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Die Dichterstätte stellt vor: Gabriele Wohmann

Dienstag, 22. Juli 2014, 08:35 Uhr
Die Klassiker der zeitgenösischen Literatur, gemeint sind nicht Harry Potter und Co., sind nicht jedermanns Sache. Das mag nicht nur an einem heillos überfrachteten Buchmarkt liegen, sondern auch daran, das einem der Zugang fehlt. Die "Dichterstätte Sarah Kirsch" will das nun ändern...

Am Samstag, 26. Juli, wird in der Dichterstätte in Limlingerode ab 14.30 Uhr vom jungen Ehepaar Schick, Mitgliedern des Fördervereins, eine der bekanntesten Autorinnen der Bundesrepublik vorgestellt, die 1932 in Darmstadt geborene Gabriele Wohmann. Sie besitzt eine überdurchschnittliche Portion von Schreiblust und ist in vielen Genres zu Hause.

Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren wurde die Wohmann mit ihren Kurzgeschichten berühmt. Von Literaturkritikern wie Reich-Ranicki und anderen bejubelt, galt sie als die Schriftstellerin der jungen BRD. Neben die Kurzgeschichten gesellten sich im Laufe der Jahre beinahe zwanzig Romane sowie zahlreiche Gedichte, Erzählungen, Dreh- und Hörbücher und Theaterstücke. Für Fernsehfilme, wie „Entziehung“, schrieb sie das Drehbuch und spielte obendrein die Hauptrolle.

Sommer in der Dichterstätte (Foto: Heidelore Kneffel) Sommer in der Dichterstätte (Foto: Heidelore Kneffel)
Jahrzehntelang mischte Gabriele Wohmann also kräftig mit im deutschen Kulturbetrieb. In den letzten Jahren ist es freilich etwas ruhiger um die nunmehr hochbetagte Autorin geworden. Dennoch schreibt die in Darmstadt lebende immer noch und immer weiter, denn Stoff hat sie genug. Schreibstoff, der sich die Gesellschaft im Allgemeinen und die Mensch- und Ehekrisen im Besonderen vorknüpft. Für dasselbe Genre und vergleichbare Texte erhielt ihre Alters- und Schreibgenossin aus Kanada, „Alice Munro“, letztes Jahr den Literaturnobelpreis.

Folgende Mail erreichte uns von Stephanie Schick: „Im Mai haben wir Frau Wohmann zum Geburtstag gratuliert und prompt ein kleines Kärtlein erhalten. Das bringen wir natürlich mit! Sobald wir abends die Kinder im Bett wissen, lesen wir uns durch das immense Werk der Wohmann. In der Lesung tragen wir einige Gedichte vor, aber auch Interviewauszüge, die sehr aussagekräftige sind, und natürlich auch stimmungsvolle Kurzgeschichten sowie eine Romanpassage. Auch ihre musikalischen Vorlieben wie Schubert und die Beatles werden eine Rolle spielen - beides wird in ihrem Werk immer wieder erwähnt.“

An diese grande dame der deutschen Literatur wird also am 26. Juli um 14.30 Uhr in der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ erinnert.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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