320 Euro pro Quadratmeter?
Sonntag, 27. Juli 2014, 22:00 Uhr
Nicht einmal 20 Euro werden derzeit in Berlin für den Quadratmeter Gewerbefläche verlangt. In Hongkong oder London sind es rund 160 Euro, in New York "nur" knapp 70 Euro. Wer in Nordhausen 25 Quadratmeter mieten will, der muss 320 Euro bieten...
Damit würde Nordhausen einsam an der Weltspitze der Kaltmieten stehen. Derjenige, der diese extreme Summe erzielen will, ist das Nordhäuser Landratsamt. Und das geht so:
Mit dem neuen BürgerService, der am 2. Oktober im Landratsamt eröffnet werden soll, wird auch ein Prägedienst für Kennzeichen dort seinen Betrieb aufnehmen. Auf 25 Quadratmeter sollen die Kennzeichen geprägt werden. Das muss ein äußerst lukratives Geschäft sein, denn das Nordhäuser Landratsamt soll nach Informationen der nnz für diese 25 Quadratmeter mindestens 4.000 Euro fordern. Im Monat. So soll es in einer Ausschreibung stehen, deren Vergabeverfahren aber laut Kreisverwaltung erst Ende August abgeschlossen werden soll. Und zu laufenden Verfahren - na, Sie wissen schon...
Doch wir können uns der Erwartungshaltung seitens der Kreisverwaltung auf einem Umweg nähern und blenden zurück zur Sitzung des Kreisausschusses vor einer Woche. Da wurde eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von fast 60.000 Euro für diesen BürgerService beschlossen. Gedeckt werden soll das zusätzliche Geld unter anderem durch "Mehreinnahmen aus Mieten in Höhe von 25.000 Euro".
Und da Matthias Jendricke (SPD) nochmal staunend nachfragte, was das für Mieteinnahmen seien, wurde bestätigt, dass die im neuen BürgerService erlöst werden könnten. Nun wird die Kreisverwaltung nicht an sich selbst oder an ihre Service-Tochter vermieten, sondern an einen Dritten.
Zurück zu den 25.000 Euro, die vermutlich für die Monate Oktober, November und Dezember gedacht sind. Durch 3 dividiert, macht das pro Monat eine Miete von mehr als 8.000 Euro.
Die kann kein Einheimischer Prägedienst zahlen, die lokalen Interessenten waren schon bei der Mindestforderung von 4.000 Euro aus dem Rennen. Die 8.000 Euro zahlt wohl nur der Marktführer und beschert der Verwaltung den sagenhaften Preis von 320 Euro je Quadratmeter. Ob dieser Preis wohl sittenwidrig ist? In punkto der heimischen Anbieter auf dem Markt schon.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDamit würde Nordhausen einsam an der Weltspitze der Kaltmieten stehen. Derjenige, der diese extreme Summe erzielen will, ist das Nordhäuser Landratsamt. Und das geht so:
Mit dem neuen BürgerService, der am 2. Oktober im Landratsamt eröffnet werden soll, wird auch ein Prägedienst für Kennzeichen dort seinen Betrieb aufnehmen. Auf 25 Quadratmeter sollen die Kennzeichen geprägt werden. Das muss ein äußerst lukratives Geschäft sein, denn das Nordhäuser Landratsamt soll nach Informationen der nnz für diese 25 Quadratmeter mindestens 4.000 Euro fordern. Im Monat. So soll es in einer Ausschreibung stehen, deren Vergabeverfahren aber laut Kreisverwaltung erst Ende August abgeschlossen werden soll. Und zu laufenden Verfahren - na, Sie wissen schon...
Doch wir können uns der Erwartungshaltung seitens der Kreisverwaltung auf einem Umweg nähern und blenden zurück zur Sitzung des Kreisausschusses vor einer Woche. Da wurde eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von fast 60.000 Euro für diesen BürgerService beschlossen. Gedeckt werden soll das zusätzliche Geld unter anderem durch "Mehreinnahmen aus Mieten in Höhe von 25.000 Euro".
Und da Matthias Jendricke (SPD) nochmal staunend nachfragte, was das für Mieteinnahmen seien, wurde bestätigt, dass die im neuen BürgerService erlöst werden könnten. Nun wird die Kreisverwaltung nicht an sich selbst oder an ihre Service-Tochter vermieten, sondern an einen Dritten.
Zurück zu den 25.000 Euro, die vermutlich für die Monate Oktober, November und Dezember gedacht sind. Durch 3 dividiert, macht das pro Monat eine Miete von mehr als 8.000 Euro.
Die kann kein Einheimischer Prägedienst zahlen, die lokalen Interessenten waren schon bei der Mindestforderung von 4.000 Euro aus dem Rennen. Die 8.000 Euro zahlt wohl nur der Marktführer und beschert der Verwaltung den sagenhaften Preis von 320 Euro je Quadratmeter. Ob dieser Preis wohl sittenwidrig ist? In punkto der heimischen Anbieter auf dem Markt schon.
Peter-Stefan Greiner
