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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mittwoch, 28. Mai 2014, 11:20 Uhr
Harald und Rosemarie Helbing kauften gern im Penny-Markt in der Nordhäuser Grenzstraße ein, der gleich um die Ecke lag. Auch Heiner und Irmgard Buchham klagen. Das ältere Ehepaar hatte es nur wenige Meter bis zur Kaufhalle. Das war einmal. Die nnz recherchierte...

So wird es bleiben (Foto: Kurt Frank) So wird es bleiben (Foto: Kurt Frank)
Zahlreiche Anwohner im weitläufigen Umfeld des einstigen Lebensmittel-Marktes in der Grenzstraße hoffen, das sich die Pforten des Objektes bald wieder öffnen und sie hier erneut einkaufen können.

Nordhausen. Auch das Ehepaar Rischke nutzte die Einkaufsmöglichkeit. Aus der Bahnstraße, dem Neubaugebiet Kastanienweg/Eichenweg, der Grenz-und Clara-Zetkin-Straße kamen die zahlreichen Kunden im weitläufigen Umfeld. Das war einmal.

Der Markt ist dicht. Seit Monaten. Nicht nur älteren Menschen fällt der Weg in die Rewe-Kaufhalle Bochumer Straße oder zu tegut, abgelegen in der Straße der Opfer des Faschismus, schwer. Als die Plus-Märkte von der Bildfläche verschwanden, übernahm Penny den in der Grenzstraße. Die Kundschaft freute sich. Die Freude war aber nicht von Dauer.

Hunderte Kunden besuchten ehemals Tag für Tag den Penny-Markt, in dem ein Bäckerstand und eine Fleischtheke integriert waren. Der Besitzer der Einrichtung wollte den Pachtvertrag verlängern, sagen ehemalige Verkäuferinnen, von denen einige im Penny-Objekt Bochumer Straße Arbeit fanden. Das Vorhaben sei am Widerstand der Handelskette Rewe, zu der Penny gehöre, gescheitert. Sie habe keine Vertragsverlängerung mehr gewollt.

Das bestätigt Immobilienmakler Ulf Zaspel. Er habe den Auftrag, das Objekt zu vermarkten. Bisher ohne Erfolg. Der Bau-Inhaber wohne in Süddeutschland und habe angeblich Verbindungen mit mehreren Handelsketten aufgenommen, was aber zu keinem Ergebnis geführt habe. Einen Lebensmittel-Einzelhandel werde es in der Grenzstraße nicht mehr geben, meint Zaspel. Er sieht als Grund den nur für Fußgänger ausgelegten Bahnübergang von der Grenzstraße zu ihrem kürzeren Endstück Richtung Zetkinstraße.

Das ist kein Argument, ist die einstige treue Kundschaft überzeugt. Der Bahnübergang sei für Fahrzeuge schon vor 15 Jahren gesperrt worden. Das habe, belege die Statistik, allerdings nicht zu weniger Einkäufen geführt. Als der Plus-Markt in der Gerhart-Hauptmann-Straße schloss, etablierte sich in unmittelbarer Nähe Netto, obwohl sich nicht weit davon entfernt Aldi befindet. Warum sollte keine Auferstehung in der Grenzstraße möglich sein?

Den Anwohnern im weitläufigen Umfeld ist weder mit einem Blumengroßhändler noch mit einem Fitness-Center gedient, die Zaspel kontaktierten, wenngleich ohne Zusage. Mit der Schließung des Marktes ging für viele Menschen unbestritten ein Stück Lebensqualität verloren. Die Hoffnung stirbt für sie zuletzt, das sich die Pforten des Hauses bald wieder öffnen und es so wird, wie es viele Jahre lang einmal war.

Zahlreiche Anwohner im weitläufigen Umfeld des einstigen Lebensmittel-Marktes in der Grenzstraße hoffen, das sich die Pforten des Objektes bald wieder öffnen und sie hier erneut einkaufen können.
Kurt Frank
Autor: red

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