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Bedarfsplanung verspricht viel Stoff zur Diskussion

Montag, 14. Mai 2001, 12:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Jugendhilfeausschuß des Nordhäuser Kreistages beschäftigt sich heute in erster Lesung mit dem „Bedrafsplan zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen, Tagespflege und Schulhorten. Das Thema an sich ist nicht ohne Brisanz, vor allem hinsichtlich der Entwicklung der Hortgruppen der freien Träger in der Stadt Nordhausen.

Unter Bedarfsplanung versteht das Jugendamt der Kreisverwaltung die Ermittlung der Zahl von den Kindern, die im kommenden Schuljahr (2001/2002) in den Kommunen des Landkreises eine Kindertagesstätte und einen Hort besuchen werden. Weiterhin wird der Bedarf der Krippenplätze bzw. der Tagespflege ermittelt.
Unterschieden wird dabei nach einem Bedarf für den ein Rechtsanspruch besteht (Kindergarten, Tagespflege) und nach freiwilligen Aufgaben und Leistungen (Krippe, Horte in freier Trägerschaft). War das Thema Hortgruppen in freier Trägerschaft bislang bereits ein Reizthema im Sozialausschuß des Stadtrates, so wird vermutlich auch der Jugendhilfeausschuß der Kreisverwaltung damit genügend Stoff zur Diskussion haben. Nach nnz-Informationen sollen die derzeit bestehenden 14 Hortgruppen drastisch abgebaut werden. Im Plan sind dann nur noch fünf Gruppen, eine je freiem Träger, vorgesehen. Diese dadurch frei werdenden Räumlichkeiten in den Kindereinrichtungen könnten durch Umzug aufgefüllt werden. Das Ergebnis: Kindereinrichtungen könnten „freigezogen“ werden (siehe hierzu auch im nnz-Archiv). Bis Mitte Juni sollen sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Kreistages einen Standpunkt zum Vorschlag der Kreisverwaltung erarbeiten. Dieser Vorschlag basiert vor allem bei den Hortgruppen auf der Zuarbeit der Stadtverwaltung. Beschlossen werden soll der diesjährigen Bedarfsplan voraussichtlich in der Junisitzung des Kreistages.
Insgesamt geht der Bedarfsplan von einer Kapazität von 3.705 Plätzen in Kindereinrichtungen des Landkreises aus, der angemeldete Bedarf wurde bislang mit knapp 3.200 Plätzen festgeschrieben. Wie Jugendamtsleiterin Christine Wagner der nnz sagte, sei dies ein normales Verhältnis. Die Differenz sei darin begründet, daß immer eine Reserve angelegt werden müsse. Es gebe immer noch Eltern, die sich kurzfristig für eine Betreuung ihrer Kinder entscheiden würden. In diesem Jahr habe dies aber auch mit den anstehenden Diskussionen in der Stadt Nordhausen zu tun.
Im Landkreis Nordhausen gibt es derzeit 53 Kindertagesstätten, davon befinden sich 22 in kommunaler, 31 in freier Trägerschaft. Die Trägerlandschaft gliedert sich in sieben freie und 17 kommunale Träger.
Autor: nnz

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