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Positiv bekloppt

Donnerstag, 28. August 2014, 20:48 Uhr
Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Sport, insbesondere der Fußball? Dieser Frage sollte im Nordhäuser Theater nachgegangen werden. Zuständig dafür waren Rolf Töpperwien und der Mann, der als Fachmann schlechthin gilt: Reiner Calmund...

Calmund und Töpperwien im Theater (Foto: nnz) Calmund und Töpperwien im Theater (Foto: nnz)

Er sein das Schwergewicht des deutschen Fußballs schlechthin, doch zuvor wurde Wacker-Präsident Nico Kleofas auf die Bühne geholt. Der bedankte sich bei den Gästen, die im ausverkauften Haus warteten und dankte allen anderen Sponsoren. Kleofas erinnerte auch an die 22 Nachwuchsmannschaften, die bei Wacker spielen. „Das soll hier keine Bettelveranstaltung werden, aber sie können uns ihr Geld gern geben“, meinte Kleofas scherzhaft.

Wie das funktioniert, das sollte Calmund dem Auditorium erklären. Und das machte der Mann denn auch, mit all seinem Wissen, seiner Erfahrung, seiner Abgeklärtheit und seinem Charme. Doch zum Vortrag: Ohne Leidenschaft kein Erfolg, nur dabei sein ist nicht alles. Das was zählt, das sind ein wenig Talent, dafür Biss und Leidenschaft. Positiv bekloppt nennt „Calli“ das.

Für Calmund ist wichtig, dass sich das erfolgreiche Sportmanagement kaum vom Unternehmensmanagement unterscheidet. Denn was für ein Unternehmen gute Mitarbeiter ist, das ist für einen Fußballverein der Nachwuchs und das Image, das er auf das engere und weitere Umfeld ausstrahlt.

Dazwischen ließ Calmund dem Publikum wissen, wie er sich massieren lässt und 30 Kilo verlor und er sagte eindringlich: Tradition schießt keine Tore und sichert keinen Gewinn.Es kommt darauf an, jetzt Leistung abzuliefern und Spiele zu gewinnen. Das trifft auch und gerade auf den Nachwuchs zu.
Calmund plädierte dafür, dass sich der Staat mehr um die Nachwuchsarbeit in den Fußballvereinen kümmern sollte. Hier bekommen Kinder und Jugendliche das gelehrt, was sie in ihrem späteren Leben brauchen: Teamgeist, Unterordnung, das Umgehen mit Erfolg und Niederlage. Die Arbeit von einer Million ehrenamtlicher Betreuer und Trainer im DFB muss wesentlich intensiver gefördert werden.

Nach dem Calmund-Solo folgte ein Duett, an dem Rolf Töpperwien teilhaben durfte. Es waren amüsante Minuten, die die beiden da auf den Brettern des Nordhäuser Theaters ablieferten. Themen waren zum Beispiel die Diskussion um die Beteiligung von Vereinen an den Kosten von Polizeieinsätzen oder die Situation von Werksvereinen. Selbst RB Leipzig wurde thematisiert. Hier solle die Leipziger Region zufrieden sein, dass eine Firma viel Geld in die Hand nimmt, den bezahlten Fußball nach Sachsen bringt und sich um die Nachwuchsförderung kümmert.

Zum Schluss lud der Töpperwien den Calmund zum Heimspiel von Wacker gegen Jena ein.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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