Lebensretter im Einsatz
Samstag, 21. Juni 2014, 15:44 Uhr
Heute wurde das neue Schulungszentrum der Thüringer Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes vor den Toren Nordhausens eröffnet. Die Lebensretter auf dem Wasser konnten dabei gleich in Aktion erlebt werden...
Auf, oder vielmehr in den Bielener Kiesgewässern war heute eine Menge los. Vor den Tauchsportzentren tummelten sich die Hobbytaucher und bereiteten sich auf die Tiefe vor. Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mal etwas passiert, dann sind hoffentlich ganz schnell die Wasserretter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor Ort.
Gleich nebenan konnten diese heute ihr neues Landesausbildungszentrum für die Thüringer Wasserwacht des DRK einweihen. Die Container mit Schulungsraum, Toiletten und Duschen machen optisch zwar nicht viel her, aber die eigentliche Ausbildung erfolgt sowieso am und im Wasser. "Wir haben in Thüringen weit über 300 ausgebildete Wasserretter und sind damit gut aufgestellt", sagte Andreas Lipfert, Landesleiter der Thüringer Wasserwacht des DRK.
Nur gut schwimmen zu können reiche aber nicht, um Wasserretter zu werden, erläuterte Lipfert. Die Basisausbildung umfasst den Rettungsschwimmer, möglichst in Silber, aber auch eine Erste Hilfe und Sanitätsdienstausbildung. Wer sich dann noch weiter spezialisieren will, kann sich unter anderem zum Bootsführer oder Rettungstaucher ausbilden lassen. Dank der Wasserretter kann an Badeseen und in Freibädern das kühle Nass in Sicherheit genossen werden. Aber auch im Katastrophenschutz, etwa bei Hochwasserlagen wie vergangenes Jahr im Raum Greiz/Gera, werden die Retter eingesetzt.
Verletzte bergen, vermisste Schwimmer, Taucher und Bootsfahrer finden, versenkte Autowracks aus Gewässern bergen oder Menschen aus überfluteten Gebieten evakuieren - all das gehört zu den Aufgaben der Wasserretter. Die meist Ehrenamtlichen Retter trainieren häufig zwei Mal pro Woche, denn fit muss man schon sein, wenn es in voller Montur darum geht, einen Ertrinkenden zu retten, der vielleicht in Panik um sich schlägt.
Deswegen zeigten die Rettungskräfte heute auch gleich ein wenig von dem, was sie können müssen. Drei sogenannte "Lagen" wurden simuliert. Erstens: auf dem Kiesteich musste ein Vermisster gefunden werden. Eine Retterin machte sich mit Longboard auf den Weg, ein zweites Team durchkämmte die andere Hälfte des Sees. An Land wurde inzwischen alles für die Versorgung des Verunglückten vorbereitet. Der war bald aus dem Wasser geschafft und wurde dort so lange von den Ersthelfern versorgt, bis die regulären (und heute fiktiven) Rettungskräfte eintrafen.
In der zweiten Einsatzsimulation musste das Rettungsboot aufs Wasser. Die Insassen eines Ruderbootes waren über Bord gegangen. Zuerst hieß es: die Ertrinkenden retten und schnellstmöglich an Land bringen. Maßnahmen zur Reanimation starteten schon auf dem Boot und wurden an Land fortgesetzt, während die Retter zu Wasser wieder hinausfuhren, um das herrenlose Ruderboot zu sichern. Im Boot hatte die kleine Laura mit angesehen wie Papa über Bord ging, hatte aber tapfer ausgeharrt, bis die Retter kamen.
Das neue Ausbildunszentrum macht zwar optisch nicht viel her, ist aber eine enorme Verbesserung (Foto: Angelo Glashagel)
Übung Nummer drei befasste sich mit der Bergung eines verunglückten Tauchers. Einen Taucher zu finden ist, unter guten Umständen, gar nicht so schwer wie man vielleicht denkt. Jeder Taucher hat eine Notboie bei sich, die er auslösen kann, wenn er es nicht von selbst an die Wasseroberfläche schafft. Dank der Boie war der Taucher schnell lokalisiert und konnte aus fünf Metern Tiefe geborgen werden.
Ein Vorteil des neuen Schulungszentrum ist es, das nach dem Ende des Ausbildungstages auch mal eine warme Dusche drin ist. Bis dato hatten die angehenden Retter lediglich ein Dach über dem Kopf, aber keine Wände. Bei Ausbildungen, die teilweise noch im Oktober stattfinden, konnte es da schnell ungemütlich werden. Im Schnitt werden pro Jahr zwei Ausbildungen mit je 10 bis 15 Mann durchgeführt.
Neben Vertretern der Politik waren heute natürlich auch Kollegen vor Ort. Wenn die Katastrophe kommt, dann muss die Zusammenarbeit mit Rettunsdiensten, der Feuerwehr, der Bergwacht, dem Technischem Hilfswerk und anderen Helfern klappen. Wenn alles so reibungslos verläuft wie heute, dann sollte dem sorgenfreien Sprung ins kühle Nass aber nichts im Wege stehen. Unter professioneller Aufsicht, versteht sich.
Angelo Glashagel
nnz-TV wird später ebenfalls über die Aktion der Wasserretter berichten
Autor: redAuf, oder vielmehr in den Bielener Kiesgewässern war heute eine Menge los. Vor den Tauchsportzentren tummelten sich die Hobbytaucher und bereiteten sich auf die Tiefe vor. Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mal etwas passiert, dann sind hoffentlich ganz schnell die Wasserretter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor Ort.
Gleich nebenan konnten diese heute ihr neues Landesausbildungszentrum für die Thüringer Wasserwacht des DRK einweihen. Die Container mit Schulungsraum, Toiletten und Duschen machen optisch zwar nicht viel her, aber die eigentliche Ausbildung erfolgt sowieso am und im Wasser. "Wir haben in Thüringen weit über 300 ausgebildete Wasserretter und sind damit gut aufgestellt", sagte Andreas Lipfert, Landesleiter der Thüringer Wasserwacht des DRK.
Nur gut schwimmen zu können reiche aber nicht, um Wasserretter zu werden, erläuterte Lipfert. Die Basisausbildung umfasst den Rettungsschwimmer, möglichst in Silber, aber auch eine Erste Hilfe und Sanitätsdienstausbildung. Wer sich dann noch weiter spezialisieren will, kann sich unter anderem zum Bootsführer oder Rettungstaucher ausbilden lassen. Dank der Wasserretter kann an Badeseen und in Freibädern das kühle Nass in Sicherheit genossen werden. Aber auch im Katastrophenschutz, etwa bei Hochwasserlagen wie vergangenes Jahr im Raum Greiz/Gera, werden die Retter eingesetzt.
Verletzte bergen, vermisste Schwimmer, Taucher und Bootsfahrer finden, versenkte Autowracks aus Gewässern bergen oder Menschen aus überfluteten Gebieten evakuieren - all das gehört zu den Aufgaben der Wasserretter. Die meist Ehrenamtlichen Retter trainieren häufig zwei Mal pro Woche, denn fit muss man schon sein, wenn es in voller Montur darum geht, einen Ertrinkenden zu retten, der vielleicht in Panik um sich schlägt.
Deswegen zeigten die Rettungskräfte heute auch gleich ein wenig von dem, was sie können müssen. Drei sogenannte "Lagen" wurden simuliert. Erstens: auf dem Kiesteich musste ein Vermisster gefunden werden. Eine Retterin machte sich mit Longboard auf den Weg, ein zweites Team durchkämmte die andere Hälfte des Sees. An Land wurde inzwischen alles für die Versorgung des Verunglückten vorbereitet. Der war bald aus dem Wasser geschafft und wurde dort so lange von den Ersthelfern versorgt, bis die regulären (und heute fiktiven) Rettungskräfte eintrafen.
In der zweiten Einsatzsimulation musste das Rettungsboot aufs Wasser. Die Insassen eines Ruderbootes waren über Bord gegangen. Zuerst hieß es: die Ertrinkenden retten und schnellstmöglich an Land bringen. Maßnahmen zur Reanimation starteten schon auf dem Boot und wurden an Land fortgesetzt, während die Retter zu Wasser wieder hinausfuhren, um das herrenlose Ruderboot zu sichern. Im Boot hatte die kleine Laura mit angesehen wie Papa über Bord ging, hatte aber tapfer ausgeharrt, bis die Retter kamen.
Das neue Ausbildunszentrum macht zwar optisch nicht viel her, ist aber eine enorme Verbesserung (Foto: Angelo Glashagel)
Übung Nummer drei befasste sich mit der Bergung eines verunglückten Tauchers. Einen Taucher zu finden ist, unter guten Umständen, gar nicht so schwer wie man vielleicht denkt. Jeder Taucher hat eine Notboie bei sich, die er auslösen kann, wenn er es nicht von selbst an die Wasseroberfläche schafft. Dank der Boie war der Taucher schnell lokalisiert und konnte aus fünf Metern Tiefe geborgen werden.
Ein Vorteil des neuen Schulungszentrum ist es, das nach dem Ende des Ausbildungstages auch mal eine warme Dusche drin ist. Bis dato hatten die angehenden Retter lediglich ein Dach über dem Kopf, aber keine Wände. Bei Ausbildungen, die teilweise noch im Oktober stattfinden, konnte es da schnell ungemütlich werden. Im Schnitt werden pro Jahr zwei Ausbildungen mit je 10 bis 15 Mann durchgeführt.
Neben Vertretern der Politik waren heute natürlich auch Kollegen vor Ort. Wenn die Katastrophe kommt, dann muss die Zusammenarbeit mit Rettunsdiensten, der Feuerwehr, der Bergwacht, dem Technischem Hilfswerk und anderen Helfern klappen. Wenn alles so reibungslos verläuft wie heute, dann sollte dem sorgenfreien Sprung ins kühle Nass aber nichts im Wege stehen. Unter professioneller Aufsicht, versteht sich.
Angelo Glashagel
nnz-TV wird später ebenfalls über die Aktion der Wasserretter berichten

