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Rote Karten für die Schwalben?

Montag, 01. September 2014, 19:35 Uhr
Im Herkules Bau-und Gartenmarkt Niedersachswerfen haben sich Schwalben eingenistet. Rechts neben dem Eingang unterhalb der Überdachungen die kleineren Mehlschwalben, im hinteren Gartenmarkt die größeren Rauchschwalben mit dem Gabelschwanz. Gegenwärtig füttern die Altvögel noch fleißig. Nach der Brut drohe aber Ungemach...

Vor-Ort-Beratung (Foto: Kurt Frank) Vor-Ort-Beratung (Foto: Kurt Frank)
Gemeinsam mit dem Leiter des Herkules Bau-und Gartenmarktes in Niedersachswerfen, Torsten Zinke (links), berieten heute Nachmittag Martin Taeger (rechts) und Rolf Schiffler von der Naturschutzbehörde des Landkreises die „Schwalben-Problematik“.

Niedersachswerfen. Das jedenfalls meinen besorgte Schwalbenfreunde und Leser dieser Zeitung. Man würde nach der Brut Ende September die Nester entfernen. Wir gingen den Hinweisen nach. Zunächst sprach nnz mit Torsten Zinke, Leiter des Bau- und Gartenmarktes. Man habe, war von ihm zu hören, so seine Probleme mit den Schwalben. Vor allem im Gartenmarkt. Dort wären ihre Hinterlassenschaften nicht zu übersehen.

Von Jahr zu Jahr, habe er beobachtet, würden es immer mehr. Vielleicht müsse man Netze spannen,um die Vögel, die zwischen dem Gebälk des Daches im Gartenbereich ihre Nester bauten, davon abzuhalten. Er, Zinke, habe nichts gegen Schwalben, wisse um deren Nützlichkeit. Man wolle sie auch nicht gänzlich vertreiben. Nur reduzieren.

Torsten Zinke, der außerhalb des Landkreises wohnt, sucht Rat. Und freute sich über unseren Vorschlag, mit Experten an Ort und Stelle zu beraten, was zu tun sei, um den Tierchen auch künftig im Bau- und Gartenmarkt eine Bleibe zu bieten. Heute Nachmittag war nnz vor Ort. Mit Martin Taeger und Rolf Schiffler von der Naturschutzbehörde des Landkreises.

Torsten Zinke war ganz Ohr, sehr zugänglich. Für die kleine Kolonie der Mehlschwalben unweit der Eingangspforte bedurfte es keiner großen Überzeugung. Die Vögel stören niemanden. Ewiges Bleiberecht. Absoluter Bestandsschutz. Niemals, versicherte Zinke, habe man in diesem Bereich Nester zerstört. Bleibt das Problem Rauchschwalben im Gartencenter? Taeger, Schiffler und der Marktleiter suchen gemeinsam nach einer Lösung.

Gegenwärtig zwitschert es nur so zwischen den Holzbalken. Etliche Jungvögel haben das Nest verlassen, wagen sich aber noch nicht ins Freie, andere hocken noch im Nest und warten dort auf Futter. Was sie an Mücken und Fliegen vertilgen, verlässt auch wieder den Darm. In Form kleiner Kot-Bällchen. Just über den Haupteingang zum Gartenmarkt verläuft an der Decke eine Leitung. Bevorzugter Rastplatz der Rauchschwalben. Am Boden finden sich die Spuren.

Platz ist unter dem schützenden und weitläufigen Gartencenter-Dach allemal. Auch für Schwalben-Bruten. Nur nicht an den Stellen, wo es störend wirken könnte. An Hinweisen und Ratschlägen mangelte es heute in der Gesprächsrunde nicht. Bau- und Gartenmarktleiter Torsten Zinke bringt seine Vorstellungen zu Papier. Ende des Monats oder Anfang Oktober wird ein Vertreter der Naturschutzbehörde darüber mit ihm gemeinsam befinden. Man will, darüber war man sich einig, die Schwalben nicht verdammen.

Anstelle der ehemals vielen Scheunen, Kuh-und Schweineställen auf dem Lande, die Schwalben Nistmöglichkeiten boten, finden sich heute Garagen oder ausgebaute Wohnungen. Mit ein Grund, der den einstigen Bestand an Rauchschwalben um 80 Prozent dahinschmelzen ließ. Mehlschwalben bauen ihre Nester vorzugsweise unterm Dachfirst. Nicht jeder Hausbesitzer sieht das gern. Schon Kot-Brettchen würden helfen.
Kurt Frank
Autor: red

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