Was machen eigentlich...
Mittwoch, 14. Mai 2014, 15:22 Uhr
1995 wurde zum ersten Mal eine Umfrage nach den besten und beliebtesten Sportlern des vergangenen Jahres gestartet und diese dann öffentlich geehrt. Was damals eine Initiative der einstigen Nordhäuser Zeitung war, wurde dann wie erhofft vom Kreissportbund übernommen und der Kreis-Sport-Ball später als Sport-Gala verbunden mit der Ehrung der besten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften alljährlich zu einem großem gesellschaftlichen Ereignis.
19 Mal wurden die Besten der Besten auf diese Weise schon von einer breiten Öffentlichkeit gekürt. Doch ausgerechnet das Jubiläum, die 20. Sportlerwahl, drohte zu platzen. Im Januar sollte sie sein, die Kandidatenliste war auch erstellt. Doch dann fehlte plötzlich das Geld für die Gala. Am Freitag nun, spät zwar, eigentlich viel zu spät, wird sie zum Glück nun doch noch stattfinden können. Denn die vielen Sportler und Sportlerinnen, die fleißig trainieren und Woche für Woche mit großartigen Leistungen beste Werbung für Stadt und Landkreis Nordhausen machen, haben es mehr als verdient.
Zu hoffen ist, dass die 21. Sportlerwahl nicht erneut am fehlenden Gelde zu scheitern droht sondern im kommenden Jahr wieder im Januar mit einer großen Gala des Sports ihren Höhepunkt hat. Bevor nun am Freitag in der festlich geschmückten Ballspielhalle die Sportler 2013 gekürt werden hier ein Blick zurück ins Jahr 1998. Da wurden am 6.März zum vierten Male die Sportler des zurückliegenden Jahres 1997 geehrt. Die Wahl erfolgte damals noch über Stimmzettel und Stimmlisten. Über 8000 abgegebene Stimmen mussten ausgezählt werden, ehe das Ergebnis bekannt gegeben werden konnte.
Volleyballerin Nadja Metelski, Turner Jens Keyßner und das Beach-Volleyball-Duo Daniel Knopf/Rick Wiedersberg wurden schließlich zu den Sportlern des Jahres 1997 gekürt. Zeit einmal zu fragen, was aus den damals Erfolgreichen geworden ist, was sie heute machen?
Nadja Metelksi (Foto: Uwe Tittel)
Nadja Metelski, geboren 1965 im westsibirischen Jekatarinenburg, kam 1989 durch Ehemann Alexander, der beim damaligen Sowjetischen Armeesportklub SASK Elstal Spieltrainer wurde, mit der Familie in die DDR. Durch bestehende sportliche Verbindungen nach Nordhausen zog es sie nach der Wende und dem damit verbundenen Aus des SASK an den Südharz.
Alexander wurde einer der Publikumslieblinge im Zweitligateam des SVC Nordhausen, Nadja – 1984 Junioren-Europameisterin – Dreh- und Angelpunkt im SVC-Thüringenliga-Frauenteam. Mit ihrer Mannschaft wurde sie1997 Vizelandesmeistermeister und holte 1998 den Landestitel nach Nordhausen. Daneben arbeitet sie erfolgreich als Nachwuchstrainerin, führte die A-Jugend 1998 zum Landesmeistertitel. Beruflich musste sich die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin umorientieren, machte in Nordhausen eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und Heilpraktikerin. 2001, nach erfolgreichem Berufsabschluss, folgte sie mit ihren beiden Söhnen Ehemann Alexander nach Erfurt.
Dem konnte in Nordhausen leider keine berufliche Perspektive mehr geboten werden und wechselte deshalb 1998 als Trainer zu Post Erfurt. Beim gleichen Klub war dann auch Nadja bis 2010 als Spielertrainerin im Frauenteam aktiv und fand in Erfurt eine Anstellung als Physiotherapeutin. 2008 schließlich wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit, führt seitdem in der Landeshauptstadt eine eigene Praxis mit inzwischen drei Mitarbeiterinnen. Volleyball spielt sie heute nicht mehr. Wegen dem Alter, wie sie mit verschmitztem Lächeln erklärt. Ihrer noch immer unverändert sportlichen Figur hat es keinen Abbruch getan, denn immer wenn es die Zeit erlaubt spielt sie heute Tennis.
Jens Keyßer (Foto: Uwe Tittel)
Der gebürtige Nordhäuser Jens Keyßner, inzwischen 45 und Familienvater, war und ist noch immer Turner mit Leib und Seele. Grundlage für seine Wahl zum Sportler des Jahres 1997 war der Gewinn des Thüringer Landesmeistertitels im Mehrkampf für den TSV Nordhausen. 1999 wurde er noch einmal Vizelandesmeister. Danach beschränkten sich seine sportlichen Auftritte in Thüringen auf gelegentliche Besuche, denn der Beruf führte ihn in andere Gegenden Deutschlands.
Jens Keyßner hatte bis 1989 am damaligen Nordhäuser IfL auf Grundschullehramt studiert, arbeitete dann als Lehrer in Woffleben, Ellrich, Nordhausen und Bleicherode tätig, hatte das Amt des Schulsporkoordiantors inne, war Vorsitzender der Sportjugend und seines TSV Nordhausen. Dazu erwarb er an der Außenstelle Erfurt der Uni Leipzig im Fernstudium das Diplom als Sportlehrer.1998 führte in der Lehrerberuf zunächst an eine Dorfschule in der Nähe von Bad Harzburg, später wechselte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uni Braunschweig, wo er 2005 auch erfolgreich promovierte. Geturnt hat er trotz eingeschränkten Zeitlimits aber weiter. Und das auch sehr erfolgreich.
Von 2001 bis 2005 turnte er für den VfL Oker in der Regionalliga, war 2003 und 2005 niedersächsischer Landesmeister im Mehrkampf und 2010 Zehnter der Deutschen Meisterschaft der AK 30. Schließlich zog es ihn 2005 ins baden-württembergische Schwäbisch Gmünd, wo er an der Pädagogischen Hochschule bis heute für Ausbildung von Sportlehrern verantwortlich zeichnet. Den eigenen sportlichen Aktivitäten geht er seit dem beim TV Schwäbisch Gmünd nach, wurde 2007 Württembergischer Vizemeister in der AK 35 und 2010 mit seiner Mannschaft von der PH Sechster bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft. Inzwischen tritt Jens, der 2008 seine Tanja geheiratet und zwei Kinder hat, sportlich etwas kürzer. Vater-Kind-Turnen steht aber regelmäßig im Terminkalender.
Das Nordhäuser Duo Rick Wiedersberg/Daniel Knopf, von Klein auf beim SVC Nordhausen im Volleyball aktiv, startete 1997 neben dem klassischen Spiel am hohen Netz auch eine Karriere in der Strand-Variante, dem Beach-Volleyball. Geführt von ihrem damaligen Trainer Ralph Bühler stellten sich einigermaßen überraschend sofort erste große Erfolge ein. Noch im gleichen Jahr gewannen sie die Thüringer Landesmeisterschaft, holten sich weitere Turniersiege und kamen als Neulinge auf den beachtlichen 60. Platz in der Deutschen Beach-Rangliste. 2000 qualifizierten sie sich sogar für die Deutschen Meisterschaften. Sportlich hatten sie inzwischen aber im Leipziger Süden in Bad Dürrenberg bzw. Markranstädt eine neue Heimat gefunden. Und auch der Beruf führte sie schließlich in die Sachsenmetropole.
Rick hatte nach einem Ziviljahr an der FH Merseburg ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert. Bis heute ist er dem Volleyball aufs engste weiter verbunden. Er war Geschäftsführer, heute Manager beim Erstbundesligisten Chemie-Volley Mitteldeutschland in Bad Dürrenberg, arbeitet in der Bundesligavereinigung mit. Daniel studierte zunächst nach an der FH Nordhausen Sozialmanagement, später weiter in Leipzig, war dann einige Jahre Volleyballprofi in Markranstädt und ist heute selbstständiger Versicherungskaufmann. Während Rick zwar seit Jahren fest liiert aber noch nicht verheiratet ist, ist Daniel verheiratet und Vater von drei Kindern. Sportlich ist er noch in der 6. Liga in Leipzig aktiv. Immer mittwochs treffen sich die alten Volleyballkumpels, also auch Daniel und Rick, in Markranstädt zum gemeinsamen Fußballspielen.
Uwe Tittel
Autor: red19 Mal wurden die Besten der Besten auf diese Weise schon von einer breiten Öffentlichkeit gekürt. Doch ausgerechnet das Jubiläum, die 20. Sportlerwahl, drohte zu platzen. Im Januar sollte sie sein, die Kandidatenliste war auch erstellt. Doch dann fehlte plötzlich das Geld für die Gala. Am Freitag nun, spät zwar, eigentlich viel zu spät, wird sie zum Glück nun doch noch stattfinden können. Denn die vielen Sportler und Sportlerinnen, die fleißig trainieren und Woche für Woche mit großartigen Leistungen beste Werbung für Stadt und Landkreis Nordhausen machen, haben es mehr als verdient.
Zu hoffen ist, dass die 21. Sportlerwahl nicht erneut am fehlenden Gelde zu scheitern droht sondern im kommenden Jahr wieder im Januar mit einer großen Gala des Sports ihren Höhepunkt hat. Bevor nun am Freitag in der festlich geschmückten Ballspielhalle die Sportler 2013 gekürt werden hier ein Blick zurück ins Jahr 1998. Da wurden am 6.März zum vierten Male die Sportler des zurückliegenden Jahres 1997 geehrt. Die Wahl erfolgte damals noch über Stimmzettel und Stimmlisten. Über 8000 abgegebene Stimmen mussten ausgezählt werden, ehe das Ergebnis bekannt gegeben werden konnte.
Volleyballerin Nadja Metelski, Turner Jens Keyßner und das Beach-Volleyball-Duo Daniel Knopf/Rick Wiedersberg wurden schließlich zu den Sportlern des Jahres 1997 gekürt. Zeit einmal zu fragen, was aus den damals Erfolgreichen geworden ist, was sie heute machen?
Nadja Metelksi (Foto: Uwe Tittel)
Nadja Metelski, geboren 1965 im westsibirischen Jekatarinenburg, kam 1989 durch Ehemann Alexander, der beim damaligen Sowjetischen Armeesportklub SASK Elstal Spieltrainer wurde, mit der Familie in die DDR. Durch bestehende sportliche Verbindungen nach Nordhausen zog es sie nach der Wende und dem damit verbundenen Aus des SASK an den Südharz.
Alexander wurde einer der Publikumslieblinge im Zweitligateam des SVC Nordhausen, Nadja – 1984 Junioren-Europameisterin – Dreh- und Angelpunkt im SVC-Thüringenliga-Frauenteam. Mit ihrer Mannschaft wurde sie1997 Vizelandesmeistermeister und holte 1998 den Landestitel nach Nordhausen. Daneben arbeitet sie erfolgreich als Nachwuchstrainerin, führte die A-Jugend 1998 zum Landesmeistertitel. Beruflich musste sich die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin umorientieren, machte in Nordhausen eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und Heilpraktikerin. 2001, nach erfolgreichem Berufsabschluss, folgte sie mit ihren beiden Söhnen Ehemann Alexander nach Erfurt.
Dem konnte in Nordhausen leider keine berufliche Perspektive mehr geboten werden und wechselte deshalb 1998 als Trainer zu Post Erfurt. Beim gleichen Klub war dann auch Nadja bis 2010 als Spielertrainerin im Frauenteam aktiv und fand in Erfurt eine Anstellung als Physiotherapeutin. 2008 schließlich wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit, führt seitdem in der Landeshauptstadt eine eigene Praxis mit inzwischen drei Mitarbeiterinnen. Volleyball spielt sie heute nicht mehr. Wegen dem Alter, wie sie mit verschmitztem Lächeln erklärt. Ihrer noch immer unverändert sportlichen Figur hat es keinen Abbruch getan, denn immer wenn es die Zeit erlaubt spielt sie heute Tennis.
Jens Keyßer (Foto: Uwe Tittel)
Der gebürtige Nordhäuser Jens Keyßner, inzwischen 45 und Familienvater, war und ist noch immer Turner mit Leib und Seele. Grundlage für seine Wahl zum Sportler des Jahres 1997 war der Gewinn des Thüringer Landesmeistertitels im Mehrkampf für den TSV Nordhausen. 1999 wurde er noch einmal Vizelandesmeister. Danach beschränkten sich seine sportlichen Auftritte in Thüringen auf gelegentliche Besuche, denn der Beruf führte ihn in andere Gegenden Deutschlands.
Jens Keyßner hatte bis 1989 am damaligen Nordhäuser IfL auf Grundschullehramt studiert, arbeitete dann als Lehrer in Woffleben, Ellrich, Nordhausen und Bleicherode tätig, hatte das Amt des Schulsporkoordiantors inne, war Vorsitzender der Sportjugend und seines TSV Nordhausen. Dazu erwarb er an der Außenstelle Erfurt der Uni Leipzig im Fernstudium das Diplom als Sportlehrer.1998 führte in der Lehrerberuf zunächst an eine Dorfschule in der Nähe von Bad Harzburg, später wechselte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uni Braunschweig, wo er 2005 auch erfolgreich promovierte. Geturnt hat er trotz eingeschränkten Zeitlimits aber weiter. Und das auch sehr erfolgreich.
Von 2001 bis 2005 turnte er für den VfL Oker in der Regionalliga, war 2003 und 2005 niedersächsischer Landesmeister im Mehrkampf und 2010 Zehnter der Deutschen Meisterschaft der AK 30. Schließlich zog es ihn 2005 ins baden-württembergische Schwäbisch Gmünd, wo er an der Pädagogischen Hochschule bis heute für Ausbildung von Sportlehrern verantwortlich zeichnet. Den eigenen sportlichen Aktivitäten geht er seit dem beim TV Schwäbisch Gmünd nach, wurde 2007 Württembergischer Vizemeister in der AK 35 und 2010 mit seiner Mannschaft von der PH Sechster bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft. Inzwischen tritt Jens, der 2008 seine Tanja geheiratet und zwei Kinder hat, sportlich etwas kürzer. Vater-Kind-Turnen steht aber regelmäßig im Terminkalender.
Das Nordhäuser Duo Rick Wiedersberg/Daniel Knopf, von Klein auf beim SVC Nordhausen im Volleyball aktiv, startete 1997 neben dem klassischen Spiel am hohen Netz auch eine Karriere in der Strand-Variante, dem Beach-Volleyball. Geführt von ihrem damaligen Trainer Ralph Bühler stellten sich einigermaßen überraschend sofort erste große Erfolge ein. Noch im gleichen Jahr gewannen sie die Thüringer Landesmeisterschaft, holten sich weitere Turniersiege und kamen als Neulinge auf den beachtlichen 60. Platz in der Deutschen Beach-Rangliste. 2000 qualifizierten sie sich sogar für die Deutschen Meisterschaften. Sportlich hatten sie inzwischen aber im Leipziger Süden in Bad Dürrenberg bzw. Markranstädt eine neue Heimat gefunden. Und auch der Beruf führte sie schließlich in die Sachsenmetropole.
Rick hatte nach einem Ziviljahr an der FH Merseburg ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert. Bis heute ist er dem Volleyball aufs engste weiter verbunden. Er war Geschäftsführer, heute Manager beim Erstbundesligisten Chemie-Volley Mitteldeutschland in Bad Dürrenberg, arbeitet in der Bundesligavereinigung mit. Daniel studierte zunächst nach an der FH Nordhausen Sozialmanagement, später weiter in Leipzig, war dann einige Jahre Volleyballprofi in Markranstädt und ist heute selbstständiger Versicherungskaufmann. Während Rick zwar seit Jahren fest liiert aber noch nicht verheiratet ist, ist Daniel verheiratet und Vater von drei Kindern. Sportlich ist er noch in der 6. Liga in Leipzig aktiv. Immer mittwochs treffen sich die alten Volleyballkumpels, also auch Daniel und Rick, in Markranstädt zum gemeinsamen Fußballspielen.
Uwe Tittel

