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Hohbergs Gedanken: CDU wählen?

Freitag, 01. August 2014, 07:27 Uhr
25 Jahre ist es her, da in der damaligen DDR der politische Umbruch begann. Mittendrin war Jürgen Hohberg: als Bergmann, als Wende-Aktiver, Gründer einer Bürgerinitiative, später als Bürgermeister und Mitglied des Kreistages. In der nnz macht sich der 68jährige Gedanken zu verschiedenen Themen...


Nicht nur vor Wahlen, aber da besonders intensiv, beschäftigen sich mehr Menschen als sogenannte Wahlbürger oder Wahlvolk mit der großen Volkspartei CDU. Aber wie im sonstigen Leben werden angenehme und schöne Dinge meistens als eben selbstverständlich hingenommen. Da machen wir bei den positiven/wichtigen Aktivitäten (nebst deren Auswirkungen) auch keine Ausnahmen - es ist halt so.

Aber mir sind gerade zur Zeit wichtige und teilweise sehr nachhaltig wirkende Entscheidungen, gerade dieser CDU im Sinn. Weil diese so nachhaltig wirkten, belasse ich es mit zwei Beispielen: In den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde von einigen maßgebenden Politikern in der Bundesrepublik die "ganze" die juristische Anerkennung einer Staatsbürgerschaft der DDR gefordert.

Wir Bürger der DDR wären dann keine Deutschen mehr im Sinne desGrundgesetzes. Sicher - daran wäre kein DDR-Bürger gestorben. Der wirtschaftliche und politische Verfall in der DDR wäre genau so weiter vorangeschritten, denn diese SED-Alleinherrschaft war nicht reformwillig und damit auch nicht nicht reformfähig. Und 1989?

Hätten unsere friedlichen Demonstrationen dann auch mit "dem Beitritt" in die alte Bundesrepublik enden können? Unsere Kerzen wären den Kalaschnikows dann kein Schild gewesen! Wie eine in sich geschlossene und juristisch anerkannte DDR/SED Führung dann gehandelt hätte, haben wir wohl bei den friedlichen Demos in China 1988 erleben müssen! Die Stasi, das Schild und Schwert der Partei, war auf alles vorbereitet! Fakt ist wohl nicht nur für mich, nur durch die konsequente Haltung der CDU in der Bundesrepublik konnte die erforderliche Grundgesetzänderung mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit damals verhindert werden.

Wir hatten dann mit der am 18. März 1990 freigewählten Volkskammer der DDR alle Chancen und Möglichkeiten...

Als ehemaliger Kalikumpel bin ich insbesondere (nach der Wende) der CDU sehr dankbar, dass vor der Gewerkschaftsfusion von IGBEW (DDR) und IGB (Bundesrepublik) es gerade Norbert Blühm (CDU) war, der die Übernahme aller Bergleute der DDR in die Knappschaft ermöglichte. Denn das war für alle im "Westen" keinesfalls ein Automatismus. Und für uns schien es mir manchmal als gegeben hingenommen. Dass auch diese CDU von Fehleinschätzungen und menschlichen Entgleisungen selbst in ihrer Führungsriege nicht verschont blieb, wundert mich ob unserer menschlichen Fehlbarkeit nicht.

Aber es ist für mich eher eine Ermunterung an die Presse mutig und wachsam zu bleiben in unserer Demokratie. Wobei ich für eine mediale Ausgewogenheit werbe und vor einer Mediendemokratie eher warne.
Jürgen Hohberg

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Autor: red

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