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Viel geredet

Dienstag, 01. Juli 2014, 19:15 Uhr
Es sollte die Talkrunde mit den Spitzenkandidaten zur Thüringer Landtagswahl werden. Von den eingeladenen Spitzenkandidaten saß schließlich nur einer im Podium des Audimax der Nordhäuser Fachhochschule...

Die Diskutanten (Foto: nnz) Die Diskutanten (Foto: nnz)

Organisiert hatte die Veranstaltung der Studierendenrat der FH. Abgesagt hatten Christine Lieberknecht (CDU), Heike Taubert (SPD). Beide wurden durch Dr. Klaus Zeh und Andreas Wieninger vertreten. Einziger Spitzenkandidat war Bodo Ramelow. Alle zusammen sollten Antworten auf die Frage „Wohin steuert Thüringen“ geben.

Für Bodo Ramelow ist klar, das Thüringen als Transitland eine herausragende Bedeutung der europäischen Infrastruktur bekommen wird. Die LINKEN hätte dazu die entsprechenden Angebote gemacht, mehr als 60 an der Zahl. Übrigens könne sich die LINKE eine rot-rot-grüne Landesregierung vorstellen, die CDU habe nach 25 Jahren nun eine Pause zum Ausruhen verdient.

Franka Hitzing (FDP) will hinsichtlich des Wahlausgangs keine Prognose abgeben, schließlich könne sie auch nicht in eine Glaskugel schauen. Klaus Zeh könne sich überhaupt nicht vorstellen, dass in Thüringen eine Regierungsbildung ohne die CDU möglich ist. Er verwies auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen, die auch wesentlich von der regierenden CDU getragen würden.

Dirk Adams will mal gucken und glaubt, dass es gut ist, dass Politik einen eigenständigen Kurs anbieten und fahren will. Andreas Wieninger sieht seine Partei nicht als Königsmacher in Thüringen. Nächste Themen waren der künftige Ausbau der Infrastruktur, wie zum Beispiel der schleppende Ausbau der B 243n auf Thüringer Gebiet. Licht am Ende des Tunnels ist nach Ansicht von Franka Hitzing selbst in den kommenden 15 Jahren, wenn der neue Bundesverkehrswegeplan gilt, nicht zu sehen. Auch, weil das Land Thüringen wiederum bei den Bedarfsanmeldungen keine Prioritäten setzt.
Dirk Adams will mehr Wertschöpfung nach Thüringen holen, vor allem im Bereich der Energieerzeugung. Nächste Themen waren dann die Bildung oder Kultur. Die LINKE will in den kommenden zehn Jahren für Thüringen 5.000 Lehrer einstellen – na, das ist doch mal eine klare Ansage. Was wurde noch gesagt: faire Löhne, mögliche Gebietsreformen, die Zukunft des Nordhäuser Theaters, weniger Leiharbeit oder die FH in Nordhausen als Standortfaktor.

Übrigens: die Diskussionsrunde im Audimax, die der Studierendenrat initiiert hatte, interessierte maximal 20 junge Menschen, die nach einer Stunde nicht eine einzige Frage stellten. Dann erbarmte sich FH-Präsident Prof. Jörg Wagner.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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