rolandstädter. Karl Hofhans aus der Rautenstraße war zum ersten Mal im Bärenpark. Für ihn ein großartiges Erlebnis. Wildnis vor der Haustür. Natur pur. Welch eine Freude für den 73-Jährigen, dort auch noch einen Freund aus alten Zeiten zu treffen.
Mit Wilhelm Roth lebte Hofhans in Günzerode unter einem Dach. Gemeinsam besuchten sie die Dorfschule. Roth wohnt heute in Heiligenstadt. Dem Bärenpark ist er innig verbunden. Zwei Filme drehte er über ihn. Sie geben einen tiefgründigen Einblick in das Geschehen dort. Für die Einrichtung zimmerte er in mühevoller Kleinarbeit ein Waldbienenvermehrungshaus mit 900 Wohnungen.
Für den nnz-Autor hätte der Tag nicht glücklicher sein können. Er begegnete Wilhelm und Karl, ihm aus gemeinsamen Kinder-, Jugend- und Wandertagen bestens bekannt. Mit Wilhelm Roth durchstreifte er einst Wald, Feld und Flur. In der Natur hielten sie schon als Kinder Augen und Ohren offen. Man lag sich in den Armen.
Wilhelm Roth (rechts) und Karl Hofhans vor einer Informationstafel im Bärenpark (Foto: Kurt Frank)
Heute ist Wilhelm im Eichsfeld ein anerkannter Ornithologe. In seinem Buch Das kleine Paradies schildert er Erlebnisse in der Natur. Vehement setzt er sich für deren Schutz ein. Und wird nicht müde, Praktiken anzuprangern, die ihr zuwiderlaufen.In einer Gesprächsrunde mit Politikern scheute er sich nicht, Thüringens Landwirtschafts- und Umweltminister Jürgen Reinholz auf die Unsinnigkeit der sogenannten Flurhygiene aufmerksam zu machen. Sie vernichte Wildkräuter, Nahrungsgrundlage für Niederwild.
Biologin Ulrike Richter hatte interessierte Zuhörer, als sie über den Bärenpark informierte. (Foto: Kurt Frank)
Mischwald, Teiche, Quellen, hügeliges Gelände waren die idealen Voraussetzungen, einen naturnahen Raum für die Bären zu schaffen, denen es früher schlecht ging, die in Käfigen und Zwingern ein qualvolles Leben fristeten. In Worbis können sie sich wieder an ein natürliches Leben gewöhnen, sind aber nicht mehr in der Lage, in freier Wildbahn zu leben.
Auch Bärin Emma wird wie sechs weitere Artgenossen in einer Höhle Winterschlaf halten. (Foto: Kurt Frank)
Der Bärenpark – 6,75 Hektar groß, davon vier ha als Bärenfreianlage – beherbergt derzeit 140 Tiere in 17 verschiedenen Arten. Neben sieben Bären und fünf Wölfen leben auf einem harmonisch integrierten Bauernhof vom Aussterben bedrohte thüringische Haustierrassen: Schafe, Ziegen, Tauben, Hühner, Kaninchen.
Ein Rundgang an frischer Luft fördert den Hunger. Den kann der Besucher in einem Imbiss-Kiosk stillen. Mitten im Wald gelegen, gleicht er eher einer kleinen attraktiven Gaststätte. Der Bären-Shop bietet Souvenirs an.
Kurt Frank




