Konstituierung in Ellrich
Dienstag, 08. Juli 2014, 08:24 Uhr
Mit der konstituierenden Sitzung hat gestern auch der Ellricher Stadtrat seine eigentliche Arbeit für die neue Legislaturperiode aufgenommen. Auf der Tagesordnung standen Personalien und eine Rede...
Beschlossen wurden die Zusammensetzungen der Ausschüsse des Stadtrates, die Verbandsräte für die Abwasserzweckverband sowie die Hauptsatzung und die Geschäftsordnung des Stadtrates.
Zuvor hielt Bürgermeister Mathias Ehrhold eine Begrüßungsrede, in der unter anderem Ziele und Aufgaben, aber auch seine persönlichen Wünsche für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren formulierte.
Die nnz stellt Ihnen die Rede im Wortlaut zur Verfügung:
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
mit Ihrer Entscheidung, sich zur Wahl für den Stadtrat der Stadt Ellrich aufstellen zu lassen, haben Sie gezeigt, dass Sie sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl unserer Stadt einsetzen wollen. Sie wollen – und müssen – damit Verantwortung außerhalb Ihres persönlichen Lebensbereichs, außerhalb Ihrer Familie und außerhalb Ihres beruflichen oder unternehmerischen Umfelds übernehmen.
Ihre Wahl durch die Wählerinnen und Wähler zeigt, dass Ihnen Vertrauen entgegengebracht wird. Vertrauen, dass Sie die Ihnen übertragene Aufgabe ernst nehmen, dass Sie Ihr Wissen und Können für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen wollen und nicht zuletzt, dass Ihnen in ganz besonderem Maß am Wohl unseres Gemeinwesens gelegen ist. Dieses Bewusstsein dürfen Sie aus dieser Wahl ziehen und als Bestätigung für sich in Anspruch nehmen.
Sicher werden die Aufgaben, die auf Sie warten, nicht einfach zu lösen sein. Die wieder gewählten 10 Stadtratsmitglieder des Gremiums wissen um die Schwierigkeiten. Und die 10 neu gewählten Mitglieder sollten sich dadurch nicht davon abhalten lassen, sich mit Elan und Einsatzfreude ans Werk zu machen. Denn Arbeit liegt genügend vor uns. Das weiß jeder, der sich mit unseren kommunalen Problemen der letzten Zeit befasst hat.
Manchmal wird ja behauptet, auf kommunaler Ebene gebe es nicht wirklich etwas zu entscheiden. Alternative Lösungen seien ausgeschlossen. Eigentlich regiere der Sach- und Finanzzwang in der Kommunalpolitik, da alle wichtigen Fragen bereits durch den Bund oder das Land – oder gar durch das ferne Europa beantwortet worden seien. Kommunalpolitik sei daher mehr oder weniger reizlos.
Zum Teil mag diese Behauptung stimmen. Aber wir müssen und können selbstbewusst sagen, dass die Gemeinde für die Bürgerinnen und Bürger unverändert wichtig ist. Hier werden die entscheidendsten Weichenstellungen für die Lebensqualität vor Ort getroffen. Es wird für uns – wie schon in der Vergangenheit – darauf ankommen, wie wir im Rahmen der zweifellos vorhandenen Zwänge vorausschauend agieren und nicht nur reagieren werden. Das verlangen unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht. Nur dann werden wir unserer Aufgabe gerecht.
Und ich bin davon überzeugt, dass uns die gesetzlichen und finanziellen Vorgaben häufig sehr viel mehr Spielraum lassen als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wir müssen diese Spielräume erkennen und mit Durchsetzungskraft nutzen. Deshalb bin ich auch der Auffassung, dass die Kommunalpolitik mehr Reiz und Entfaltungsmöglichkeiten bietet als viele Kritiker meinen.
Vor allem müssen wir uns aber darüber bewusst sein, dass wir Gestaltungsverantwortung für unser Gemeinwesen haben. Und diese Gestaltungsverantwortung müssen wir an- und ernst nehmen. Denn mit unseren Entscheidungen nehmen wir aktiv Einfluss auf die Lebensbedingungen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Es liegt in unserer Hand, welche Bedingungen für die Erziehung und Bildung junger Menschen geschaffen werden, welche Gestaltungsmöglichkeiten die ältere Generation für ihren Lebensabend vorfindet und wie die Infrastruktur für erfolgreiche Unternehmen – und damit sichere und qualifizierte Arbeitsplätze – beschaffen ist.
Diese wenige Beispiele zeigen, wie sehr der Reiz unserer politischen Arbeit gerade darin liegt, dass es um den unmittelbaren Lebensbereich vieler Menschen geht. Der Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern ist nämlich sehr viel direkter als für die Inhaber eines Bundestags- oder Landtagsmandats. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger kommen täglich und ganz direkt bei den Stadträten und Ortsteilbürgermeistern an. Das muss nicht immer nur angenehme Seiten haben. Aber Auseinandersetzungen, Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen gehören auch zu unserem politischen Alltag. Wenn sie fair und sachlich geführt werden, können Entscheidungen dadurch nur besser werden.
Dieser Grundsatz soll auch für die Arbeit in unserem Gremium gelten. Auch hier wird es unterschiedliche Auffassungen über die beste Lösung geben, auch hier werden wir uns nicht immer auf Anhieb einig sein. Und das ist auch gut so, das ist Demokratie.
Das Ringen um gute Entscheidungen wird manchmal schwer und kräftezehrend sein. Wenn hinterher das Ergebnis davon profitiert, haben sich auch heftige, sachliche Auseinandersetzungen gelohnt. Wir müssen uns bei unserer Arbeit aber stets an den Grundsatz der Fairness halten.
Der persönliche Umgang muss immer von gegenseitigem Respekt, von Achtung vor dem Gegenüber und von Wertschätzung anderer Auffassungen geprägt sein. Dann werden unsere Sitzungen in einer guten und Ertrag bringenden Atmosphäre stattfinden. Dieses Klima kann auch auf die gesamte Stadt ausstrahlen und ein konstruktiver Geist wird auf die Allgemeinheit abfärben.
Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
lassen Sie als Motto Suchet der Stadt Bestes über unserer Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger in dieser Legislaturperiode stellen. Dieses Motto wird uns helfen, mit Augenmaß auch so genannte heiße Eisen anzupacken. Ich bin überzeugt, dass es an solchen auch in der neuen Legislaturperiode nicht fehlen wird. In diesem Sinne sind wir gemeinsam aufgerufen, Vorstellungen von der Zukunft unseres Gemeinwesens zu entwickeln, denn nur wer sein Ziel kennt, findet auch seinen Weg und es ist einfacher, erkannte Probleme zu lösen als mit ihnen dauerhaft leben zu müssen. Begeben wir uns daher gemeinsam auf den Weg zu guten Lösungen für unser Stadt und Ihre Ortsteile.
Matthias Ehrhold, Bürgermeister
Autor: redBeschlossen wurden die Zusammensetzungen der Ausschüsse des Stadtrates, die Verbandsräte für die Abwasserzweckverband sowie die Hauptsatzung und die Geschäftsordnung des Stadtrates.
Zuvor hielt Bürgermeister Mathias Ehrhold eine Begrüßungsrede, in der unter anderem Ziele und Aufgaben, aber auch seine persönlichen Wünsche für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren formulierte.
Die nnz stellt Ihnen die Rede im Wortlaut zur Verfügung:
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
mit Ihrer Entscheidung, sich zur Wahl für den Stadtrat der Stadt Ellrich aufstellen zu lassen, haben Sie gezeigt, dass Sie sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl unserer Stadt einsetzen wollen. Sie wollen – und müssen – damit Verantwortung außerhalb Ihres persönlichen Lebensbereichs, außerhalb Ihrer Familie und außerhalb Ihres beruflichen oder unternehmerischen Umfelds übernehmen.
Ihre Wahl durch die Wählerinnen und Wähler zeigt, dass Ihnen Vertrauen entgegengebracht wird. Vertrauen, dass Sie die Ihnen übertragene Aufgabe ernst nehmen, dass Sie Ihr Wissen und Können für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen wollen und nicht zuletzt, dass Ihnen in ganz besonderem Maß am Wohl unseres Gemeinwesens gelegen ist. Dieses Bewusstsein dürfen Sie aus dieser Wahl ziehen und als Bestätigung für sich in Anspruch nehmen.
Sicher werden die Aufgaben, die auf Sie warten, nicht einfach zu lösen sein. Die wieder gewählten 10 Stadtratsmitglieder des Gremiums wissen um die Schwierigkeiten. Und die 10 neu gewählten Mitglieder sollten sich dadurch nicht davon abhalten lassen, sich mit Elan und Einsatzfreude ans Werk zu machen. Denn Arbeit liegt genügend vor uns. Das weiß jeder, der sich mit unseren kommunalen Problemen der letzten Zeit befasst hat.
Manchmal wird ja behauptet, auf kommunaler Ebene gebe es nicht wirklich etwas zu entscheiden. Alternative Lösungen seien ausgeschlossen. Eigentlich regiere der Sach- und Finanzzwang in der Kommunalpolitik, da alle wichtigen Fragen bereits durch den Bund oder das Land – oder gar durch das ferne Europa beantwortet worden seien. Kommunalpolitik sei daher mehr oder weniger reizlos.
Zum Teil mag diese Behauptung stimmen. Aber wir müssen und können selbstbewusst sagen, dass die Gemeinde für die Bürgerinnen und Bürger unverändert wichtig ist. Hier werden die entscheidendsten Weichenstellungen für die Lebensqualität vor Ort getroffen. Es wird für uns – wie schon in der Vergangenheit – darauf ankommen, wie wir im Rahmen der zweifellos vorhandenen Zwänge vorausschauend agieren und nicht nur reagieren werden. Das verlangen unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht. Nur dann werden wir unserer Aufgabe gerecht.
Und ich bin davon überzeugt, dass uns die gesetzlichen und finanziellen Vorgaben häufig sehr viel mehr Spielraum lassen als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wir müssen diese Spielräume erkennen und mit Durchsetzungskraft nutzen. Deshalb bin ich auch der Auffassung, dass die Kommunalpolitik mehr Reiz und Entfaltungsmöglichkeiten bietet als viele Kritiker meinen.
Vor allem müssen wir uns aber darüber bewusst sein, dass wir Gestaltungsverantwortung für unser Gemeinwesen haben. Und diese Gestaltungsverantwortung müssen wir an- und ernst nehmen. Denn mit unseren Entscheidungen nehmen wir aktiv Einfluss auf die Lebensbedingungen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Es liegt in unserer Hand, welche Bedingungen für die Erziehung und Bildung junger Menschen geschaffen werden, welche Gestaltungsmöglichkeiten die ältere Generation für ihren Lebensabend vorfindet und wie die Infrastruktur für erfolgreiche Unternehmen – und damit sichere und qualifizierte Arbeitsplätze – beschaffen ist.
Diese wenige Beispiele zeigen, wie sehr der Reiz unserer politischen Arbeit gerade darin liegt, dass es um den unmittelbaren Lebensbereich vieler Menschen geht. Der Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern ist nämlich sehr viel direkter als für die Inhaber eines Bundestags- oder Landtagsmandats. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger kommen täglich und ganz direkt bei den Stadträten und Ortsteilbürgermeistern an. Das muss nicht immer nur angenehme Seiten haben. Aber Auseinandersetzungen, Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen gehören auch zu unserem politischen Alltag. Wenn sie fair und sachlich geführt werden, können Entscheidungen dadurch nur besser werden.
Dieser Grundsatz soll auch für die Arbeit in unserem Gremium gelten. Auch hier wird es unterschiedliche Auffassungen über die beste Lösung geben, auch hier werden wir uns nicht immer auf Anhieb einig sein. Und das ist auch gut so, das ist Demokratie.
Das Ringen um gute Entscheidungen wird manchmal schwer und kräftezehrend sein. Wenn hinterher das Ergebnis davon profitiert, haben sich auch heftige, sachliche Auseinandersetzungen gelohnt. Wir müssen uns bei unserer Arbeit aber stets an den Grundsatz der Fairness halten.
Der persönliche Umgang muss immer von gegenseitigem Respekt, von Achtung vor dem Gegenüber und von Wertschätzung anderer Auffassungen geprägt sein. Dann werden unsere Sitzungen in einer guten und Ertrag bringenden Atmosphäre stattfinden. Dieses Klima kann auch auf die gesamte Stadt ausstrahlen und ein konstruktiver Geist wird auf die Allgemeinheit abfärben.
Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
lassen Sie als Motto Suchet der Stadt Bestes über unserer Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger in dieser Legislaturperiode stellen. Dieses Motto wird uns helfen, mit Augenmaß auch so genannte heiße Eisen anzupacken. Ich bin überzeugt, dass es an solchen auch in der neuen Legislaturperiode nicht fehlen wird. In diesem Sinne sind wir gemeinsam aufgerufen, Vorstellungen von der Zukunft unseres Gemeinwesens zu entwickeln, denn nur wer sein Ziel kennt, findet auch seinen Weg und es ist einfacher, erkannte Probleme zu lösen als mit ihnen dauerhaft leben zu müssen. Begeben wir uns daher gemeinsam auf den Weg zu guten Lösungen für unser Stadt und Ihre Ortsteile.
Matthias Ehrhold, Bürgermeister

