Letzter Arbeitstag
Montag, 25. August 2014, 18:43 Uhr
Dr. Jens-Christian Wagner, der (Noch)Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora nahm heute Abschied von diesem Job von diesem Ort, der ihn mehr als 20 Jahre an die Geschichte der Gedenkstätte fesselte...
Auf Wiedersehen, Dr. Jens-Christian Wagner
Den letzten Arbeitstag wollte Wagner mit Weggefährten verbringen. Ihm falle der Abschied aus Nordhausen schwer, das liege daran, dass er sein nahezu komplettes Arbeitsleben mit der Gedenkstätte verbracht habe, die letzten 13 Jahre als deren Leiter. Der 48jährige Historiker dankte zu allererst den Überlebenden der Hölle Dora, die sich immer wieder in die Entwicklung der Gedenkstätte eingebracht haben und nannte hier vor allem Albert van Hoey.
Er habe viel von den ehemaligen Häftlingen gelernt, sie hätten ihm viel Inspiration bei seiner Arbeit gegeben. Wagner dachte aber auch zurück an die zwischenzeitlich verstorbenen Ehemaligen, die nicht nur die Gedenkstättenarbeit, sondern das gesellschaftliche Leben in und um Nordhausen herum belebt und inspiriert hätten.
Wagner erinnerte sich in seinem persönlichen Rückblick an die gewöhnungsbedürftigen Dienstberatungen im Nordhäuser Landratsamt. Zu jener Zeit, da die Gedenkstätte noch dem Landkreis zugeschlagen war. Bei diesen Beratungen habe er das politische System dieser Bundesrepublik kennen- und schätzengelernt. Eine gute Zusammenarbeit konstatierte Wagner dem Nordhäuser Theater und dem Museum Flohburg als neuen Veranstaltungsort, dem Jugendgästehaus Rothleimmühle, der Kreissparkasse und der Jugendkunstschule, der Lift gGmbH oder der Kirchen.
Albert van Hoey, Vorsitzender des Häftlingsbeirats der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Der scheidende Gedenkstättenleiter mischte sich immer wieder in die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen in der Nordhäuser Region ein. Geholfen haben hier neben den kommunalen Akteuren auch die nationalen Netzwerke, in denen die Gedenkstätte fest verankert ist. Hervorzuheben sei vor allem das Wirken des Vereins Jugend für Dora, um den viele nationale Gedenkstätten die in Nordhausen beneiden. Es gibt noch viele tolle junge Leute! Mit großer Wehmut geht Wagner nach Niedersachsen, da er die Mitarbeiter der zurückliegenden Jahre zurücklassen wird. Letztlich bezeichnete er diese Arbeit in der Gedenkstätte als Teamarbeit.
Wie geht es personell in der Gedenkstätte weiter? Kommissarisch wird das Dr. Regine Heubaum realisieren. Die tatsächliche Nachfolge wird noch entschieden, Bewerbungsgespräche habe es gegeben. Eine abschließende Bitte hatte Wagner: "Bleiben Sie dieser Gedenkstätte verbunden und treu".
Autor: redAuf Wiedersehen, Dr. Jens-Christian Wagner
Den letzten Arbeitstag wollte Wagner mit Weggefährten verbringen. Ihm falle der Abschied aus Nordhausen schwer, das liege daran, dass er sein nahezu komplettes Arbeitsleben mit der Gedenkstätte verbracht habe, die letzten 13 Jahre als deren Leiter. Der 48jährige Historiker dankte zu allererst den Überlebenden der Hölle Dora, die sich immer wieder in die Entwicklung der Gedenkstätte eingebracht haben und nannte hier vor allem Albert van Hoey.
Er habe viel von den ehemaligen Häftlingen gelernt, sie hätten ihm viel Inspiration bei seiner Arbeit gegeben. Wagner dachte aber auch zurück an die zwischenzeitlich verstorbenen Ehemaligen, die nicht nur die Gedenkstättenarbeit, sondern das gesellschaftliche Leben in und um Nordhausen herum belebt und inspiriert hätten.
Wagner erinnerte sich in seinem persönlichen Rückblick an die gewöhnungsbedürftigen Dienstberatungen im Nordhäuser Landratsamt. Zu jener Zeit, da die Gedenkstätte noch dem Landkreis zugeschlagen war. Bei diesen Beratungen habe er das politische System dieser Bundesrepublik kennen- und schätzengelernt. Eine gute Zusammenarbeit konstatierte Wagner dem Nordhäuser Theater und dem Museum Flohburg als neuen Veranstaltungsort, dem Jugendgästehaus Rothleimmühle, der Kreissparkasse und der Jugendkunstschule, der Lift gGmbH oder der Kirchen.
Albert van Hoey, Vorsitzender des Häftlingsbeirats der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Der scheidende Gedenkstättenleiter mischte sich immer wieder in die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen in der Nordhäuser Region ein. Geholfen haben hier neben den kommunalen Akteuren auch die nationalen Netzwerke, in denen die Gedenkstätte fest verankert ist. Hervorzuheben sei vor allem das Wirken des Vereins Jugend für Dora, um den viele nationale Gedenkstätten die in Nordhausen beneiden. Es gibt noch viele tolle junge Leute! Mit großer Wehmut geht Wagner nach Niedersachsen, da er die Mitarbeiter der zurückliegenden Jahre zurücklassen wird. Letztlich bezeichnete er diese Arbeit in der Gedenkstätte als Teamarbeit.
Wie geht es personell in der Gedenkstätte weiter? Kommissarisch wird das Dr. Regine Heubaum realisieren. Die tatsächliche Nachfolge wird noch entschieden, Bewerbungsgespräche habe es gegeben. Eine abschließende Bitte hatte Wagner: "Bleiben Sie dieser Gedenkstätte verbunden und treu".


