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Fachhochschule wird IBA Kandidat

Dienstag, 30. September 2014, 16:01 Uhr
Ingesamt 248 Projektideen aus dem gesamten Freistaat sind über die vergangenen Monate im Büro der Internationalen Bauaustellung eingegangen. 16 Projekte wurde jetzt als Kandidaten gekürt, darunter auch die Fachhochschule Nordhausen...

Es sind erfreuliche Nachrichten für die Fachhochschule Nordhausen. Mit dem Projekt "Pfade in der Energie-Kultur-Landschaft / Offenes Stadtumbau-Labor" wurde die Fachhochschule als einer der wenigen Kandidaten für die Internationale Bauaustellung (IBA) ausgewählt.

Die IBA wird von ihrer Geschäftsführerin Dr. Marta Doehler-Bhezadi auch als "Ausnahmezustand auf Zeit" bezeichnet. Die traditionsreiche Institution gibt es auf deutschem Boden schon seit über einhundert Jahren. Die IBA bietet internationalen Planern und Architekten die Möglichkeit, sich auszutoben, neue Konzepte auszuprobieren und die "zukunftsweisenden Entwürfe ihrer Zeit" auch zu bauen.

Mit Thüringen ist nun ein ganzer Freistaat in den Fokus der IBA gerückt. Ein "Zukunftslabor" soll die IBA in den kommenden Jahren werden und bis 2023 zeigen, wie den Herausforderungen der Gegenwart mit begegnet werden kann.

Alle 16 IBA Kandidaten verbindet, dass sie sich beispielhaft mit den Leitthemen der IBA Thüringen auseinandersetzen. Die Kandidaten haben richtungsweisende Projektideen entwickelt, die Pilotcharakter haben und den Kriterien der IBA Stand halten. Die IBA Kandidaten beziehen sich auf verschiedene räumliche Ebenen, von der Landschaft und dem Dorf über das Quartier und die Gesamtstadt bis hin zur Region und zum überregionalen Netzwerk.

Auch Initiativen zur regionalen Kooperation und methodische Ansätze ohne konkrete Verortung sind dabei. Inhaltlich decken sie ein breites Spektrum an Themen ab, wie beispielsweise Energie, Wohnen, Landwirtschaft, Bildung, Tourismus. Getragen werden die Kandidaten sowohl von der öffentlichen Hand als auch von privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Außerdem hat die IBA Thüringen drei ‚Erwartungsräume’ definiert. In diesen begegnen sich vielfältige und unterschiedliche Projektideen, die noch einer weiteren Präzisierung oder auch Vernetzung bedürfen. In allen drei Themenfeldern möchte die IBA Thüringen in den kommenden Monaten aktiv werden:
  • die Region Mittleres Thüringen, die landkreisübergreifend als bedeutende Kulturlandschaft Europas erschlossen und erlebbar gemacht werden soll. Hier ist die Idee vom Regionalpark Saale-Ilm eine vielversprechende Klammer.
  • Im Kooperationsraum Stadt sollen Fragen der Stadterneuerung aufgegriffen werden. Hier wird die IBA Thüringen auf das Netzwerk PRINZIBA für Interkommunale Zusammenarbeit zugehen.
  • Der Gestaltungsraum Erlebbare Landschaft bezieht sich zunächst auf ganz Thüringen und hat das Ziel, Natur- und Kulturrouten mit IBA Qualitätssiegel zu gestalten.


Auch Stadt und Landkreis Nordhausen hatten sich mit Projekten beworben, gingen aber leer aus. Zumindest die Stadt könnte aber vom IBA-Kandidaten in ihrer Mitte noch profititeren, wenn die FH auch nach der anstehenden Planungsphase noch mit im Rennen ist.

Denn noch ist das Projekt der Nordhäuser Fachhochschule noch nicht gänzlich in trockenen Tüchern. Vor den Kandidaten steht einer langer Prozess, bevor es an die Umsetzung gehen kann. Mit der Nominierung treten die IBA Kandidaten in eine Phase der Qualifizierung. Dabei arbeiten sie eng mit dem Team der IBA Thüringen und unter Umständen auch mit externen Beteiligten zusammen, um die Projektidee weiterzuentwickeln und zu schärfen.

Ergebnis des gemeinsamen Qualifizierungsprozesses ist ein Projektdossier, das Voraussetzung für die Aufnahme als IBA Projekt ist. Der IBA Fachbeirat wird den Fortschritt der Ideen bewerten und seine Empfehlungen zur Nominierung der ersten IBA Projekte aussprechen. Erste Projekte werden im Jahr 2015 erwartet.
Autor: red

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