Probelauf im neuen Haus
Dienstag, 26. August 2014, 12:14 Uhr
Heute öffnete die Bibliothek zum ersten Mal ihre Pforten. Allerdings nur zur Generalprobe für die offizielle Eröffnung am Samstag. Neben einigen Bürgern war auch die nnz vor Ort und machte den Selbstversuch...
Techniker und Handwerker eilen durch das Haus, auf dem Platz vor der Bibliothek sind die Bauarbeiter noch zu Gange und auch die Bibliothekarinnen sind noch eifrig damit beschäftigt, Regalnummern und Büchertitel in das neue Computersystem einzutragen. Nein, noch ist man nicht ganz fertig im "Bürgerhaus".
Aber zwischen all dem Trubel, der den Betrieb des neuen Hauses seit Wochen bestimmt, mischten sich heute auch erstmals einige Nutzer und nahmen die Chance wahr, die neue Bibliothek schon einmal in Augenschein zu nehmen und auszutesten.
Die ersten drei Besucher sind Sarah, Marie und Benedikt. Die Schüler waren zwar bereits Stammgäste der alten Bibliothek, ein neuer Benutzerausweis muss trotzdem her. Der wird am Empfang ausgestellt, wo die Mitarbeiterinnen der Bibliothek sich heute mit dem neuen System vertraut machen konnten. "Aller Anfang ist schwer", sagte Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel, "uns geht es heute darum, das wir selber lernen und die neue Technik zusammenführen". So mussten der automatische Rückgabeautomat, die "Selbstverbucher" und die Computer heute ihren ersten Test bestehen.
Diese Gelegenheit hat sich die nnz natürlich nicht entgehen lassen. Der Ausweis ist schnell ausgestellt. 15 Euro kostet die Jahreskarte, drei Monate schlagen mit vier Euro zu Buche. Anstatt gleich durch die Bibliothek zu streifen, wird erst einmal einer der Recherche-Computer im Eingangsbereich aufgesucht. Wer sich am Empfang einen kostenloses Ticket zum Surfen holt, kann hier nach Lust und Laune ein oder zwei Stunden das Internet durchstöbern und das WLAN-Netz nutzen. Einzige Einschränkung: die üblichen Filter zum Jugendschutz halten den Nutzer von den dunklen Ecken des Netzes fern.
Ein Benutzerausweis ist zum Surfen nicht zwingend erforderlich, zur Vorbestellung und Verlängerung von Büchern allerdings schon. Die Suche funktioniert wie eh und je, sieht aber schicker aus als in der alten Hagelstange-Bibliothek. Bei der Vorbestellung, die auch von zu Hause aus funktionieren soll, hakt es zum ersten Mal - die neue Benutzernummer des gerade erstellen Ausweises wurde noch nicht an das System übermittelt. "Solche kleinen Schwachstellen zu entdecken und abzustellen, darum geht es heute", sagte Leiterin Seidel. Viele kleine Aufgaben seien noch zu erledigen, so Seidel weiter, aber die Stimmung in ihrer Mannschaft sei sehr fröhlich und man sehe mit Spannung der Eröffnung am Samstag entgegen. "Auf den ersten Benutzer wartet dann auch eine kleine Überraschung".
Die feierliche Übergabe des gesamten "Bürgerhauses" findet indes schon am Freitag statt. Bis dahin hat auch die IT-Abteilung der Stadt noch einiges zu tun, die den Bibliothekarinnen heute mit Rat und Tat zur Seite stand. Am Nachmittag steht der Testlauf für die Technik im Ratsaal an.
In der Kinder und Jugendabteilung der Bibliothek haben es sich Sarah, Marie und Benedikt inzwischen schon einmal gemütlich gemacht. Das neue Haus ist "cool" meint Sarah, "so riesig und so neu". "Hier kann ich auch mal nach einem stressigen Tag in der Schule herkommen und lesen oder Hausaufgaben machen", meint Marie. Weiter oben weist uns ein Mitarbeiter den Weg zur richtigen Abteilung, und das gesuchte Buch ist schnell gefunden. Zurück im Empfangsbereich wird der Tresen gerade von neuen Besuchern belagert, die neue Ausweise brauchen oder Bücher zurückbringen wollen. Anstatt zu warten wird also der "Selbstverbucher" getestet.
Denn einfach mit dem Buch hinausspazieren geht nicht. Ähnlich wie im Kaufhaus würde der Alarm losgehen, wenn man versehntlich vergisst, das gewünschte Werk auch zu verbuchen, da sämtliche Medien mit sogenannten RFID-Chips ausgestattet wurden, die alle relevanten Informationen zum Buch an die entsprechenden Geräte im Haus senden. Das macht die Ausleihe zu einer Sache weniger Sekunden. Erst Nutzerausweis und dann die Bücher auf den "Selbstverbucher" gelegt, ein Fingertipp auf den Bildschirm, fertig.
Eine weitere Neuerung: für die Rückgabe der ausgeliehenen Werke muss die Bibliothek nicht geöffnet haben. Am "Nachtschalter" kann man Bücher auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückgeben.
Auch wenn noch einiges zu tun bleibt, die heutige Generalprobe im allgemeinen und auch unser Selbstversuch verliefen grundsätzlich positiv. Bleibt zu hoffen das dass Personal all die vielen neuen Handgriffe und kleine Schwierigkeiten bis zur Eröffnung in den Griff kriegt. Im Außenbereich, vor allem auf der Straßenseite, ist ein Ende der Bauarbeiten bis zur Eröffnung jedenfalls noch nicht in Sicht. Der Platz mitsamt Wasserbecken soll aber am Samstag fertig gestellt sein. "Beleben müssen es dann die Leute", sagte Hildegard Seidel.
Angelo Glashagel
Autor: redTechniker und Handwerker eilen durch das Haus, auf dem Platz vor der Bibliothek sind die Bauarbeiter noch zu Gange und auch die Bibliothekarinnen sind noch eifrig damit beschäftigt, Regalnummern und Büchertitel in das neue Computersystem einzutragen. Nein, noch ist man nicht ganz fertig im "Bürgerhaus".
Aber zwischen all dem Trubel, der den Betrieb des neuen Hauses seit Wochen bestimmt, mischten sich heute auch erstmals einige Nutzer und nahmen die Chance wahr, die neue Bibliothek schon einmal in Augenschein zu nehmen und auszutesten.
Die ersten drei Besucher sind Sarah, Marie und Benedikt. Die Schüler waren zwar bereits Stammgäste der alten Bibliothek, ein neuer Benutzerausweis muss trotzdem her. Der wird am Empfang ausgestellt, wo die Mitarbeiterinnen der Bibliothek sich heute mit dem neuen System vertraut machen konnten. "Aller Anfang ist schwer", sagte Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel, "uns geht es heute darum, das wir selber lernen und die neue Technik zusammenführen". So mussten der automatische Rückgabeautomat, die "Selbstverbucher" und die Computer heute ihren ersten Test bestehen.
Diese Gelegenheit hat sich die nnz natürlich nicht entgehen lassen. Der Ausweis ist schnell ausgestellt. 15 Euro kostet die Jahreskarte, drei Monate schlagen mit vier Euro zu Buche. Anstatt gleich durch die Bibliothek zu streifen, wird erst einmal einer der Recherche-Computer im Eingangsbereich aufgesucht. Wer sich am Empfang einen kostenloses Ticket zum Surfen holt, kann hier nach Lust und Laune ein oder zwei Stunden das Internet durchstöbern und das WLAN-Netz nutzen. Einzige Einschränkung: die üblichen Filter zum Jugendschutz halten den Nutzer von den dunklen Ecken des Netzes fern.
Ein Benutzerausweis ist zum Surfen nicht zwingend erforderlich, zur Vorbestellung und Verlängerung von Büchern allerdings schon. Die Suche funktioniert wie eh und je, sieht aber schicker aus als in der alten Hagelstange-Bibliothek. Bei der Vorbestellung, die auch von zu Hause aus funktionieren soll, hakt es zum ersten Mal - die neue Benutzernummer des gerade erstellen Ausweises wurde noch nicht an das System übermittelt. "Solche kleinen Schwachstellen zu entdecken und abzustellen, darum geht es heute", sagte Leiterin Seidel. Viele kleine Aufgaben seien noch zu erledigen, so Seidel weiter, aber die Stimmung in ihrer Mannschaft sei sehr fröhlich und man sehe mit Spannung der Eröffnung am Samstag entgegen. "Auf den ersten Benutzer wartet dann auch eine kleine Überraschung".
Die feierliche Übergabe des gesamten "Bürgerhauses" findet indes schon am Freitag statt. Bis dahin hat auch die IT-Abteilung der Stadt noch einiges zu tun, die den Bibliothekarinnen heute mit Rat und Tat zur Seite stand. Am Nachmittag steht der Testlauf für die Technik im Ratsaal an.
In der Kinder und Jugendabteilung der Bibliothek haben es sich Sarah, Marie und Benedikt inzwischen schon einmal gemütlich gemacht. Das neue Haus ist "cool" meint Sarah, "so riesig und so neu". "Hier kann ich auch mal nach einem stressigen Tag in der Schule herkommen und lesen oder Hausaufgaben machen", meint Marie. Weiter oben weist uns ein Mitarbeiter den Weg zur richtigen Abteilung, und das gesuchte Buch ist schnell gefunden. Zurück im Empfangsbereich wird der Tresen gerade von neuen Besuchern belagert, die neue Ausweise brauchen oder Bücher zurückbringen wollen. Anstatt zu warten wird also der "Selbstverbucher" getestet.
Denn einfach mit dem Buch hinausspazieren geht nicht. Ähnlich wie im Kaufhaus würde der Alarm losgehen, wenn man versehntlich vergisst, das gewünschte Werk auch zu verbuchen, da sämtliche Medien mit sogenannten RFID-Chips ausgestattet wurden, die alle relevanten Informationen zum Buch an die entsprechenden Geräte im Haus senden. Das macht die Ausleihe zu einer Sache weniger Sekunden. Erst Nutzerausweis und dann die Bücher auf den "Selbstverbucher" gelegt, ein Fingertipp auf den Bildschirm, fertig.
Eine weitere Neuerung: für die Rückgabe der ausgeliehenen Werke muss die Bibliothek nicht geöffnet haben. Am "Nachtschalter" kann man Bücher auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückgeben.
Auch wenn noch einiges zu tun bleibt, die heutige Generalprobe im allgemeinen und auch unser Selbstversuch verliefen grundsätzlich positiv. Bleibt zu hoffen das dass Personal all die vielen neuen Handgriffe und kleine Schwierigkeiten bis zur Eröffnung in den Griff kriegt. Im Außenbereich, vor allem auf der Straßenseite, ist ein Ende der Bauarbeiten bis zur Eröffnung jedenfalls noch nicht in Sicht. Der Platz mitsamt Wasserbecken soll aber am Samstag fertig gestellt sein. "Beleben müssen es dann die Leute", sagte Hildegard Seidel.
Angelo Glashagel
















