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Besuch aus dem "Westen"

Freitag, 04. Juli 2014, 08:30 Uhr
Eine Gruppe ganz besonderer Gäste empfängt die Burg Lohra in der kommenden Woche, Gäste die anpacken können und wollen. Es erwartet sie jede Menge Arbeit aber auch Kultur, Politik, Geschichte und neue Bekanntschaften...

Als "fernöstliche" Expedition haben sie ihre Exkursionen nach Thüringen schon bezeichnet. Berufsschüler der Grafenbergschule aus dem baden-württembergischem Schorndorf werden sich auch dieses Jahr wieder auf die Reise in die thüringische Provinz begeben, genauer zur Burg Lohra. Schweißtreibend und lehrreich in mehr als einer Hinsicht soll dieser "Ausflug" sein, denn auf der Burg wartet Arbeit auf die Schüler der Straßenbauklasse.

Zusammen mit einem Team internationaler Studenten werden wieder Restaurierungsarbeiten an der Burg durchgeführt, also Praxiserfahrung unter denkmalpflegerischen Bedingungen. 2011 hatte man Pflasterarbeiten im Burghof durchgeführt, 2012 einen alten Stall zur Lagerhalle umfunktioniert. Die Arbeit mit Werkzeugen, die den Schülern nur wenig jünger schienen als die Burg und Aufgaben, die aus dem Lehrplan fallen, bieten den Schülern die Chance, das eigene Geschick zu testen. Das schwere Schuften in der Ruine schweißt nicht nur die Schüler zusammen - der Austausch mit Studenten aus aller Welt fördert Verständnis und Toleranz aber auch die Englischkenntnisse der Schüler und das handwerkliche Geschick der Studenten.

Aber nicht nur zupacken ist bei den Grafenbergern angesagt. Als sozio-politisches Kultur- und Bildungsprogramm könnte man den Teil der Exkursion bezeichnen, der mehr mit dem Kopf als mit den Händen zu tun hat. Besuche bei Abgeordneten im Thüringer Landtag wecken das Interesse an Politik, Einblicke in die Welt der (Fach-)Hochschulen lassen manchen Schüler Pläne fassen, nach der Ausbildung nach höherem zu streben und Besuche von geschichtsträchtigen Orten wie der KZ-Gedenkstätte Buchenwald lassen innnehalten.

Möglich werden die Exkursionen durch die Zusammenarbeit mit dem Verein "open houses" aus Weimar, welcher für die Unterbringung sorgt und dank zahlreicher Spenden. Die werden hoffentlich auch dieses Jahr gereicht haben, um den Grafenbergern eine lehrreiche Exkursion nach "Fernost" zu bescheren, denn letztlich profitieren alle - die Burg, die Schüler und die Studenten.
Angelo Glashagel
Autor: red

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