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"Wir hoffen auf ein schweres Spiel"

Montag, 25. August 2014, 10:54 Uhr
Drei Tage vor der Volleyball-WM werden sich die Mannschaften Deutschlands und der USA am Mittwoch in Nordhausen gegenübertreten. Im Interview spricht der Kapitän der deutschen Mannschaft Jochen Schöps über eine Rückkehr, schwere Spiele, Motivation und Vital Heynen...

In der Welt von Jochen Schöps dreht sich alles um einen bis zu 280 Gramm leichten Ball. Schöps spielt und lebt Volleyball. Mit der deutschen Nationalmannschaft um Bundestrainer Vital Heynen bereitet sich der 2,00 Meter große Diagonalangreifer gegenwärtig auf die Weltmeisterschaft in Polen (30. August bis 21. September) vor. Drei Tage vor dem WM-Start, am Mittwoch, 27. August, schlägt das Team gegen den Weltliga-Sieger USA um 19 Uhr in der Nordhäuser Wiedigsburghalle auf. Vor der WM-Generalprobe sprach Sandra Arm mit dem 30-jährigen Nationalkapitän über eine Rückkehr, schwere Spiele, Motivation und Vital Heynen.

Herr Schöps, in den vergangenen Jahren hat sich Nordhausen für die deutsche Mannschaft zu einer festen Größe in der Vorbereitung auf wichtige Turniere wie nun die Weltmeisterschaft in Polen entwickelt. Was macht für Sie den Reiz aus, immer wieder in die Rolandstadt zurückzukehren?

Jochen Schöps: Wir kommen immer wieder gerne in Städte zurück, in denen wir schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Nordhausen hat sich über die Jahre zu einem Ort für uns entwickelt, an dem wir in toller Atmosphäre und bei guten Bedingungen Spiele gegen hochklassige Gegner machen können. Die Spiele jetzt sind sehr wichtig für uns im Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft und gleichzeitig ein hoffentlich schönes Volleyball-Highlight für die Zuschauer und Fans in Nordhausen. Wir freuen uns auf sie.

Auf die Mannschaft wartet nur drei Tage vor dem WM-Start in Polen mit dem frisch gekürten Weltliga-Sieger USA ein richtiger Härtetest. Was erhoffen Sie sich von den beiden noch ausstehenden Spielen gegen einen der Top-Favoriten bei der WM?

Schöps: Wie natürlich auch schon von den letzten Testspielen in den letzten Wochen, erhoffen wir uns viele Erkenntnisse zu sammeln, hauptsächlich über unseren Volleyball. Es gibt immer viel zu verbessern, und gerade die Spiele auf dem Topniveau bringen Kleinigkeiten zum Vorschein, die es auszumerzen gilt, weil sie oft den Unterschied auf dem hohen Level ausmachen. Gegen den frisch gekürten Weltliga-Gewinner zu spielen, macht es natürlich nur besser.

 Jochen Schöps (links) im Angriff (Foto:  Conny Kurth/DVV ) Jochen Schöps (links) im Angriff (Foto: Conny Kurth/DVV )

Bundestrainer Vital Heynen sagte nach dem beiden Länderspielen gegen Italien: "Ich hoffe, dass die USA gut spielen, wir benötigen schwere Spiele." Wie empfanden Sie die Trainings- und Länderspiele gegen Australien, Polen und Italien?

Schöps: Es war eine sehr gute Steigerung für uns. Wir haben uns mit den Mannschaften mit gesteigert. Die Spiele in Italien waren schon teilweise auf sehr gutem Niveau und natürlich hoffen alle, dass es weitergeht und die USA es uns noch schwerer macht. Wie schon gesagt, aus den schwierigen Spielen kann man viel mitnehmen und lernen.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die beiden abschließenden Länderspiele gegen die USA?

Schöps: Ein Mix aus Freude, in Deutschland
spielen zu können und Motivation, den Weltliga-Gewinner möglicherweise zu schlagen. Die Anspannung steigt, je näher die Weltmeisterschaft kommt. Wir wollen jedes Training und Spiel nutzen, um weiter zu kommen.

Was machen Sie, um sich vor den Spielen zu motivieren?

Schöps: Ich persönlich brauche mich nicht extra zu motivieren. Die nahe Weltmeisterschaft, der Gegner, das Ziel, die Mannschaft … alles spielt da eine Rolle und automatisch ist man hoch motiviert.

Nur drei Tage nach dem Länderspiel in Nordhausen startet die Weltmeisterschaft in Polen. Ziel des ehrgeizigen Projekts ist eine Medaille. Was fehlt der Mannschaft noch, um auch mal ganz vorn zu landen, um letztlich um Medaillen mitzuspielen?

Schöps: Auf so einem langen Turnier können viele Faktoren ausschlaggebend sein. Wir versuchen, so viele gute Voraussetzungen für uns zu schaffen wie möglich und dann ist es halt immer noch Sport, in dem Tagesform oder auch Glück eine Rolle spielen können.

Mit Weltmeister Brasilien, Vize-Weltmeister Kuba sowie Tunesien, Finnland und Südkorea hat die Mannschaft gleich ein schweres Auftaktprogramm vor der Brust. Wie wichtig ist für Sie ein guter Start auch im Hinblick auf den weiteren Verlauf?

Schöps: Sehr wichtig. Auf der Weltmeisterschaft wird jedes Spiel wichtig sein. Da man in die Zwischenrunde auch die Ergebnisse der Vorrunden mitnimmt, sind alle Spiele wichtig und es können gute oder schlechte Ergebnisse von großer Tragkraft sein.

Mit Bundestrainer Vital Heynen, so scheint es, hat die Mannschaft einen sehr geduldigen Trainer. Was zeichnet ihn noch aus?

Schöps: Er ist ein Mensch, der den ganzen Tag Volleyball lebt. Er beschäftigt sich so viel mit Möglichkeiten, Sachen zu ändern und zu verbessern. Er analysiert Gegner und unsere eigene Mannschaft und versucht bestmögliche Leistungen zu erreichen. Als zu geduldig würde ich ihn nicht beschreiben, er kann auch schon sehr laut und emotional werden, um uns auf Dinge, die nicht so laufen, aufmerksam zu machen.
Das Interview führte Sandra Arm

Der deutsche 14-er Kader für die Länderspiele gegen die USA:
Zuspieler: Lukas Kampa, Sebastian Kühner
Diagonalspieler: Georg Grozer, Jochen Schöps
Außenangreifer: Christian Fromm, Denis Kaliberda, Sebastian Schwarz , Dirk Westphal
Mittelblocker: Max Günthör, Tim Broshog, Michael Andrei, Marcus Böhme
Libero: Markus Steuerwald, Ferdinand Tille

Informationen zum Kartenvorverkauf (Nordhausen): Tickets zum Preis von 10 Euro (Vollzahler) und 7 Euro (ermäßigt) sind in der Stadtinformation am Rathaus oder unter www.ticketmaster.de erhältlich. Kartenbestellungen nimmt auch der SVC Nordhausen unter svc-ndh@t-online.de entgegen.
Autor: red

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