Es wird ein schwerer Abschied
Dienstag, 27. Mai 2014, 09:21 Uhr
Gedankenversunken sitzt Heiner Buchham am Gartenteich in der Kleingartenanlage An der Blumensiedlung. 20 Goldfische tummeln sich im Wasser. Zahlreich ist die kleine Nachkommenschaft. Gezählt hat er sie nicht. Über 60 Jahre lang nahm er seine Parzelle unterm Spaten. Die wollte bearbeitet und gepflegt sein. Jetzt naht für den 90-Jährigen der Abschied aus seinem geliebten Himmelreich. Kurt Frank besuchte ihn...
Bis vor einem Jahr schaffte Heiner Buchham noch eifrig in seinem Kleingarten An der Blumensiedlung. Jetzt zwingen ihn Alter und Gesundheit zur Aufgabe. Der 90-Jährige war der älteste aktive Kleingärtner im Südharz.
Nordhausen. Meine Frau und ich trennen uns voller Wehmut von diesem Stück Erde, das uns so vertraut ist, sagt der Jubilar. Es wird ein schwerer Abschied. Das Alter und die Gesundheit ließen sich nicht verleugnen, zwingen uns zu diesem Schritt, bedauert der gelernte Kraftfahrzeug-Schlosser. 65 Jahre ist er mit seiner fünf Jahre jüngeren Irmgard verheiratet. Im Oktober des Vorjahres hatten sie Eiserne Hochzeit.
Tochter, Sohn und die fünf Enkelkinder seien in der grünen Oase groß geworden, blickt das Ehepaar wehmütig zurück. Auch die Urenkel, sieben an der Zahl, kämen zu Besuch. Das Ehepaar kommt nur noch zur Erholung vor Ort. Mit dem Auto, einem Peugeot, den Heiner steuert. Von ihrer Wohnung in der Grenzstraße bis zur Gartenanlage sind es nur paar Steinwürfe. Das Gehen fällt dem Mann schwer. Die Bearbeitung der Parzelle übernahmen Sohn Jürgen und Schwiegersohn Ullrich Kellner.
Eigentlich habe er schon 1946 im Garten, den er später vom Schwiegervater übernahm, gewerkelt, erinnert er sich Buchham. Damals war im Haushalt Schmalhans Küchenmeister. Jedes Fleckchen Ecke im Garten nutzte man, um Kochtöpfe zu füllen. Mit Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Gurken und Tomaten. Auf den Gedanken, eine Rasenfläche anzulegen, sei seinerzeit keiner gekommen.
Wir haben viele schöne Stunden in all den Jahrzehnten erlebt, auch fröhlich gefeiert. Mit der Familie, Nachbarn, Freunden und Bekannten, schwärmt Kleingärtner Buchham.
Gern machte es sich Heiner Buchham (2.v. links) im Garten gemütlich, feierte gern in fröhlicher Runde. Auf dem Bild mit Ehefrau Irmgard, Sohn Jürgen (rechts) und Schwiegersohn Ullrich Kellner.
Wie in einer großen Familie, fügt er an. Das werde er sehr vermissen. Seine gärtnerische Leidenschaft sprang auf die Kinder über. Sohn, Tochter und Enkeltochter fühlen sich in der Anlage An der Blumensiedlung wohl, säen, jäten, ernten. Jahr für Jahr. Wie ihr Vater und Großvater. Er war der älteste aktive Kleingärtner im Südharz.
Sohn Jürgen ist der Obergärtner in der Blumensiedlung. Seit zehn Jahren lenkt und leitet er den Gartenverein. An die Nacht vom 14. zum 15. Juni 1980 erinnern sich seine Eltern mit Grausen. Ein Gewitter, begleitet von einem verheerenden Wirbelsturm, verwüstete die Gärten. Hagel häckselte die gesamte Vegetation kurz und klein. Dank engagierte Arbeit sahen die Parzellen schon Wochen später wieder normal aus.
Kurt Frank
Autor: redBis vor einem Jahr schaffte Heiner Buchham noch eifrig in seinem Kleingarten An der Blumensiedlung. Jetzt zwingen ihn Alter und Gesundheit zur Aufgabe. Der 90-Jährige war der älteste aktive Kleingärtner im Südharz.
Nordhausen. Meine Frau und ich trennen uns voller Wehmut von diesem Stück Erde, das uns so vertraut ist, sagt der Jubilar. Es wird ein schwerer Abschied. Das Alter und die Gesundheit ließen sich nicht verleugnen, zwingen uns zu diesem Schritt, bedauert der gelernte Kraftfahrzeug-Schlosser. 65 Jahre ist er mit seiner fünf Jahre jüngeren Irmgard verheiratet. Im Oktober des Vorjahres hatten sie Eiserne Hochzeit.
Tochter, Sohn und die fünf Enkelkinder seien in der grünen Oase groß geworden, blickt das Ehepaar wehmütig zurück. Auch die Urenkel, sieben an der Zahl, kämen zu Besuch. Das Ehepaar kommt nur noch zur Erholung vor Ort. Mit dem Auto, einem Peugeot, den Heiner steuert. Von ihrer Wohnung in der Grenzstraße bis zur Gartenanlage sind es nur paar Steinwürfe. Das Gehen fällt dem Mann schwer. Die Bearbeitung der Parzelle übernahmen Sohn Jürgen und Schwiegersohn Ullrich Kellner.
Eigentlich habe er schon 1946 im Garten, den er später vom Schwiegervater übernahm, gewerkelt, erinnert er sich Buchham. Damals war im Haushalt Schmalhans Küchenmeister. Jedes Fleckchen Ecke im Garten nutzte man, um Kochtöpfe zu füllen. Mit Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Gurken und Tomaten. Auf den Gedanken, eine Rasenfläche anzulegen, sei seinerzeit keiner gekommen.
Wir haben viele schöne Stunden in all den Jahrzehnten erlebt, auch fröhlich gefeiert. Mit der Familie, Nachbarn, Freunden und Bekannten, schwärmt Kleingärtner Buchham.
Gern machte es sich Heiner Buchham (2.v. links) im Garten gemütlich, feierte gern in fröhlicher Runde. Auf dem Bild mit Ehefrau Irmgard, Sohn Jürgen (rechts) und Schwiegersohn Ullrich Kellner.
Wie in einer großen Familie, fügt er an. Das werde er sehr vermissen. Seine gärtnerische Leidenschaft sprang auf die Kinder über. Sohn, Tochter und Enkeltochter fühlen sich in der Anlage An der Blumensiedlung wohl, säen, jäten, ernten. Jahr für Jahr. Wie ihr Vater und Großvater. Er war der älteste aktive Kleingärtner im Südharz.
Sohn Jürgen ist der Obergärtner in der Blumensiedlung. Seit zehn Jahren lenkt und leitet er den Gartenverein. An die Nacht vom 14. zum 15. Juni 1980 erinnern sich seine Eltern mit Grausen. Ein Gewitter, begleitet von einem verheerenden Wirbelsturm, verwüstete die Gärten. Hagel häckselte die gesamte Vegetation kurz und klein. Dank engagierte Arbeit sahen die Parzellen schon Wochen später wieder normal aus.
Kurt Frank


