Gigant der Renaissance
Dienstag, 07. Oktober 2014, 10:28 Uhr
Michelangelo Buonarotti starb vor 450 Jahren und wird als eines der Genies der Renaissance und einer der bedeutendsten Künstler der Geschichte bis heute verehrt. Der Tabakspeicher widmet Leben und Werk Michelangelos einen Vortragsabend...
In einer umfangreichen Präsentation, mit Einspielungen zeitgenössischer Musik, wird der Kunstwissenschaftler Walter Martin Rehahn den Künstler Michelangelo, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 450. Mal jährt, in seinen vielen Facetten vorstellen und zugleich einen Überblick über seine Werke geben, erklärte Museumsleiter Jürgen Rennebach. Der Referent leitet in Halle (Saale) das Canstein Bibelzentrum und hat einen Lehrauftrag für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der dortigen Martin-Luther-Universität.
Heute würde man ihn einen Ausnahmekünstler nennen und er war es in der Tat: Michelangelo Buonarroti (1475-1564), ein ‚Gigant der Renaissance‘!, so Rennebach. Allein seine Hauptwerke: die gewaltige Marmorstatue des David und die Medici-Gräber in Florenz oder die Fresken in der Sixtinischen Kapelle zu Rom genügten, um seinen Weltruhm zu begründen. Die von ihm entworfene Kuppel der Peterskirche und der Kapitolsplatz seien bis heute prägend für das Bild der Ewigen Stadt.
Moses, San Pietro, Rom, Detail aus dem Grabmal für Papst Julius II (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)
Von manchen groß angelegten Projekten konnte er allerdings nur einen Bruchteil realisieren, wie zum Beispiel das Grabmal für Papst Julius II. Anderes wurde schon zu seinen Lebzeiten zerstört, wie die Bronzefigur eben dieses Papstes in Bologna. Weniger bekannt sei, dass Michelangelo nicht nur Maler, Bildhauer, Architekt und Ingenieur war, sondern auch ein Dichter von hohem Rang. In der Lebensführung äußerst bescheiden und in seinem Temperament gelegentlich aufbrausend, verbarg sich hinter dieser rauen Schale eine empfindsame Seele. Wenige große Freundschaften pflegte er und fühlte sich stets für seinen Vater und seine Brüder verantwortlich, die alle nicht sonderlich lebenstüchtig waren.
Die großen politischen Konflikte im Italien des 15. und 16. Jahrhunderts wurden mitunter für Michelangelo persönlich lebensgefährlich, und auch mit Neid und Missgunst hatte Michelangelo er zeitlebens zu kämpfen. Allerdings schien ihn das alles nur zu stärken; seine größten Leistungen setzte er gegen starke Widerstände durch.
Der Vortrag findet am Donnerstag, den 16. Oktober, um 19:30 Uhr im Museum Tabakspeicher statt. Der Eintritt beträgt 5 Euro, Kartenvorbestellungen unter Telefon: 03631-98 27 37.
Autor: redIn einer umfangreichen Präsentation, mit Einspielungen zeitgenössischer Musik, wird der Kunstwissenschaftler Walter Martin Rehahn den Künstler Michelangelo, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 450. Mal jährt, in seinen vielen Facetten vorstellen und zugleich einen Überblick über seine Werke geben, erklärte Museumsleiter Jürgen Rennebach. Der Referent leitet in Halle (Saale) das Canstein Bibelzentrum und hat einen Lehrauftrag für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der dortigen Martin-Luther-Universität.
Heute würde man ihn einen Ausnahmekünstler nennen und er war es in der Tat: Michelangelo Buonarroti (1475-1564), ein ‚Gigant der Renaissance‘!, so Rennebach. Allein seine Hauptwerke: die gewaltige Marmorstatue des David und die Medici-Gräber in Florenz oder die Fresken in der Sixtinischen Kapelle zu Rom genügten, um seinen Weltruhm zu begründen. Die von ihm entworfene Kuppel der Peterskirche und der Kapitolsplatz seien bis heute prägend für das Bild der Ewigen Stadt.
Moses, San Pietro, Rom, Detail aus dem Grabmal für Papst Julius II (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)
Von manchen groß angelegten Projekten konnte er allerdings nur einen Bruchteil realisieren, wie zum Beispiel das Grabmal für Papst Julius II. Anderes wurde schon zu seinen Lebzeiten zerstört, wie die Bronzefigur eben dieses Papstes in Bologna. Weniger bekannt sei, dass Michelangelo nicht nur Maler, Bildhauer, Architekt und Ingenieur war, sondern auch ein Dichter von hohem Rang. In der Lebensführung äußerst bescheiden und in seinem Temperament gelegentlich aufbrausend, verbarg sich hinter dieser rauen Schale eine empfindsame Seele. Wenige große Freundschaften pflegte er und fühlte sich stets für seinen Vater und seine Brüder verantwortlich, die alle nicht sonderlich lebenstüchtig waren.
Die großen politischen Konflikte im Italien des 15. und 16. Jahrhunderts wurden mitunter für Michelangelo persönlich lebensgefährlich, und auch mit Neid und Missgunst hatte Michelangelo er zeitlebens zu kämpfen. Allerdings schien ihn das alles nur zu stärken; seine größten Leistungen setzte er gegen starke Widerstände durch.
Der Vortrag findet am Donnerstag, den 16. Oktober, um 19:30 Uhr im Museum Tabakspeicher statt. Der Eintritt beträgt 5 Euro, Kartenvorbestellungen unter Telefon: 03631-98 27 37.

