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Der Dreiherrenstein

Mittwoch, 21. Mai 2014, 09:45 Uhr
Im nördlichen Harzbereich nahe Bleicherode, markiert der "Dreiherrenstein" die Ländergrenze. Forstamtsleiter Klaus-Wilhelm Brüggemann hat sich für uns auf Entdeckungstour begeben...

Im nördlichen Harzbereich des Forstamtes Bleicherode-Südharz am Stierberg ist ein eher unbekannter markanter Grenzstein im sogenannten Kälberbruch zu finden.
Dieser Dreiherrenstein im Bruchgebiet des Dammbaches markiert seit 1990 die Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt..

1841, da wurde der Stein gesetzt, trafen am Stierberg die Grenzen der deutschen Territorialstaaten Herzogtum Braunschweig (HB) im Nordosten, Königreich Hannover (KH) im Süden und das Königreich Preußen (KP) im Westen aufeinander. Der dreieckige Stein hat eine oberirdische Höhe von 80 Zentimetern und eine Seitenbreite von 40 Zentimeter.

Neben Steinnummer Z35 oder 235, ist das Jahr 1841 als zusätzliche Information auf der preußischen Seite eingehauen worden. Mit einem Gewicht von ungefähr 280 kg war dieser Grenzstein Mitte des 19 Jh. nur schwer zu manipulieren.

Baumartenbestand im Grenzgebiet (Foto: Thüringenforst) Baumartenbestand im Grenzgebiet (Foto: Thüringenforst)

  • alle grauen gekennzeichneten Flächen: Fichte
  • alle grün gekennzeichneten Flächen: Buche
  • alle blau gekennzeichneten Flächen: Weichlaubholz
  • alle braun gekennzeichneten Flächen: sonstiges Laubholz
  • alle dunklen Farben sind Altbestände
  • alle helle Farben sind Jungbestände

Der sich östlich vom Stein hinziehende thüringische Teil des Kälberbruchs im Fließsystem des Dammbaches ist ein Niedermoorgebiet, welches durch die Stolberger-Wernigeröder-Forstverwaltung zu Beginn der sogenannten Hochwaldphase im ersten Drittel des 19. Jh. melioriert wurde. Künstliche Abflussgräben entwässerten einen großen Teil der Bestandesfläche und ermöglichten eine gezielte forstliche Bewirtschaftung um der verbreiteten Holzknappheit zu begegnen.

Der Dreiherrenstein von der Braunschweiger Seite her (Foto: Klaus-Wilhelm Brüggemann) Der Dreiherrenstein von der Braunschweiger Seite her (Foto: Klaus-Wilhelm Brüggemann)

Die reichlichen Jahresniederschläge, knapp unter 1.000 mm im Jahr, erlaubten die sichere Bestandesbegründung mit der gemeinen Fichte. Die Absatzmöglichkeiten in den Bergwerken des Oberharzes waren hervorragend.
Im nicht trocken gelegten Teil sind heute 60 jährige Fichten und Birken zu finden. Die Fläche ist aufgrund der anstehenden Staunässe nur sehr schwer zugänglich.
Der größere Teil der forstlichen Unterabteilung ist entwässert und mit 112-jährigen Altfichten bestockt. Eine Fichtennaturverjüngung etabliert sich.

die preußische Seite (Foto: Klaus-Wilhelm Brüggemann) die preußische Seite (Foto: Klaus-Wilhelm Brüggemann)

Die gesamte Unterabteilung 857 b ist eine sogenannte Prozessschutzfläche und unterliegt zur Zeit keiner forstlichen Nutzung.

Klaus-Wilhelm Brüggemann
Autor: red

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