Die Heide ruft, die Landsenioren kamen
Donnerstag, 14. August 2014, 12:16 Uhr
In diesem Jahr blüht die Lüneburger Heide früher als üblich. Schon Heimatdichter Hermann Löns schwärmte: Auf der Lüneburger Heide, in dem wunderschönen Land. Ging ich auf und ging ich unter, allerlei am Weg ich fand. Allerlei entdeckten gestern auch die Südharzer Landsenioren auf ihrer Heide-Tour...
Nordhausen/Celle. Steffen Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode hatte seinen Wagen, einen modernen Mercedes-Reisebus, voll geladen. 47 Personen, die ehemals irgendwie mit der Landwirtschaft verbandelt waren, nahmen Platz. Unter ihnen Landwirt Georg Petri mit Frau und Sohn aus Klettenberg, Winfried Wilhelm mit Frau aus Münchenlohra, Ilse Schlese aus der Flarichsmühle, Hartmut und Helga Kopf aus Nordhausen.
In Celle, Ausgangspunkt der Reise durch die Lüneburger Heide, kam Reiseleiterin Ingrid Hintz hinzu. Sprachgewandt und kenntnisreich wusste die zierlich wirkende Frau viel Interessantes während einer Stadtrundfahrt und am Nachmittag bei einem Spaziergang über die 993 erstmals erwähnte und 69 000 Einwohner zählende Stadt zu berichten. Einmalig in Deutschland seien die etwa 400 unterschiedlichen Fachwerkhäuser, die unter Denkmalschutz stehen.
Vor sieben Jahren als schönste Stadt Deutschlands ausgezeichnet, blieb sie vom Krieg völlig verschont und präsentiert sich, industriefrei, in ganzer Pracht und Schönheit mit ihren herrlichen Gärten und Parkanlagen.. Celle sei eine Verwaltungs-und Beamtenstadt. Größter Arbeitgeber, erzählte Hintz, sei das Krankenhaus mit seinen 1200 Betten. Danach folgten die Justizvollzugsanstalten. 232 schwere Jungs, informierte sie, sitzen gegenwärtig ein. Alle nicht unter zehn Jahren Knast.
Die Reiseleiterin verwies auf das bundesweit größte Roggenanbaugebiet im Raum Celle, den Spargelanbau und auf das Knäckebrot, was man hier produziere. Angeblich habe die Stadt auch den ältesten Ratskeller und die größte ehemalige preußische Kaserne, heute das Neue Rathaus. Auch sei Celle die erste Stadt im Lande gewesen, die den lutherischen Glauben annahm. Die Herzöge, die seinerzeit regierten, waren dem Reformator wohlgesonnen. Eine Gegenreformation habe es deshalb nie gegeben. Mit dem Bus ging es ein Stück in die Heide hinein. An eine Stelle, wo Planwagen, auch Kutschwagen genannt, bereitstanden. Mit Bänken rechts und links. In der Mitte ein rustikaler Tisch. Plötzlich stand da ein Schäfer mit seiner Heidschnucken-Herde. Über 300 Tiere. Nicht zufällig befand er sich da. Ingrid Hintz und Marina Döring, in der Vereinigung der Nordhäuser Landsenioren mit ihren 120 Mitgliedern für das Organisatorische zuständig, hatten Schäfermeister Adolf Heck dorthin gebeten. Seit Kindesbeinen hüte er Schafe, beruflich seit einem halben Jahrhundert.
Während die Reisegesellschaft im Freien verweilte, bestückte die Familie Reuter, die auch durch die Heide kutschieren ließ und Landwirtschaft betreibt, die Planwagen: Mit deftigen Würsten. Rot-, Leber- Blutwurst, Knackern. Alles baumelte einladend vom Dachhimmel der Planwagen herab. Daneben hingen Brotlaibe. Eingelegte Gurken, Messer, Gabel, Pappteller, diverse Getränke – für alles war gesorgt. Das hob die Stimmung zusätzlich. Lieder aus Löns Feder waren aus gesangsfreudigen Kehlen während der Heide-Fahrt zu hören.
In der Cafestube des Landhauses Hof Grauen in Hermannsburg ließ sich die Reisegruppe aus dem Südharz die Köstlichkeiten, die Wirtin Angela Meier auftischte, schmecken. Alle waren sich einig: Eine Fahrt in dieser Zeit der Heideblüte ist ein Erlebnis besonderer Art, die Reise mit der Landsenioren-Vereinigung immer ein Highlight. Das war auch das Wetter. Es hätte nicht besser sein können. Erst auf der Heimfahrt setzte Regen ein, der im Raum Nordhausen stärker wurde.
Kurt Frank
Autor: redNordhausen/Celle. Steffen Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode hatte seinen Wagen, einen modernen Mercedes-Reisebus, voll geladen. 47 Personen, die ehemals irgendwie mit der Landwirtschaft verbandelt waren, nahmen Platz. Unter ihnen Landwirt Georg Petri mit Frau und Sohn aus Klettenberg, Winfried Wilhelm mit Frau aus Münchenlohra, Ilse Schlese aus der Flarichsmühle, Hartmut und Helga Kopf aus Nordhausen.
In Celle, Ausgangspunkt der Reise durch die Lüneburger Heide, kam Reiseleiterin Ingrid Hintz hinzu. Sprachgewandt und kenntnisreich wusste die zierlich wirkende Frau viel Interessantes während einer Stadtrundfahrt und am Nachmittag bei einem Spaziergang über die 993 erstmals erwähnte und 69 000 Einwohner zählende Stadt zu berichten. Einmalig in Deutschland seien die etwa 400 unterschiedlichen Fachwerkhäuser, die unter Denkmalschutz stehen.
Vor sieben Jahren als schönste Stadt Deutschlands ausgezeichnet, blieb sie vom Krieg völlig verschont und präsentiert sich, industriefrei, in ganzer Pracht und Schönheit mit ihren herrlichen Gärten und Parkanlagen.. Celle sei eine Verwaltungs-und Beamtenstadt. Größter Arbeitgeber, erzählte Hintz, sei das Krankenhaus mit seinen 1200 Betten. Danach folgten die Justizvollzugsanstalten. 232 schwere Jungs, informierte sie, sitzen gegenwärtig ein. Alle nicht unter zehn Jahren Knast.
Die Reiseleiterin verwies auf das bundesweit größte Roggenanbaugebiet im Raum Celle, den Spargelanbau und auf das Knäckebrot, was man hier produziere. Angeblich habe die Stadt auch den ältesten Ratskeller und die größte ehemalige preußische Kaserne, heute das Neue Rathaus. Auch sei Celle die erste Stadt im Lande gewesen, die den lutherischen Glauben annahm. Die Herzöge, die seinerzeit regierten, waren dem Reformator wohlgesonnen. Eine Gegenreformation habe es deshalb nie gegeben. Mit dem Bus ging es ein Stück in die Heide hinein. An eine Stelle, wo Planwagen, auch Kutschwagen genannt, bereitstanden. Mit Bänken rechts und links. In der Mitte ein rustikaler Tisch. Plötzlich stand da ein Schäfer mit seiner Heidschnucken-Herde. Über 300 Tiere. Nicht zufällig befand er sich da. Ingrid Hintz und Marina Döring, in der Vereinigung der Nordhäuser Landsenioren mit ihren 120 Mitgliedern für das Organisatorische zuständig, hatten Schäfermeister Adolf Heck dorthin gebeten. Seit Kindesbeinen hüte er Schafe, beruflich seit einem halben Jahrhundert.
Während die Reisegesellschaft im Freien verweilte, bestückte die Familie Reuter, die auch durch die Heide kutschieren ließ und Landwirtschaft betreibt, die Planwagen: Mit deftigen Würsten. Rot-, Leber- Blutwurst, Knackern. Alles baumelte einladend vom Dachhimmel der Planwagen herab. Daneben hingen Brotlaibe. Eingelegte Gurken, Messer, Gabel, Pappteller, diverse Getränke – für alles war gesorgt. Das hob die Stimmung zusätzlich. Lieder aus Löns Feder waren aus gesangsfreudigen Kehlen während der Heide-Fahrt zu hören.
In der Cafestube des Landhauses Hof Grauen in Hermannsburg ließ sich die Reisegruppe aus dem Südharz die Köstlichkeiten, die Wirtin Angela Meier auftischte, schmecken. Alle waren sich einig: Eine Fahrt in dieser Zeit der Heideblüte ist ein Erlebnis besonderer Art, die Reise mit der Landsenioren-Vereinigung immer ein Highlight. Das war auch das Wetter. Es hätte nicht besser sein können. Erst auf der Heimfahrt setzte Regen ein, der im Raum Nordhausen stärker wurde.
Kurt Frank






