nnz-Forum: Lobbyist Reinholz
Mittwoch, 03. September 2014, 11:18 Uhr
Deutlicher als der derzeitige Thüringer CDU-Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz kann sich ein Regierender wohl nicht als Lobbyist der Agrarindustrie outen, findet Leser Bodo Schwarzberg...
Zum gegenwärtig stattfindenden Treffen der Agrarländerminister zum Thema Massentierhaltung meinte er laut mdr-Angaben, dass keine Agrarwende nötig sei. Es käme nicht darauf an, wie viele Tiere in einem Stall stünden, sondern wie sie dort stünden.
Sinngemäß seien die Leute zudem selbst Schuld an den gegenwärtigen Zuständen, da sie ja billiges Fleisch kaufen wollten. Hier aber lässt der als Industriefreund bekannte Reinholz den Schwanz mit dem Hund wedeln: Denn zunächst einmal möchten die Manager Profit machen und sie denken den ganzen Tag nur darüber nach, wie sie noch mehr Fleisch unter die Leute bringen können. In dem sie so billig wie möglich produzieren, nötigen sie förmlich den Geiz-ist-geil-gemachten Kunden zum Kauf.
Dies Herr Minister ist also eine profitable und von der Industrie gesteuerte, wohldurchdachte Zweckgemeinschaft. Heraus kommen dann Nitrate im Grundwasser, Hühner, die sich kaum in ihren Käfigen bewegen können und das unsägliche Leid vieler anderer mit Antibiotika aufgeblasenen Nutztiere. Heraus kommen auch die Ammoniakwolke über Nordhausen und die fast zwei Drittel übergewichtigen bzw. fettleibigen Männer und Frauen in Deutschland mit den bekannten unkalkulierbaren Gesundheitsrisiken und Folgekosten für das Gemeinwesen.
Hier also lässt Reinholz die Katze aus den Sack: Wir wollen intakte Ökosysteme schwadronierte er noch vor kurzem bei der Vorstellung eines ländlichen Förderprogramms. Dass aber die Stickstoffimisionen seiner Intensivlandwirtschaft zu den Hauptgründen der immer werdenden Roten Listen gehören (die er natürlich beklagt), auch das macht für ihn offenbar keinerlei Agrarwende notwendig.
Das eine jedoch, Intensivlandwirtschaft, schließt das andere, kürzer werdende Rote Listen, aus. Nur leider trennt der Minister zwischen beiden, eben weil es nach Faktenlage nicht zusammenzuführen ist. Dies beweisen zahlreiche Publikationen und ganz einfach die Realität. Ökomomie und Ökologie stehen sich hier unversöhnlich gegenüber. Und der Minister, ein Lobbyist der Großagrarier, steckt seinen Kopf in den Sand. Und da dies weltweit passiert wird die Menschheit so gegen die Wand gefahren. Im Dienste des Profits.
Bodo Schwarzberg
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Zum gegenwärtig stattfindenden Treffen der Agrarländerminister zum Thema Massentierhaltung meinte er laut mdr-Angaben, dass keine Agrarwende nötig sei. Es käme nicht darauf an, wie viele Tiere in einem Stall stünden, sondern wie sie dort stünden.
Sinngemäß seien die Leute zudem selbst Schuld an den gegenwärtigen Zuständen, da sie ja billiges Fleisch kaufen wollten. Hier aber lässt der als Industriefreund bekannte Reinholz den Schwanz mit dem Hund wedeln: Denn zunächst einmal möchten die Manager Profit machen und sie denken den ganzen Tag nur darüber nach, wie sie noch mehr Fleisch unter die Leute bringen können. In dem sie so billig wie möglich produzieren, nötigen sie förmlich den Geiz-ist-geil-gemachten Kunden zum Kauf.
Dies Herr Minister ist also eine profitable und von der Industrie gesteuerte, wohldurchdachte Zweckgemeinschaft. Heraus kommen dann Nitrate im Grundwasser, Hühner, die sich kaum in ihren Käfigen bewegen können und das unsägliche Leid vieler anderer mit Antibiotika aufgeblasenen Nutztiere. Heraus kommen auch die Ammoniakwolke über Nordhausen und die fast zwei Drittel übergewichtigen bzw. fettleibigen Männer und Frauen in Deutschland mit den bekannten unkalkulierbaren Gesundheitsrisiken und Folgekosten für das Gemeinwesen.
Hier also lässt Reinholz die Katze aus den Sack: Wir wollen intakte Ökosysteme schwadronierte er noch vor kurzem bei der Vorstellung eines ländlichen Förderprogramms. Dass aber die Stickstoffimisionen seiner Intensivlandwirtschaft zu den Hauptgründen der immer werdenden Roten Listen gehören (die er natürlich beklagt), auch das macht für ihn offenbar keinerlei Agrarwende notwendig.
Das eine jedoch, Intensivlandwirtschaft, schließt das andere, kürzer werdende Rote Listen, aus. Nur leider trennt der Minister zwischen beiden, eben weil es nach Faktenlage nicht zusammenzuführen ist. Dies beweisen zahlreiche Publikationen und ganz einfach die Realität. Ökomomie und Ökologie stehen sich hier unversöhnlich gegenüber. Und der Minister, ein Lobbyist der Großagrarier, steckt seinen Kopf in den Sand. Und da dies weltweit passiert wird die Menschheit so gegen die Wand gefahren. Im Dienste des Profits.
Bodo Schwarzberg
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Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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