Erneute Auferstehung einer Totgesagten
Donnerstag, 10. Juli 2014, 18:59 Uhr
Zunächst schien heute Nachmittag um 15 Uhr für Steffi und Benjamin Holzheuer zur offiziellen Eröffnung ihrer Gaststätte Friedenseiche die Sonne zwischen wattebauschigen Wolken. Neben einem Sektgläschen zur Begrüßung konnten die Gäste zwischen Grillhaxe mit Sauerkraut, Steak, Bratwürste, Kartoffel-und Nudelsalat wählen. Für Kinder gab es eine Hüpfburg... Kurt Frank war vor Ort...
An den Tischen ließen es sich die Gäste, die sich zur Eröffnung der Gaststätte Friedenseiche im Biergarten eingefunden hatten, gut gehen.
Nordhausen. Gegen 17 kam der Regen. Kurzzeitig öffneten sich die Schleusen des Himmels. Es musste umdisponiert werden. Danach blieb es grau und regnerisch. Vielleicht eine Vorahnung, wonach für Mutter und Sohn nicht immer die Sonne scheinen wird.
Erst kürzlich gab Steffi die Gaststätte in der Geseniusstraße auf, der ihr Vater Otto den Namen gab. Querelen mit dem Eigentümer ließen sie das Handtuch werfen. Wir berichteten. Hingegen führte die Friedenseiche vier Jahre lang einen Dornröschenschlaf. Zur einstigen Blüte wollen sie nun Sohn und Mutter führen.
Die Geschichte wiederholte sich: Nach jahrelangem Dauerschlaf gab das traditionsreiche Haus mit der Eröffnung des Biergartens am 9. August 2003 wieder ein Lebenszeichen. Dank Klaus Polle. Der Zahn der Zeit hatte an den Mauern genagt. Enorm viel Fleiß, eine gehörige Portion Individualismus und nicht zuletzt eine dicke Geldbörse bewirkten vor elf Jahren eine Auferstehung.
Und was für eine. Ochse am Spieß, Steak vom Grill, Bratwürste, Kaffee und Kuchen, diverse Getränke und Blasmusik hatten zahlreiche Gäste aus nah und fern unter das schattige Dach der Kastanien und Linden gelockt und einen Vorgeschmack auf die künftige Gastlichkeit gegeben. Im Oktober waren dann alle Räumlichkeiten komplett saniert. Garten, Küche, Saal, Gaststube, Vereinszimmer, Toiletten – alles war heruntergekommen, bemerkte seinerzeit Inhaber Klaus Polle.
Das über 130-jährige Gasthaus erwarb nach der Wende Maria Tietze. Sie änderte den Namen. Fortan hieß es Kastanienhof. Man wollte, wie zu hören war, einen Schlussstrich unter die rote Vergangenheit ziehen. In der Friedenseiche trafen sich nicht nur der Gesangs-und Musikverein und die Schützenkompanie. Auch der Arbeiter-, Turn-und Sportbund, Sozialdemokraten sowie Kommunisten tagten hier. Die Umbenennung nahmen ihr die Einheimischen sehr übel. Die Salzaer kehrten dem Haus den Rücken. 1996 nannte sich das Gebäude Dance-Club Mirage. Die Gaststätte blieb unrentabel. Der Exitus war unausweichlich. Nachfolger Polle wollte das richtige Rezept gefunden haben, um sein Volks-und Vereinshaus Friedenseiche wieder zu dem zu machen, was es einmal war:
Zentrum für Veranstaltungen der Bevölkerung, Familienfeiern, Vereine und Organisationen. Senioren sollten sich hier wohl fühlen, die Karnevalisten für ihre Auftritte üben, Verliebte ihre Hochzeit feiern. Höhepunkte wollte der Inhaber schaffen. Organisationstalent hatte er. Das bewiesen mit Massenauflauf Osterfeuer, Walpurgisfeier und andere Feste.
Polle ist trotz Großspurigkeit kein Utopist. Sparsamkeit der Menschen auf der einen und hohe Nebenkosten auf der anderen Seite verdeutlichten schon damals die Schattenseiten der Gastronomie. Polle aber hatte die Fleischerei im Rücken.
Trotz aller guten Vorsätze blieben seine Vorhaben Wunschträume. In den letzten Jahren wurde nur der Saal zu diversen Veranstaltungen genutzt. Die Fangemeinde Kastelruther Spatzen feierte hier, die Angler ihren Fischerball.
Jetzt nehmen Benjamin und Steffi Holzheuer das Schicksal der Friedenseiche, die sie in einem guten Zustand vorfanden, in ihre Hände. Das Geschäft wird hart. Das wissen sie. Wo aber hat man schon Sicherheit. Auch das ist ihnen klar: Mit ein paar Gästen, die auf ein Bier kommen, lässt sich keine Kasse füllen. Schon gar nicht der 100 Plätze zählende Saal oder die Gaststube mit 40.
Dennoch: Steffi Holzheuer beherrscht das gastronomische Handwerk. Ohne Fehl und Tadel. Mit Lust, Liebe und Verstand. Kochen ist Kunst, sagt sie. Mit kulinarischen Kostbarkeiten will sie die Gäste verwöhnen. Jubiläen mit dem Sohn ausrichten. Feste feiern. Die Stammgäste aus Ottos Steakhouse wollen ihr die Treue halten. Der Nordhäuser Männerchor ebenso wie die Vereinigung der Landsenioren und viele andere. Viel Glück, Steffi und Benjamin.
Autor: redAn den Tischen ließen es sich die Gäste, die sich zur Eröffnung der Gaststätte Friedenseiche im Biergarten eingefunden hatten, gut gehen.
Nordhausen. Gegen 17 kam der Regen. Kurzzeitig öffneten sich die Schleusen des Himmels. Es musste umdisponiert werden. Danach blieb es grau und regnerisch. Vielleicht eine Vorahnung, wonach für Mutter und Sohn nicht immer die Sonne scheinen wird.
Erst kürzlich gab Steffi die Gaststätte in der Geseniusstraße auf, der ihr Vater Otto den Namen gab. Querelen mit dem Eigentümer ließen sie das Handtuch werfen. Wir berichteten. Hingegen führte die Friedenseiche vier Jahre lang einen Dornröschenschlaf. Zur einstigen Blüte wollen sie nun Sohn und Mutter führen.
Die Geschichte wiederholte sich: Nach jahrelangem Dauerschlaf gab das traditionsreiche Haus mit der Eröffnung des Biergartens am 9. August 2003 wieder ein Lebenszeichen. Dank Klaus Polle. Der Zahn der Zeit hatte an den Mauern genagt. Enorm viel Fleiß, eine gehörige Portion Individualismus und nicht zuletzt eine dicke Geldbörse bewirkten vor elf Jahren eine Auferstehung.
Und was für eine. Ochse am Spieß, Steak vom Grill, Bratwürste, Kaffee und Kuchen, diverse Getränke und Blasmusik hatten zahlreiche Gäste aus nah und fern unter das schattige Dach der Kastanien und Linden gelockt und einen Vorgeschmack auf die künftige Gastlichkeit gegeben. Im Oktober waren dann alle Räumlichkeiten komplett saniert. Garten, Küche, Saal, Gaststube, Vereinszimmer, Toiletten – alles war heruntergekommen, bemerkte seinerzeit Inhaber Klaus Polle.
Das über 130-jährige Gasthaus erwarb nach der Wende Maria Tietze. Sie änderte den Namen. Fortan hieß es Kastanienhof. Man wollte, wie zu hören war, einen Schlussstrich unter die rote Vergangenheit ziehen. In der Friedenseiche trafen sich nicht nur der Gesangs-und Musikverein und die Schützenkompanie. Auch der Arbeiter-, Turn-und Sportbund, Sozialdemokraten sowie Kommunisten tagten hier. Die Umbenennung nahmen ihr die Einheimischen sehr übel. Die Salzaer kehrten dem Haus den Rücken. 1996 nannte sich das Gebäude Dance-Club Mirage. Die Gaststätte blieb unrentabel. Der Exitus war unausweichlich. Nachfolger Polle wollte das richtige Rezept gefunden haben, um sein Volks-und Vereinshaus Friedenseiche wieder zu dem zu machen, was es einmal war:
Zentrum für Veranstaltungen der Bevölkerung, Familienfeiern, Vereine und Organisationen. Senioren sollten sich hier wohl fühlen, die Karnevalisten für ihre Auftritte üben, Verliebte ihre Hochzeit feiern. Höhepunkte wollte der Inhaber schaffen. Organisationstalent hatte er. Das bewiesen mit Massenauflauf Osterfeuer, Walpurgisfeier und andere Feste.
Polle ist trotz Großspurigkeit kein Utopist. Sparsamkeit der Menschen auf der einen und hohe Nebenkosten auf der anderen Seite verdeutlichten schon damals die Schattenseiten der Gastronomie. Polle aber hatte die Fleischerei im Rücken.
Trotz aller guten Vorsätze blieben seine Vorhaben Wunschträume. In den letzten Jahren wurde nur der Saal zu diversen Veranstaltungen genutzt. Die Fangemeinde Kastelruther Spatzen feierte hier, die Angler ihren Fischerball.
Jetzt nehmen Benjamin und Steffi Holzheuer das Schicksal der Friedenseiche, die sie in einem guten Zustand vorfanden, in ihre Hände. Das Geschäft wird hart. Das wissen sie. Wo aber hat man schon Sicherheit. Auch das ist ihnen klar: Mit ein paar Gästen, die auf ein Bier kommen, lässt sich keine Kasse füllen. Schon gar nicht der 100 Plätze zählende Saal oder die Gaststube mit 40.
Dennoch: Steffi Holzheuer beherrscht das gastronomische Handwerk. Ohne Fehl und Tadel. Mit Lust, Liebe und Verstand. Kochen ist Kunst, sagt sie. Mit kulinarischen Kostbarkeiten will sie die Gäste verwöhnen. Jubiläen mit dem Sohn ausrichten. Feste feiern. Die Stammgäste aus Ottos Steakhouse wollen ihr die Treue halten. Der Nordhäuser Männerchor ebenso wie die Vereinigung der Landsenioren und viele andere. Viel Glück, Steffi und Benjamin.




