Von Ziegen und Rittern
Montag, 12. Mai 2014, 12:25 Uhr
Spielerisch die Welt der Recken und Ritter oder Natur, Garten und Bauernhof kennen lernen – die zwei Schullandheime im Landkreis arbeiten seit 20 Jahren mit wachsendem Erfolg. Bisher hielt man sich mit Eigenlob zurück. Doch zum Jubiläum soll sich das ändern...
Anno 1993 übernahm der Horizont Verein als Träger die zwei Landschulheime vom Landkreis. So kurz nach der Wende konnte sich keiner sicher sein, ob es gelingen würde, die beiden Einrichtungen zu halten geschweige denn zu erweitern.
Die vergangenen zwanzig Jahre scheinen dem Mut der Beteiligten recht zu geben. 12.000 Übernachtungen zählen Harz Rigi nahe Nordhausen und der Bleicheröder Schneckenhengst zusammen jedes Jahr. Die Besucher kommen zu gleichen Teilen aus der Region, den umliegenden Landkreisen und dem Mitteldeutschen Raum. "Wir haben uns damals selber auf die Strümpfe gemacht und immer wieder neue Ideen entwickelt" sagte Horizont Geschäftsführer René Kübler beim Pressegespräch.
Man konnte die Zahl der Übernachtungen steigern und die Preise erhöhen wodurch die weiterhin benötigte Bezuschussung durch den Landkreis verringert werden konnte. Zahlte der Landkreis einstmals 194.000 Euro, sind es heute nur noch 70.000 Euro. "Die brauchen wir auch weiterhin, damit am Ende die schwarze Null steht" sagte Kübler. Die Gäste der Schullandheime brächten dem Landkreis ja auch Einnahmen, so Kübler weiter. Etwa 300.000 Euro würden die Bildungstouristen in Form von Schwimmbad-, Kino- und Museumsbesuchen, der Nutzung der Verkehrsmitteln und Geschäften in Nordhausen lassen, schätzt man beim Horizont.
Landrätin Birgit Keller, Horizont Geschäftsführer Rene Kübler und Kulturdezernentin Hannelore Haase (Foto: Angelo Glashagel)
"Zudem haben die Landheime eine konkreten Bildungsauftrag" ergänzte Landrätin Birgit Keller, die ebenso zugegen war wie die Kulturdezernentin der Stadt Nordhausen, Hannelore Haase. "Grünes Klassenzimmer" ist hier das Stichwort. Auf Harz Rigi erleben Schulklassen hautnah echte Bauernhofatmosphäre und müssen auch schonmal am frühen morgen Pferd, Kuh und Ziegen füttern. Der Schneckenhengst hat sich das Mittelalter als Thema auserkoren. Die Kinder, der Großteil zwischen acht und dreizehn Jahren, basteln selber Schild und Schwert und treten zum Turnier an.
Naturnah auf Harz Rigi (Foto: Horizont e.V.)
Der Horizont will den Schulklassen dabei mehr bieten als einfach nur einen außerschulischen Lernort. Für die Inhalte ist das Personal vor Ort zuständig, und Lehrer werden ein wenig entlastet. "Das ist bei Schullandheimen alles andere als selbstverständlich" unterstrich Kübler. Dabei ist die Personaldichte nicht besonders hoch. Drei Festangestellte und zehn bis zwölf Ehrenamtler und Niedriglöhner arbeiten mit bis zu drei Klassen gleichzeitig. Vor allem in der Hauptsaison zwischen März und Oktober ist viel los. "Ohne das Engagement gerade auch unserer Ehrenamtler ginge das nicht" lobt der Geschäftsführer. Und auch die Besucher honorieren die Arbeit. Die Benotung der Angebote sowohl durch Leher wie auch Schüler sei meistens "gut" bis "sehr gut", heißt es beim Horizont.
Ein bisschen Luft nach oben hat man aber noch. Mit der Stadtverwaltung will man über Synergieeffekte und eine Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen nachdenken und die Verbindung zu den Schulen vor Ort verbessern. Zudem soll die Zufahrtsstraße nach Harz Rigi möglichst noch in diesem Jahr "Waldgerecht" auf Vordermann gebracht werden.
Angelo Glashagel
Autor: redAnno 1993 übernahm der Horizont Verein als Träger die zwei Landschulheime vom Landkreis. So kurz nach der Wende konnte sich keiner sicher sein, ob es gelingen würde, die beiden Einrichtungen zu halten geschweige denn zu erweitern.
Die vergangenen zwanzig Jahre scheinen dem Mut der Beteiligten recht zu geben. 12.000 Übernachtungen zählen Harz Rigi nahe Nordhausen und der Bleicheröder Schneckenhengst zusammen jedes Jahr. Die Besucher kommen zu gleichen Teilen aus der Region, den umliegenden Landkreisen und dem Mitteldeutschen Raum. "Wir haben uns damals selber auf die Strümpfe gemacht und immer wieder neue Ideen entwickelt" sagte Horizont Geschäftsführer René Kübler beim Pressegespräch.
Man konnte die Zahl der Übernachtungen steigern und die Preise erhöhen wodurch die weiterhin benötigte Bezuschussung durch den Landkreis verringert werden konnte. Zahlte der Landkreis einstmals 194.000 Euro, sind es heute nur noch 70.000 Euro. "Die brauchen wir auch weiterhin, damit am Ende die schwarze Null steht" sagte Kübler. Die Gäste der Schullandheime brächten dem Landkreis ja auch Einnahmen, so Kübler weiter. Etwa 300.000 Euro würden die Bildungstouristen in Form von Schwimmbad-, Kino- und Museumsbesuchen, der Nutzung der Verkehrsmitteln und Geschäften in Nordhausen lassen, schätzt man beim Horizont.
Landrätin Birgit Keller, Horizont Geschäftsführer Rene Kübler und Kulturdezernentin Hannelore Haase (Foto: Angelo Glashagel)
"Zudem haben die Landheime eine konkreten Bildungsauftrag" ergänzte Landrätin Birgit Keller, die ebenso zugegen war wie die Kulturdezernentin der Stadt Nordhausen, Hannelore Haase. "Grünes Klassenzimmer" ist hier das Stichwort. Auf Harz Rigi erleben Schulklassen hautnah echte Bauernhofatmosphäre und müssen auch schonmal am frühen morgen Pferd, Kuh und Ziegen füttern. Der Schneckenhengst hat sich das Mittelalter als Thema auserkoren. Die Kinder, der Großteil zwischen acht und dreizehn Jahren, basteln selber Schild und Schwert und treten zum Turnier an.
Naturnah auf Harz Rigi (Foto: Horizont e.V.)
Der Horizont will den Schulklassen dabei mehr bieten als einfach nur einen außerschulischen Lernort. Für die Inhalte ist das Personal vor Ort zuständig, und Lehrer werden ein wenig entlastet. "Das ist bei Schullandheimen alles andere als selbstverständlich" unterstrich Kübler. Dabei ist die Personaldichte nicht besonders hoch. Drei Festangestellte und zehn bis zwölf Ehrenamtler und Niedriglöhner arbeiten mit bis zu drei Klassen gleichzeitig. Vor allem in der Hauptsaison zwischen März und Oktober ist viel los. "Ohne das Engagement gerade auch unserer Ehrenamtler ginge das nicht" lobt der Geschäftsführer. Und auch die Besucher honorieren die Arbeit. Die Benotung der Angebote sowohl durch Leher wie auch Schüler sei meistens "gut" bis "sehr gut", heißt es beim Horizont.Ein bisschen Luft nach oben hat man aber noch. Mit der Stadtverwaltung will man über Synergieeffekte und eine Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen nachdenken und die Verbindung zu den Schulen vor Ort verbessern. Zudem soll die Zufahrtsstraße nach Harz Rigi möglichst noch in diesem Jahr "Waldgerecht" auf Vordermann gebracht werden.
Angelo Glashagel
