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Lichtblicke: Lebensabschnitt

Sonnabend, 23. August 2014, 07:00 Uhr
Nennen Sie fünf Menschen, die für Ihr Leben von entscheidender Bedeutung sind. Das ist gar nicht so einfach. Denn bei vielen Menschen handelt es sich um Lebensabschnittsgefährten, die ähnlich gingen, wie sie kamen...


Gerade jetzt mitten in der Urlaubszeit trifft man eine kurze Zeit auf Menschen – im selben Hotel, im selben Park, im selben Kino, die so gar nichts mit mir zu tun haben, die doch gerade in diesem Moment der Entspannung Ähnliches erleben…am selben Ort zur gleichen Zeit.

Dann gibt es Menschen, mit denen ich das ganze Jahr nichts zu tun habe – aber zum Geburtstag einer lieben Freundin sehen wir uns immer. Gespräche entstehen und es ist nett, Zeit miteinander teilen zu können. Dann gibt es da die Menschen im Internet. Mir ganz Fremde. Auch mit ihnen wird in der heutigen Zeit sehr viel Zeit verbracht und es entsteht ein Netzwerk, das einfach sagenhaft und unglaublich erscheint. Da sind Menschen, die ein Hobby mit mir teilen, oder den Beruf. Manche verbringen mehr Zeit mit ihren Arbeitskollegen, als mit der eigenen Familie. Aber auch Menschen in meinem Dorf, in meiner Straße, in meiner Stadt, die ich kenne, die mir begegnen.

Mit anderen gehe ich klare Beziehungen ein – Freundschaften werden geknüpft und die Frage, wie lange das nun hält stellt sich nicht. Und – nicht zu vergessen – meine Familie. Wer aber ist es, der mich prägt; der mich zu dem macht, der ich bin?

In einem Film mit dem Titel „ Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen“ nach dem Bestseller von Mitch Albom geht es um einen Mann, der nach seinem Tod auf fünf Menschen trifft, die für sein Leben eine große Bedeutung hatten…und nicht an alle erinnert er sich. Kaum vorstellbar.

Mit einem solchen Weggefährten ist Gott manches Mal zu vergleichen. Er, der bei der Taufe zusichert: Ich halte dich. „Ich bin bei dir alle Tage. Bis an der Welt Ende.“ (Mt 28, 20) Ein Versprechen, das zeit des eigenen Lebens bei so manchen in Vergessenheit gerät. Und dennoch ist er da. Er wohnt Tür an Tür. Es ist nur wie mit meinem Nachbarn: Ich muss mich bemerkbar machen, wenn ich seine Nähe will. Und es ist seine Sache, ob er mit mir gemeinsam meinen Alltag, meine Sorge oder meine Freude angehen möchte, oder nicht.

Mein eigenes Leben hat Gott bisher ganz entscheidend geprägt. Alleine dadurch, dass ich immer wieder nach ihm und seinem Willen mit uns Menschen gefragt habe. Vieles verstehe ich nicht. Aber ich versuche mein Leben – das Leben durch meine Fragen nach ihm immer wieder neu zu interpretieren. Die Sache Gottes mit uns Menschen ist eine Prägende. Lebensprägend und lebensbegleitend.

Er ist auf jeden Fall von entscheidender Bedeutung für das Leben der Menschen, die sich haben taufen lassen. Ist er es bei Ihnen? Und welche Menschen sind das bei Ihnen?
Pfarrerin Esther Maria Fauß
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