Zusammenarbeit mit den Niedersachsen
Dienstag, 11. Mai 2004, 22:33 Uhr
Nordhausen (nnz). In Krisenzeiten lohnt es zusammenzuarbeiten. Viele Herausforderungen der Familien- und Sozialpolitik lassen sich gemeinsam besser lösen, meinen die Minister, deshalb kamen heute Ursula von der Leyen und Klaus Zeh zusammen. Unter anderem besuchten sie die Mitarbeiter der Lebenshilfe.
Zusammenarbeit mit den Niedersachsen (Foto: nnz)
Schraubdeckel sortiert oder Fahrradteile hergestellt haben Ursula von der Leyen und Klaus Zeh (beide CDU), die Sozialminister von Niedersachsen und Thüringen, garantiert noch nicht. Heute durften sie es probieren, unter fachkundiger Anleitung behinderter Menschen. Die Mitarbeiter der Nordthüringer Lebenshilfe sind alle geistig, zum Teil auch körperlich behindert, aber sie arbeiten trotzdem gern. Davon wurden die beiden Politiker schnell überzeugt. Sie ließen sich das gesamte Gelände und die einzelnen Abteilungen zeigen. Wie vielfältig das Angebot auch für Privatpersonen ist, das wußte auch Klaus Zeh genauso wenig wie die meisten Nordhäuser.
Bekannt dürfte die Möglichkeit zur Entsorgung von Elektroschrott sein. Die Geräte werden hier fachgerecht demontiert. "Wir sind anerkannter Entsorgungsfachbetrieb." berichtet Werkstattleiter Hansjürgen Hanke. Kerzen und Kunstgewerbe hat vielleicht auch schon manch einer im Laden der Lebenshilfe erworben.
Die behinderten Menschen fertigen aber auch Teile für Fahrräder und Autos., restaurieren Möbel und betreiben eine Wäscherei. Das Essen wird selbst gekocht, gemeinsam mit den nicht behinderten Angestellten. Kalte Buffets und ganze Menüs für Feiern können in der Großküche entstehen. Die Minister hatten nicht genug Zeit etwas zu probieren.
Ein kleines Geschenk gab es auch, Teelichthalter aus der eigenen Fertigung. Die niedersächsische Ministerin bekam das Modell "blühende Landschaften", der Thüringer nahm die "Mäuse" mit nach hause, als Erinnerung, daß auch Behindertenarbeit Geld braucht.
389 Menschen haben in der Werkstatt Hinter der Steinmühle eine Arbeit gefunden, die ihren Fähigkeiten entspricht, ihnen Spaß macht und Selbstbestätigung vermittelt. Nach einer 2 1/4 jährigen Ausbildungszeit ist für jeden Behinderten eine passende Aufgabe gefunden. "Wenn wir noch keinen geeigneten Arbeitsplatz haben, dann schaffen wir eben einen." sagt Geschäftsführerin Tilly Pape. Sie war es auch, die den gemeinsamen Ministerbesuch ermöglichte.
Klaus Zeh wollte seiner niedersächsischen Amtskollegin gern die Einrichtung zeigen. Nach Ursula von der Leyens Besuch in Wernigerode hat es heute geklappt. Bei einer Tasse Kaffee tauschten sie sich mit den Verantwortlichen über die Behindertenarbeit aus.
Manche Kommunen seien finanziell schon ziemlich überfordert mit der Gleichstellung behinderter und nicht behinderter Menschen, berichtet die Ministerin. Klaus Zeh sieht auch ein Problem darin, daß man barrierefreies Bauen für Betriebe nicht zur Vorschrift machen kann, wie es bei öffentlichen Gebäuden möglich ist.
Am Abend haben die beiden Sozialminister noch mehr Zeit zu reden und sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Familien und Sozialpolitik auszutauschen.
Autor: wf
Zusammenarbeit mit den Niedersachsen (Foto: nnz)
Schraubdeckel sortiert oder Fahrradteile hergestellt haben Ursula von der Leyen und Klaus Zeh (beide CDU), die Sozialminister von Niedersachsen und Thüringen, garantiert noch nicht. Heute durften sie es probieren, unter fachkundiger Anleitung behinderter Menschen. Die Mitarbeiter der Nordthüringer Lebenshilfe sind alle geistig, zum Teil auch körperlich behindert, aber sie arbeiten trotzdem gern. Davon wurden die beiden Politiker schnell überzeugt. Sie ließen sich das gesamte Gelände und die einzelnen Abteilungen zeigen. Wie vielfältig das Angebot auch für Privatpersonen ist, das wußte auch Klaus Zeh genauso wenig wie die meisten Nordhäuser. Bekannt dürfte die Möglichkeit zur Entsorgung von Elektroschrott sein. Die Geräte werden hier fachgerecht demontiert. "Wir sind anerkannter Entsorgungsfachbetrieb." berichtet Werkstattleiter Hansjürgen Hanke. Kerzen und Kunstgewerbe hat vielleicht auch schon manch einer im Laden der Lebenshilfe erworben.
Die behinderten Menschen fertigen aber auch Teile für Fahrräder und Autos., restaurieren Möbel und betreiben eine Wäscherei. Das Essen wird selbst gekocht, gemeinsam mit den nicht behinderten Angestellten. Kalte Buffets und ganze Menüs für Feiern können in der Großküche entstehen. Die Minister hatten nicht genug Zeit etwas zu probieren.
Ein kleines Geschenk gab es auch, Teelichthalter aus der eigenen Fertigung. Die niedersächsische Ministerin bekam das Modell "blühende Landschaften", der Thüringer nahm die "Mäuse" mit nach hause, als Erinnerung, daß auch Behindertenarbeit Geld braucht.
389 Menschen haben in der Werkstatt Hinter der Steinmühle eine Arbeit gefunden, die ihren Fähigkeiten entspricht, ihnen Spaß macht und Selbstbestätigung vermittelt. Nach einer 2 1/4 jährigen Ausbildungszeit ist für jeden Behinderten eine passende Aufgabe gefunden. "Wenn wir noch keinen geeigneten Arbeitsplatz haben, dann schaffen wir eben einen." sagt Geschäftsführerin Tilly Pape. Sie war es auch, die den gemeinsamen Ministerbesuch ermöglichte.
Klaus Zeh wollte seiner niedersächsischen Amtskollegin gern die Einrichtung zeigen. Nach Ursula von der Leyens Besuch in Wernigerode hat es heute geklappt. Bei einer Tasse Kaffee tauschten sie sich mit den Verantwortlichen über die Behindertenarbeit aus.
Manche Kommunen seien finanziell schon ziemlich überfordert mit der Gleichstellung behinderter und nicht behinderter Menschen, berichtet die Ministerin. Klaus Zeh sieht auch ein Problem darin, daß man barrierefreies Bauen für Betriebe nicht zur Vorschrift machen kann, wie es bei öffentlichen Gebäuden möglich ist.
Am Abend haben die beiden Sozialminister noch mehr Zeit zu reden und sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Familien und Sozialpolitik auszutauschen.
