Sind Schüler seelisch fit?
Dienstag, 23. September 2014, 09:37 Uhr
"Verrückt? Na und!" – so heißt ein Präventionsprojekt für Schüler ab 14 Jahren, das die Thematik psychische Gesundheit in der Schule und Berufsausbildung in den Fokus rückt. In dieser Woche wurde es gestartet...
In dieser Woche werden rund 25 Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, Schulleiter, Pädagogen, Suchtberater, Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Landkreises und weitere Fachleute geschult, um das Projekt in Schulen des Landkreises anbieten zu können.
Das Besondere daran: Die Schüler setzen sich nicht nur gemeinsam mit den geschulten Fachleuten mit Fragen der seelischen Gesundheit auseinander, sondern auch mit Menschen, die selbst psychisch erkrankt sind und quasi als Experten in eigener Sache von ihren Erfahrungen und vor allem von Wegen aus einer Krise berichten. Sie bilden gemeinsam mit Vertretern weiterer Institutionen wie der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Südharz Klinikums und der FH Nordhausen eine Regionalgruppe, die das Projekt in die Schulen tragen werden.
Initiiert hat dieses neue Angebot das Gesundheitsamt des Landkreises Nordhausen, das dabei mit dem Verein Irrsinnig Menschlich aus Leipzig kooperiert und von der Agethur, der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen unterstützt wird. Der Verein "Irrsinnig Menschlich" hat das Konzept von "Verrückt? Na und!" entwickelt, um bei Jugendlichen das Bewusstsein zu schärfen für Fragen der psychischen Gesundheit bzw. Problemen - gekoppelt mit Hinweisen zu Beratungs- und Hilfsangeboten vor Ort, wenn diese gebraucht werden. Das Präventionsangebot wird seit rund zehn Jahren in vielen Bundesländern erfolgreich organisiert.
Für das seelische Wohlbefinden von Jugendlichen sei neben der Situation in der Familie besonders das Klima in der Schule wichtig, erläutert Cora Spahn, Projektkoordinatorin von "Irrsinnig Menschlich". In Nordhausen sei das Engagement der Schulen, sich mit der Thematik psychische Gesundheit auseinanderzusetzen, beispielgebend.
Sabine Schröder, Schulleiterin der Petersbergschule, sieht einen zunehmenden Bedarf, in der Schule offen mit psychischen Problemen umzugehen, da Schüler selbst oder durch ihre Eltern betroffen seien. Hier bedürfe es auch des Verständnisses der Mitschüler. "In diesem Präventionsprojekt gelingt eine gute Vernetzung mit unseren Schulsozialarbeiter im Landkreis", sagte Landrätin Birgit Keller, die gestern die Projektweiterbildung in der Petersbergschule besuchte. "Ich wünsche mir, dass Sie das Tabu, das oft über dem Thema psychische Probleme liegt, ein wenig beiseiteschieben können."
Dazu soll auch der 1. Nordhäuser Tag der seelischen Gesundheit am 1. Oktober ab 16.45 Uhr in der Petersberschule beitragen, zu der auch eine Ausstellung zu "Verrückt? Na und!" zu sehen sein wird.
Morgen startet bereits der erste Projekttag mit Neuntklässlern der Petersbergschule, bei dem die Schüler auch mit Betroffenen ins Gespräch kommen - ohne dass sie zunächst wissen, dass sie psychisch erkrankt sind. "Ohne die Betroffenen funktioniert das Ganze nicht, deshalb sind wir sehr froh, dass wir sie gewinnen konnten und sie sich dazu bereit erklären.
Davor sollte man höchsten Respekt haben", sagt Kathrin Wolff vom Gesundheitsamt, die Verrückt? Na und!" im Landkreis koordiniert. "Die Schüler bekommen am Ende des Projekttages einen kleinen handlichen "Krisenauswegweiser", der alle wichtigen Kontaktdaten von Beratungsstellen im Landkreis enthält." Außerdem können sich die Schüler themenbezogene Info-Broschüren im Taschenformat mitnehmen, die kurz und knapp wichtige Botschaften zu 12 verschiedenen Themen vermitteln, beispielsweise zu Mobbing in der Schule, Depression oder Computersucht.
Das Projekt hat eine Schlüsselfunktion. Denn es soll nicht bei diesem einen Projekttag bleiben, sondern nachhaltig wirken, indem weiterhin an diesem Thema gearbeitet wird – je nach dem speziellen Bedarf an der konkreten Schule, wobei die enge Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern und Vertrauenslehrern ganz wichtig ist, betont Kathrin Wolff.
Wer sich für das Präventionsprojekt interessiert, kann sich an das Gesundheitsamt Nordhausen wenden, Telefon 03631 911 186, E-Mail kwolff@lrandh.thueringen.de. Mehr zum Thema auch unter www.verrückt-na-und.de.
Autor: redIn dieser Woche werden rund 25 Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, Schulleiter, Pädagogen, Suchtberater, Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Landkreises und weitere Fachleute geschult, um das Projekt in Schulen des Landkreises anbieten zu können.
Das Besondere daran: Die Schüler setzen sich nicht nur gemeinsam mit den geschulten Fachleuten mit Fragen der seelischen Gesundheit auseinander, sondern auch mit Menschen, die selbst psychisch erkrankt sind und quasi als Experten in eigener Sache von ihren Erfahrungen und vor allem von Wegen aus einer Krise berichten. Sie bilden gemeinsam mit Vertretern weiterer Institutionen wie der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Südharz Klinikums und der FH Nordhausen eine Regionalgruppe, die das Projekt in die Schulen tragen werden.
Initiiert hat dieses neue Angebot das Gesundheitsamt des Landkreises Nordhausen, das dabei mit dem Verein Irrsinnig Menschlich aus Leipzig kooperiert und von der Agethur, der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen unterstützt wird. Der Verein "Irrsinnig Menschlich" hat das Konzept von "Verrückt? Na und!" entwickelt, um bei Jugendlichen das Bewusstsein zu schärfen für Fragen der psychischen Gesundheit bzw. Problemen - gekoppelt mit Hinweisen zu Beratungs- und Hilfsangeboten vor Ort, wenn diese gebraucht werden. Das Präventionsangebot wird seit rund zehn Jahren in vielen Bundesländern erfolgreich organisiert.
Für das seelische Wohlbefinden von Jugendlichen sei neben der Situation in der Familie besonders das Klima in der Schule wichtig, erläutert Cora Spahn, Projektkoordinatorin von "Irrsinnig Menschlich". In Nordhausen sei das Engagement der Schulen, sich mit der Thematik psychische Gesundheit auseinanderzusetzen, beispielgebend.
Sabine Schröder, Schulleiterin der Petersbergschule, sieht einen zunehmenden Bedarf, in der Schule offen mit psychischen Problemen umzugehen, da Schüler selbst oder durch ihre Eltern betroffen seien. Hier bedürfe es auch des Verständnisses der Mitschüler. "In diesem Präventionsprojekt gelingt eine gute Vernetzung mit unseren Schulsozialarbeiter im Landkreis", sagte Landrätin Birgit Keller, die gestern die Projektweiterbildung in der Petersbergschule besuchte. "Ich wünsche mir, dass Sie das Tabu, das oft über dem Thema psychische Probleme liegt, ein wenig beiseiteschieben können."
Dazu soll auch der 1. Nordhäuser Tag der seelischen Gesundheit am 1. Oktober ab 16.45 Uhr in der Petersberschule beitragen, zu der auch eine Ausstellung zu "Verrückt? Na und!" zu sehen sein wird.
Morgen startet bereits der erste Projekttag mit Neuntklässlern der Petersbergschule, bei dem die Schüler auch mit Betroffenen ins Gespräch kommen - ohne dass sie zunächst wissen, dass sie psychisch erkrankt sind. "Ohne die Betroffenen funktioniert das Ganze nicht, deshalb sind wir sehr froh, dass wir sie gewinnen konnten und sie sich dazu bereit erklären.
Davor sollte man höchsten Respekt haben", sagt Kathrin Wolff vom Gesundheitsamt, die Verrückt? Na und!" im Landkreis koordiniert. "Die Schüler bekommen am Ende des Projekttages einen kleinen handlichen "Krisenauswegweiser", der alle wichtigen Kontaktdaten von Beratungsstellen im Landkreis enthält." Außerdem können sich die Schüler themenbezogene Info-Broschüren im Taschenformat mitnehmen, die kurz und knapp wichtige Botschaften zu 12 verschiedenen Themen vermitteln, beispielsweise zu Mobbing in der Schule, Depression oder Computersucht.
Das Projekt hat eine Schlüsselfunktion. Denn es soll nicht bei diesem einen Projekttag bleiben, sondern nachhaltig wirken, indem weiterhin an diesem Thema gearbeitet wird – je nach dem speziellen Bedarf an der konkreten Schule, wobei die enge Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern und Vertrauenslehrern ganz wichtig ist, betont Kathrin Wolff.
Wer sich für das Präventionsprojekt interessiert, kann sich an das Gesundheitsamt Nordhausen wenden, Telefon 03631 911 186, E-Mail kwolff@lrandh.thueringen.de. Mehr zum Thema auch unter www.verrückt-na-und.de.
