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Thüringer Exporte weiter gestiegen

Montag, 18. August 2014, 13:09 Uhr
Die Weltkonjunktur tritt derzeit auf der Stelle. Durch die Krise in Osteuropa und den weiteren Konflikten rund um den Globus erwarten die Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) zum Teil spürbare Dämpfer – das beeinträchtigt auch den deutschen Außenhandel, wie der Weltkonjunkturbericht 2014 / 2015 zeigt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt befürchtet dennoch keine spürbaren Auswirkungen auf das Thüringer Exportgeschäft...


„Auch wenn die Unternehmen durch die Sanktionen gegen Russland zunehmend verunsichert sind, hat sich die Thüringer Wirtschaft bislang äußerst robust gegenüber den internationalen Spannungen erwiesen“ berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Wichtige Exportmärkte wären vor allem der Euroraum und Mitteleuropa, die derzeit gute Ansätze zur Überwindung der jüngsten Finanzkrise zeigten. Immerhin würden fast 70 Prozent des gesamten Exports aus dem Freistaat in diese Länder geliefert und das mit wachsendem Erfolg. „Von Januar bis Mai 2014 sind die Gesamtausfuhren des Freistaats um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen“, so Grusser weiter.

Der Weltkonjunkturbericht ist das Ergebnis einer AHK-Umfrage in 90 Ländern. „Das Jahr 2014 entpuppt sich als geopolitisches Sorgenjahr", fasst Grusser die Lage zusammen. Die EU-Sanktionen gegen Russland wie auch die russischen Gegenmaßnahmen würden den deutschen Export weiter in Mitleidenschaft ziehen. Außerdem entwickelten sich viele Schwellenländer ungünstiger als noch im letzten Jahr eingeschätzt. Weitere Konflikte – vor allem im Nahen Osten – forcierten die Unsicherheit im internationalen Handel zusätzlich.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) senkte seine Exportprognose deshalb abermals. Statt mit einem Plus von 4,5 Prozent, wie zu Beginn des Jahres noch erwartet, rechnet der DIHK aktuell für 2014 mit einem Wachstum der deutschen Ausfuhren von bestenfalls 3,5 Prozent. Im Mai hatte die Prognose noch bei 4,0 Prozent gelegen.

Weltwirtschaft wächst nur um 3,2 Prozent

Mit einem Wachstum von nur 3,2 Prozent liegt die Weltwirtschaft in diesem Jahr zumindest noch knapp über dem enttäuschenden Vorjahreswert (3,0 Prozent). Damit tritt die globale Wirtschaftsentwicklung seit mittlerweile drei Jahren auf der Stelle. Die Krise in Osteuropa hinterlässt aktuell deutliche Spuren: das geringe Wachstum der Eurozone bleibt durch die Krise fragil.

Die AHKs in nahezu allen Ländern der EU erwarten durch die Sanktionen Beeinträchtigungen auf die Konjunktur an ihren Standorten, vielfach sogar deutlich spürbare Bremseffekte. Vor allem Russland und die Ukraine selbst müssen ihre Wachstumszahlen für dieses Jahr deutlich nach unten korrigieren. Hinzu kommt die schwächere wirtschaftliche Entwicklung in einer ganzen Reihe von Schwellenländern – allen voran den sogenannten „Fragile Five“. Dazu gehören Indien, Indonesien, die Türkei, Südafrika und Brasilien.

3,8 Prozent erwartet

Die ursprünglich für das laufende Jahr angekündigte Erholung der Weltwirtschaft wird auf das kommende Jahr vertagt. Nach Schätzungen der AHKs zieht die Weltwirtschaft im kommenden Jahr um 3,8 Prozent an. Alle Weltregionen tragen zu dem höheren Wachstum bei. Insbesondere die beiden Schwergewichte, USA und China, halten die Weltwirtschaft auf Kurs. Auch die Konjunktur in der Eurozone kräftigt sich mit rund 1,5 Prozent Wachstum.

Deutschlands Exportwirtschaft profitiert vom Anziehen der Weltkonjunktur im kommenden Jahr. Die Schätzung von plus fünf Prozent geht von einer Erholung der geopolitischen Situation in Russland und der Ukraine aus.

Darüber hinaus stabilisieren sich nach dem Rückschritt in diesem Jahr die Ausfuhren in die Schwellenländer. In den USA ziehen die Konjunktur und damit auch der Absatz von Waren „Made in Germany“ weiter an. Die Nachfrage aus China kann nicht mehr ganz mit den Wachstumsraten vergangener Jahre mithalten, wächst aber weiterhin dynamisch.
Autor: red

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