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nnz-doku: Offener Brief

Freitag, 18. Juli 2014, 06:41 Uhr
Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub vertritt die Auffassung, dass die Stadt Nordhausen zu wenig zur Förderung des Radverkehrs macht. Damit werden Chancen zur Verbesserung der Lebensqualität aller Bürger vergeben. Aus diesem Grund wendet sich der ADFC mit einem Brief, der Anfang der Woche eingereicht wurde, an die Entscheidungsträger im Stadtrat...


Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Anfang der neuen Legislaturperiode möchte der KV Nordhausen des ADFC, Ihnen allen, herzlich zu Ihrer Wahl als Volksvertreter der Stadt Nordhausen gratulieren. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und gute Ideen für die Entwicklung unserer Stadt.

Unser Anliegen: Wir denken, es bedarf keiner großen Erläuterung, dass das Radfahren im allgemeinen viele positive Effekte für die Gesundheit des Einzelnen, die Umwelt und das soziale Miteinander liefert.

Es ist die wirtschaftlichste und umweltverträglichste Art der Mobilität auf kurzen Strecken. Auch eine zum Teil bergige Stadt wie Nordhausen hat das Potenzial, auf diese Verkehrsart zu setzen. Aufgrund der technisch aufgerüsteten modernen Fahrräder, mit guten Gangschaltungen oder der E-Bikes ist es heute für die meisten Menschen hier möglich das Rad zu nutzen. Wir haben deshalb Ihren Beschluss, dass die Stadt Mitglied in der AG „Fahrradfreundliche Kommunen“ wird, sehr begrüßt.

Die Stadt und Ihre Verwaltung kann aber nur etwas ausrichten, wenn ein grundlegendes Umdenken stattfindet und die vorhandenen Mittel anders verteilt werden. Und da sind Sie gefragt. Sie haben die Möglichkeit eine Veränderung hin zur Förderung des Radverkehrs in der Stadt herbei zu führen. Wir wissen natürlich, dass es klamme Kassen gibt. Wir denken aber, dass der Radverkehr auch ein sog. weicher Standortfaktor ist. Im Vergleich zu den anderen, z.B. ÖPNV, Theater, Kulturbibliothek u.a., ist für die Radverkehrsinfrastruktur entschieden zu wenig investiert worden (und nicht nur in finanzieller Sicht).

Sie wissen bestimmt, dass es Fördermittel auf verschiedenen Ebenen gibt, die allerdings nur beantragt werden können, wenn die Stadt einen Eigenanteil aufbringen kann. Da auch demnächst ein neuer Thüringer Landtag gewählt wird, wäre jetzt die Zeit gekommen festzulegen, was in den nächsten Jahren in Nordhausen gemacht werden muss.

Es sollte doch endlich wieder möglich sein, dass unsere Kinder, auch von den Ortsteilen, mit dem Fahrrad zur Schule kommen können, sich in ihrer Freizeit selbstständig besuchen können, ohne das die Eltern immer mit dem PKW bereit stehen müssen. Ein negatives Beispiel ist das Chaos vor den Nordhäuser Schulen, wenn jedes Kind einzeln frühmorgens von den Eltern mit dem PKW zum Unterricht gebracht wird.

Sie haben natürlich viele Interessen gegeneinander abzuwägen. Aber dazu gehören auch die Interessen und Belange der heutigen und zukünftigen Radfahrer, die bisher nur marginal berücksichtigt wurden. Wir rufen Sie also auf, in den kommenden Jahren auch die Interessen der Radfahrer zu fördern und zu unterstützen (letztlich kommt dies direkt oder indirekt allen Bürgern zu Gute).

Gern werden wir auch jedes Mitglied des Stadtrates individuell oder auch in der Fraktion mit unseren Kenntnissen unterstützen oder beraten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Gestalten unserer schönen Stadt.
Lothar Burkhardt
Autor: red

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