Regionales Management (1)
Samstag, 06. September 2014, 09:11 Uhr
Die Liste der Klagen wird immer länger: Ilfeld schließt seine Touristinformation, die Burgruine Neustadt verfällt. Die Finanzierung von Freibädern steht auf der Kippe. Das sind nur wenige Beispiele. Es fehlt Geld an allen Orten. Aktuell vor den Wahlen wird Bilanz gezogen und um Positionen gerungen, es wird publiziert und polemisiert. Dazu eine Beitragsserie von Dr. Christian Marx in der nnz...
Es gab in vielen Bereichen positive Entwicklungen: Es wurden große Infrastrukturprojekte (z.B. A38) und Tourismusprojekte (z.B. Naturpark) auf den Weg gebracht. Es haben sich mittelständige Unternehmen angesiedelt, denen es aber mitunter schwer fällt, Fachkräfte in die Region zu locken. Doch gibt es immense Probleme: Kommunen und Landkreise können wesentliche Aufgaben der Daseinsvorsorge und Infrastruktursicherung immer schlechter erfüllen.
Die Bevölkerung wird älter, die Einwohnerzahl im Landkreis sinkt regelmäßig. Laut statistischem Landesamt werden in vielen Nordthüringer Gemeinden mehr Gewerbe ab- als angemeldet. Zwar wurden dank guter Konjunktur Schulden abgebaut, aber die Schlüsselzuweisungen des Landes Thüringen für die Kommunen sinken beständig. Viele Menschen fragen sich, wo das noch hinführen soll.
In der Folge Regionalentwicklung- wie weiter? werde ich aus meiner Wahrnehmung als Laie versuchen, die Situation in unserer Region zu beleuchten.
Natürlich kosten Projekte der Regionalentwicklung Geld. Große Projekte werden durch die EU, durch Bund und das Land finanziert. Letztlich sind es aber auch viele kleinere Projekte, die eine Region entwickeln und deren Vorhandensein oder Fehlen sich unmittelbar auf die Lebensqualität in der Region auswirkt. Träger dieser Projekte können Vereine, Unternehmen oder Privatleute sein. Nach bestimmten Kriterien können sie gefördert werden.
Förderung ist wichtig, da die Finanzen von Landkreis und Kommunen knapp sind. Bund und Länder haben eine neue Förderung der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) für Deutschland beschlossen, die 2014 bis 2020 gelten soll, da der Solidarpakt ausläuft. Der Höchstförderstatus gilt für die neuen Bundesländer nicht mehr. Schon jetzt ist sicher, dass Thüringen in der neuen Förderperiode 2014 bis 2020 weniger Fördermittel aus den EU-Strukturfonds EFRE und ESF zu erwarten hat.
Zur regionalen Entwicklung gibt es Förderinstrumente, zwei der wichtigsten sollen in den nächsten beiden Folgen vorgestellt werden: das Regionalmanagement bzw. das Regionalbudget (Träger: Verein für Wirtschaftsentwicklung der Region Nordhausen) und das LEADER-Programm, eines der größten Förderprogramme der EU (ELER- Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums). Das vielgescholtene Europa- hier leistet es im Stillen wichtige Arbeit, die allen nützt. Nicht näher eingegangen wird auf spezielle Fonds wie Stiftungen, Denkmalschutz oder ähnliche.
Dr. Christian Marx
Autor: redEs gab in vielen Bereichen positive Entwicklungen: Es wurden große Infrastrukturprojekte (z.B. A38) und Tourismusprojekte (z.B. Naturpark) auf den Weg gebracht. Es haben sich mittelständige Unternehmen angesiedelt, denen es aber mitunter schwer fällt, Fachkräfte in die Region zu locken. Doch gibt es immense Probleme: Kommunen und Landkreise können wesentliche Aufgaben der Daseinsvorsorge und Infrastruktursicherung immer schlechter erfüllen.
Die Bevölkerung wird älter, die Einwohnerzahl im Landkreis sinkt regelmäßig. Laut statistischem Landesamt werden in vielen Nordthüringer Gemeinden mehr Gewerbe ab- als angemeldet. Zwar wurden dank guter Konjunktur Schulden abgebaut, aber die Schlüsselzuweisungen des Landes Thüringen für die Kommunen sinken beständig. Viele Menschen fragen sich, wo das noch hinführen soll.
In der Folge Regionalentwicklung- wie weiter? werde ich aus meiner Wahrnehmung als Laie versuchen, die Situation in unserer Region zu beleuchten.
Teil 1
Grundlage für die Regionalentwicklung ist das gerade beschlossene Landesentwicklungsprogramm 2025 für Thüringen, welches anhand der lokalen Gegebenheiten Vorgaben für die Regionalpläne (z.B. Regionalplan Nordthüringen) macht. Während der LEP keinerlei Vorgaben für die Schwerpunktsetzung macht, kommt den Regionalplanern die schwierige Aufgabe zu, auch gegensätzliche planerische Interessen (z.B. Gipsabbau und Naturschutz) zu regeln.Natürlich kosten Projekte der Regionalentwicklung Geld. Große Projekte werden durch die EU, durch Bund und das Land finanziert. Letztlich sind es aber auch viele kleinere Projekte, die eine Region entwickeln und deren Vorhandensein oder Fehlen sich unmittelbar auf die Lebensqualität in der Region auswirkt. Träger dieser Projekte können Vereine, Unternehmen oder Privatleute sein. Nach bestimmten Kriterien können sie gefördert werden.
Förderung ist wichtig, da die Finanzen von Landkreis und Kommunen knapp sind. Bund und Länder haben eine neue Förderung der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) für Deutschland beschlossen, die 2014 bis 2020 gelten soll, da der Solidarpakt ausläuft. Der Höchstförderstatus gilt für die neuen Bundesländer nicht mehr. Schon jetzt ist sicher, dass Thüringen in der neuen Förderperiode 2014 bis 2020 weniger Fördermittel aus den EU-Strukturfonds EFRE und ESF zu erwarten hat.
Zur regionalen Entwicklung gibt es Förderinstrumente, zwei der wichtigsten sollen in den nächsten beiden Folgen vorgestellt werden: das Regionalmanagement bzw. das Regionalbudget (Träger: Verein für Wirtschaftsentwicklung der Region Nordhausen) und das LEADER-Programm, eines der größten Förderprogramme der EU (ELER- Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums). Das vielgescholtene Europa- hier leistet es im Stillen wichtige Arbeit, die allen nützt. Nicht näher eingegangen wird auf spezielle Fonds wie Stiftungen, Denkmalschutz oder ähnliche.
Dr. Christian Marx
