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Primas: "Versündigt euch nicht an den Menschen!"

Montag, 21. Mai 2001, 13:32 Uhr
Nordhausen (nnz). „Nordhausen ist Pleite“, neue Strukturen in Nordthüringen, Nordhäuser Kreisfreiheit! Dies alles bestimmte im vergangenen Monat die Nordhäuser Politszene. nnz wollte wissen, was von diesen Themen in Erfurt angekommen ist und unterhielt sich mit dem Landtagsabgeordneten Egon Primas (CDU).

Wer den Kreis Nordhausen in den zurückliegenden Wochen von außen betrachte, der erhalte nach Meinung von Egon Primas ein ziemlich verzerrtes Bild. „Nicht unbedingt positiv“, beschreibt es der Landtagsabgeordnete. Vor allem die Wirtschaft reagiere auf derartige kommunalpolitische Vorstöße sehr sensibel. Unsicherheiten über künftig veränderte Strukturen seien überall zu spüren, das habe Primas mehrfach bei Gesprächen mit Unternehmern gemerkt.

„Versündigt euch nicht an den Menschen dieser Region“, will Primas ausrufen und meint damit, daß es dem Bürger vollkommen egal sei, wer die entsprechende Dienstleistung für ihn anbietet, sie muß nur im Angebot sein und das zu entsprechend günstigen Konditionen. Auch die entfachte Diskussion zur Kreisfreiheit sei schließlich eine „Phantomdiskussion“ und der Vergleich mit Entwicklungen in Sachsen-Anhalt sei wie der „Vergleich von Birnen mit Äpfeln“. Für ihn sei diese Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht nachvollziehbar, schließlich sei man fernab von Wahlkämpfen auf kommunaler und Landesebene. Und vor allem werde es in dieser Legislaturperiode im Thüringer Landtag überhaupt keinen Anlaß geben, sich mit einer neuen Struktur im Freistaat zu beschäftigen.

Nur wenn gemeinsam an den wirklich wichtigen Themen gearbeitet werde, dann käme man einer Lösung entgegen. Themen, das sind für Primas, der Ausbau der Infrastruktur, die Belegung der Gewerbegebiete, die Ausweisung eines Industriegebietes und letztlich auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Dafür solle man die Kräfte nicht nur einsetzen, sondern vor allem bündeln. Eine derartige gemeinsame Aktion würde das dringend benötigte Vertrauen der Investoren herstellen, würde auch eine wichtige psychologische Wirkung haben, so Primas gegenüber nnz. Wenn die Bundesregierung mit ihrer Steuer- und Spritpreispolitik schon ein Wirrwarr auf der Seite der Wirtschaft und bei den Bürgern verursache, dann müsse die kommunale Ebene nicht noch ihren negativen Beitrag dazugeben.
Autor: nnz

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