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In Hohenrode geht's voran

Donnerstag, 04. September 2014, 14:38 Uhr
Der Herbst rückt näher und im Park Hohenrode herrscht rege Betriebsamkeit. Heute wurde die Absicherung der Mauer an der Auffahrt zum Park fertig gestellt. Aber nicht nur die Bergsicherung Ilfeld war heute im Park zu Gange...

Mächtige Eichen säumen den Hang neben der holprigen Auffahrt zum Park Hohenrode. Als Carl Kneiff seinen Park samt herrschaftlicher Villa von Heinrich Siesmayer im Jahr 1874 errichten ließ, waren sie schon da. Und sie wachsen noch immer. Dabei bauen Erdreich und Wurzeln einen enormen Druck auf, sodass die Mauer beständig arbeitet.

Eigentlich war von dem steinernen Wall bisher nicht viel zu sehen gewesen. Wie vieles im Park war sie von dichtem Pflanzenbewuchs bedeckt. Im Frühjahr aber legten heftige Regenfälle Wurzeln und Mauerwerk frei. Der Wall drohte zusammenzubrechen.

Der heftige Niederschlag traf aber nicht nur den Park, sondern ganz Nordthüringen, sodass der Freistaat einen Hilfefonds einrichtete. Mit Mitteln aus dem Fonds konnte die alte Mauer nun mittels Drahtnetz gesichert werden. Verantwortlich hierfür war die Bergsicherung Ilfeld unter Leitung von Dr. Dirk Vetter. Dem Förderverein wäre es natürlich lieber gewesen, wenn die Mauer ohne das Drahtgeflecht hätte hergerichtet werden können, sagte Gisela Hartmann, die Vorsitzende des Fördervereins, aber man vertraue der Expertise der Ilfelder Bergsicherung. Am wichtigsten sei es, das nun niemand durch herabstürzende Mauerreste zu Schaden kommen könne.

Die Mauer an der Auffahrt zum Park konnte gesichert werden, die "Verlobungsbrücke" wird kostenlos restauriert (Foto: Angelo Glashagel) Die Mauer an der Auffahrt zum Park konnte gesichert werden, die "Verlobungsbrücke" wird kostenlos restauriert (Foto: Angelo Glashagel)

Die Mauer an der Auffahrt wurde gesichert, die Verlobungsbrücke wartet auf ihre Restaurierung

Frau Hartmann engagiert sich seit gut zehn Jahren für die Erhaltung und den Wiederaufbau des Parks. Viel wurde in dieser Zeit geschafft. Die Herkulesstaude, die einst in großen Feldern den ganzen Park überwucherte, konnte zurückgedrängt werden. Die Pflanze deren Saft bei Berührung mit der Haut und Sonneneinstrahlung Verbrennungen hervorrufen kann, taucht im Park nur noch vereinzelt auf. Der kleine Seerosenteich und die großen Wiesen wurden vom Bewuchs befreit. Zuletzt wurde der große Teich freigelegt und die "Verlobungsbrücke" wartet darauf, von der Firma Richter kostenlos restauriert zu werden.

Die Mitglieder des Fördervereins stehen mit diesen Aufgaben nicht alleine da. Denn außer der Bergsicherung waren heute Schüler des Förderzentrums Pestalozzi im Park um mit anzupacken. Seit der Kampf gegen die Herkulesstaude vor Jahren ausgerufen wurde, sind die Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums mit dabei. Auch andere Schulen, zum Beispiel das Humboldt-Gymnasium, bringen sich ein.

Solche Brocken können nun nicht mehr herunterstürzen (Foto: Angelo Glashagel) Solche Brocken können nun nicht mehr herunterstürzen (Foto: Angelo Glashagel)

Solche Brocken werden nun nicht mehr aus der Mauer stürzen

Als Teil des Berufsvorbereitenden Unterrichts waren heute eine 7. und eine 10. Klasse im Park, um zu schuften. Zwei Mal im Jahr sind die Schüler des Förderzentrums im Park, anstatt sich in der Schule mit Werken und Hauswirtschaft abzumühen. Dabei profitiert nicht allein Hohenrode. "Unsere Schüler tun etwas für sich und für die Gesellschaft", sagte Frau Liesegang, Lehrerin im Fach Werken, die selber mit dem Rechen in der Hand zu Gange war. "Gerade Schüler mit Förderbedarf können hier viel lernen, was sie später auch im Beruf brauchen: Konzentration, Ausdauer, Fein- und Grobmotorik und das befolgen von Anweisungen. Und die Geschichte des Parks lassen wir auch nicht außen vor."

Die Schülerinnen der Klasse 10 des Förderzentrums Pestallozzi sind schon routinierte Parkpfleger (Foto: Angelo Glashagel) Die Schülerinnen der Klasse 10 des Förderzentrums Pestallozzi sind schon routinierte Parkpfleger (Foto: Angelo Glashagel)

Die Schülerinnen der Klasse 10 des Förderzentrums Pestalozzi sind schon routinierte Parkpfleger

Die Siebtklässler sind heute bei ihrem ersten Einsatz im Park und größtenteils erfreut über die Abwechslung. Ihre älteren Mitschüler hingegen sind schon routinierter. Sie rückten, wieder einmal, der Herkulesstaude zu Leibe. "Wir sind begeistert, wie sehr sich Hohenrode in den letzten Jahren verändert hat." sagte Lehrerin Liesegang, "die Parkstruktur und die Gebäude und Anlagen sind inzwischen deutlich zu erkennen."

Mit anpacken kann im übrigen jeder. Von März bis Oktober findet jeweils am ersten Mittwoch des Monats der öffentliche Arbeitseinsatz statt. Von 9 bis 13 Uhr kann dann jeder der möchte, für den Erhalt des Parkes zu Spaten, Schubkarre und Rechen greifen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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